Wien (OTS) – Das Foresight-Institut erhebt im Auftrag der Volkshilfe
regelmäßig
die Einstellung der Bevölkerung zu sozialpolitischen Fragestellungen.
Die Ergebnisse der aktuellen, österreichweiten Befragung zum Thema
Armut zeigen: Die Bekämpfung der Kinderarmut ist ein zentrales
Anliegen der österreichischen Bevölkerung.
Die Ergebnisse der aktuellen österreichweiten Befragung durch das
Foresight-Institut zeigen auf die Frage nach der Bekämpfung von
Kinderarmut und der Einführung einer Kindergrundsicherung hohe
Zustimmung.
Angesichts von 395.000 armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten
Kindern und Jugendlichen in Österreich, stufen mehr als drei Viertel
der Befragten (76 %) das Ziel der Regierung, die Kinderarmut in
Österreich bis 2030 zu halbieren, als sehr wichtig ein.
Vor dem Hintergrund, dass Kindern aufgrund der hohen Non-take-up-
Rate in der Sozialhilfe Leistungen entgehen, auf die sie eigentlich
Anspruch hätten, stimmen sieben von zehn Befragten (73 %) der
Absicherung aller Kinder durch eine Kindergrundsicherung zu.
Analog dazu wird auch die Einführung einer zusätzlichen
finanziellen Unterstützung für die Kinder von Menschen, die trotz
Erwerbstätigkeit nur ein geringes Einkommen haben, von einer Mehrheit
unterstützt (79 %).
„ All diese Ziele können wir mit einer Kindergrundsicherung
erreichen. Sie kann die Kinderarmut in Österreich halbieren und sorgt
dafür, dass alle Kinder die Leistungen erhalten, die ihnen zustehen.
Gleichzeitig schafft sie Verbesserungen für benachteiligte Kinder,
die bisher keine oder nur geringe zusätzliche Unterstützung erhalten
haben, nämlich jene, die in Familien mit Unterstützung aus der
Arbeitslosenversicherung sowie in Working-Poor-Familien leben “,
erklärt Volkshilfe Direktor Erich Fenninger.
„Niemand sollte trotz Erwerbstätigkeit auf notwendige Ausgaben
für Wohnen, Energie, Lebensmittel und vor allem die Bedürfnisse der
Kinder verzichten müssen. Und wie die Ergebnisse dieser
repräsentativen Umfrage zeigen, gibt es für eine Kindergrundsicherung
eine sehr große Zustimmung in der Bevölkerung“, betont Fenninger.
Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent der Befragten spricht sich
außerdem für die Einführung einer Millionärssteuer aus, um damit
sozialstaatliche Maßnahmen finanzieren zu können. Allein eine
Erbschafts- und Schenkungssteuer ab einer Million könnte dem Staat
rund 1,5 Mrd. Euro zur Budgetsanierung bringen. Von einer solchen
Steuer wären nur 0,2 Prozent der Erb*innen betroffen. „Hier wird also
nicht der Mittelstand besteuert, wie das oftmals fälschlicherweise
behauptet wird, sondern eine sehr kleine Gruppe besonders
wohlhabender Personen, die einfach nur Glück in der Geburtslotterie
hatten“, so Fenninger.
Einsparungen bei Familienleistungen lehnt hingegen ein Großteil
der Bevölkerung ab: 61 Prozent der Befragten äußern sich ablehnend
gegenüber der budgetpolitischen Maßnahme der Regierung, die
Familienleistungen wie Familienbeihilfe oder Kinderbetreuungsgeld in
den nächsten zwei Jahren erneut nicht an die Teuerung anzupassen.
„Auch wenn wir es uns alle wünschen, die Teuerung ist noch immer
nicht vorbei, im Gegenteil: sie steigt aktuell wieder an. Wir fordern
deshalb auch die unmittelbare Aufhebung der Aussetzung der
Valorisierung der Familienleistungen“, betont Erich Fenninger
abschließend.