VGT fordert anlässlich Hitzewelle: Keine Fiakerfahrten in Wien

Wien (OTS) – Seit Jahren macht der VGT die Wiener Stadtpolitik auf
das Pferdeleid
bei Hitze in der Wiener Innenstadt aufmerksam. Für das Wochenende ist
eine Extrem-Hitzewelle von bis zu 40 Grad erwartet.

Die momentane 35-Grad-Regelung erweist sich als zahnlos. Gemessen
wird die Temperatur nicht direkt an den Standplätzen, wo die Pferde
teils in der prallen Sonne auf einem Untergrund stehen, der die Hitze
noch verstärkt und speichert, sondern im Schatten. Erfahrungsgemäß
erreicht die Temperatur noch vor dem Wirksamwerden der Hitzefrei-
Regel vor Ort bei den Standplätzen Temperaturen um die 38 Grad , der
Boden heizt sich auf um die 50 Grad auf.

Laut einer Studie aus Kanada , die bereits 2010 veröffentlicht
wurde, überhitzen Pferde bis zu zehnmal schneller als Menschen und
sind deutlich anfälliger für die negativen Auswirkungen von
Hitzestress.

Der VGT appelliert an die Fiakerunternehmen, am Wochenende, wo
das Hitzefrei auf jeden Fall erreicht werden wird und die
Temperaturen 35 Grad weit überschreiten werden, gar nicht erst
auszufahren. Ansonsten droht den Pferden eine circa einstündige
Heimfahrt bei über 35 Grad durch den dichten Stadtverkehr.

VGT-Fiaker-Campaigner Georg Prinz dazu: „Es ist ein Irrsinn, dass
die Pferde an extremen Hitzetagen, wie an diesem Wochenende,
überhaupt in die Stadt fahren müssen, wenn sich bereits abzeichnet,
dass die Hitzefrei-Grenze von 35 Grad auf jeden Fall erreicht werden
wird und die Kutschen danach wieder heimfahren müssen. Während sich
die Stadt weiter aufheizt, müssen die Pferde dann beim Hitze-Maximum
die Heimfahrt antreten.“

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN fordert eine echte Hitzefrei-
Regelung ab 30 Grad für Wiens Fiakerpferde, Schatten an allen
Standplätzen, Messung direkt bei den Standplätzen und keine Ausfahrt,
wenn bereits klar ist, dass die Temperaturhöchstmarke überschritten
sein wird. Die entsprechende Petition des VGT wurde bereits 65.000
Mal unterschrieben.

Prinz weiter: „In Städten wie Berlin und Brügge (Belgien) gibt es
bereits ein Hitzefrei ab 30 Grad, in Rom ein Fahrverbot während der
heißesten Stunden. In Prag und Brüssel wurden Pferdekutschen bereits
ganz verboten. Dass Pferde bei diesen Temperaturen zur Belustigung
von Tourist:innen Kutschen ziehen müssen, ist einer Stadt wie Wien
unwürdig. Wir fordern die zuständigen Stadträt:innen Ulli Sima (
Verkehr) und Jürgen Czernohorszky (Tierschutz) auf, hier nicht länger
zuzusehen, sondern endlich Maßnahmen für den wirksamen Schutz dieser
Tiere zu ergreifen!“

Pressefotos (Copyright: VGT.at)