Österreichisches Pilotprojekt „Empowering Futures“ stärkt von Armut betroffene Kinder und Familien in Nordmazedonien

Wien/Skopje (OTS) – Nach zwei Jahren intensiver Arbeit mit Kindern,
Jugendlichen, Eltern
und Familien ist das Projekt „Empowering Futures – Wege aus der Armut
durch ganzheitliche Unterstützung und soziale Inklusion für von Armut
betroffene Kinder und Familien in Nordmazedonien“ mit einer
Abschlusskonferenz, unter Anwesenheit des österreichischen
Botschafters und Sozialattachés in Nordmazedonien, vor wenigen Tagen
in Skopje zu Ende gegangen. Von Oktober 2024 bis September 2026 wurde
das Projekt von Journalists for Human Rights North Macedonia (JHR)
gemeinsam mit ECPAT Österreich – der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz
der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung – umgesetzt und durch
Mittel des österreichischen Bundesministeriums für Arbeit, Soziales,
Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) finanziert, ohne
dessen Unterstützung das Projekt nicht hätte durchgeführt werden
können.

Zwtl.: Ein Zentrum für Kinder in besonders vulnerablen Lebenslagen

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Etablierung des
Tageszentrums „Gnezdo“ – zu Deutsch „Nest“ – in Skopje, das im Mai
2025 seine Tore für von Armut betroffene Kinder und Familien öffnete.
Insgesamt wurden 106 Kinder kontinuierlich begleitet. Ein Großteil
der Kinder konnten mit Unterstützung des Zentrums ihren Schulbesuch
fortsetzen. Rund 800 psychosoziale Beratungen, mehr als 360 Besuche
in Familien und vor Ort sowie 300 verteilte Pakete mit Lebensmitteln,
Kleidung, Schul- und Hygieneartikeln ergänzten die Unterstützung. 30
Jugendliche und Eltern erhielten zudem Unterstützung bei
Qualifizierung und beruflicher Orientierung.

Das Zentrum arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die
auf der Straße, in Wohnungslosigkeit oder prekären Wohnverhältnissen
leben, mit Kindern mit Behinderungen sowie von anderen vulnerablen
Lebensumständen Betroffenen. Das Angebot verbindet Betreuung und
Bildungsförderung mit psychosozialer Beratung, Familienarbeit,
Gesundheits- und Sozialleistungen, materieller Unterstützung und
Kompetenzentwicklung.

„Das Tageszentrum zeigt, wie konkrete Hilfe und nachhaltige
Perspektiven zusammenwirken können. Gewaltprävention beginnt dort, wo
Kinder und Familien Zugang zu Unterstützung, Gesundheits- und
Sozialleistungen, Bildung und Perspektiven erhalten, denn Kinder
brauchen Schutz, Stabilität und die Möglichkeit, ihre Zukunft selbst
zu gestalten“ , betont Waltraud Gugerbauer, Geschäftsführerin von
ECPAT Österreich . Dabei trägt die Stärkung von Kindern und Familien
auch zur Prävention von Gewalt, Ausbeutung und Kinderhandel bei.

Zwtl.: Nachhaltige Strukturen durch österreichische Unterstützung

Ein besonderer Meilenstein ist die staatliche Lizenzierung des
Tageszentrums als Anbieter sozialer Dienstleistungen für Kinder in
sozialen Risikolagen durch das zuständige nordmazedonische
Ministerium. Damit erhält das im Projekt entwickelte Modell
institutionelle Anerkennung und eine wichtige Grundlage für seine
Weiterführung. Künftig wird damit ein Großteil der laufenden
Betriebskosten des Tageszentrums vom nordmazedonischen Sozialamt
übernommen.

„Österreich unterstützt Nordmazedonien beim EU-Beitrittsprozess
u.a. mit zahlreichen bilateralen Aktivitäten und Projekten. Ein
besonderer Schwerpunkt ist dabei auch der Sozialbereich, wo der
Sozialattaché an der österreichischen Botschaft in Skopje zahlreiche
Aktivitäten setzt. Projekte wie diese zeigen auch die wichtige Rolle
von NGOs beim Zugang zu sozialen Dienstleistungen für vulnerable
Zielgruppen. Dies ist auch eine der Stärken des österreichischen
Sozialsystems, wo diese Erfahrungen gerne geteilt werden“ , sagt H.E.
Martin Pammer, Botschafter der Republik Österreich in Nordmazedonien
.

Zwtl.: Wissenstransfer über Grenzen hinweg

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der internationalen
Zusammenarbeit. Austausch- und Trainingsaktivitäten in Österreich,
Griechenland und Albanien ermöglichten den Transfer von Erfahrungen
und Praxiswissen. Nordmazedonische Delegationen besuchten in
Österreich unter anderem Einrichtungen aus den Bereichen
Kinderschutz, Bildung und soziale Unterstützung.

„Die Finanzierung dieses bilateralen Projekts durch das
österreichische Sozialministerium ist ein Teil verschiedenster
Unterstützung bei den Reformen im Sozial-, Beschäftigungs- und
Gesundheitsbereich in Nordmazedonien. Dies trägt auch zur Erreichung
der Ziele der Europäischen Säule der sozialen Rechte und zur
Europäischen Kindergarantie in Nordmazedonien bei. Die kürzlich
erfolgte Lizenzierung des Tageszentrum in Skopje für vulnerable
Familien, die von Armut betroffen sind, ist ein bedeutsamer
Projektfortschritt. Nach erfolgreicher Pilotierung von Projekten ist
es dann wichtig, dass diese Maßnahmen auch ins Regelsystem
übergeführt und nachhaltig finanziert werden“ , erklärt Harald Breza-
Fugger, österreichischer Sozialattaché in Skopje .

Zwtl.: Über das Projekt hinaus: ein Modell für langfristige
Unterstützung

Empowering Futures zeigt, dass Armutsbekämpfung mehr braucht als
kurzfristige Unterstützung: Es braucht Familien, Institutionen und
Gemeinschaften, die gemeinsam Verantwortung übernehmen, um
Lebensbedingungen zu verbessern, Familien zu stärken und echte
Chancen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. „Gnezdo wurde als Ort
geschaffen, an dem Kinder wissen, dass sie gesehen und gehört werden
und dass jemand an ihr Potenzial glaubt“ , freut sich Filip
Spirovski, Direktor von JHR über das Erfolgskonzept.

Informationen, Bild- und Videomaterial: www.ecpat.at/empowering-
futures.html