St. Pölten (OTS) – Wie gelingt es Frauen, Beruf, Familie,
Führungsverantwortung,
politisches und gesellschaftliches Engagement miteinander zu
vereinbaren? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Netzwerktreffens
des Alumnae-Zukunftsnetzwerks des NÖ Politik Mentoring-Programms bei
STYX Naturkosmetik in Ober-Grafendorf. Unter dem Titel „Frauen in der
Mehrfachbelastung: Beruf, Familie und weitere Verpflichtungen
jonglieren“ diskutierten Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister,
Landesrätin Eva Prischl, Vera Sares, Landesvorsitzende von Frau in
der Wirtschaft NÖ, und STYX-Prokuristin Michaela Stix über
persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und
notwendige Voraussetzungen für eine bessere Vereinbarkeit. „Frauen
übernehmen heute in allen Bereichen Verantwortung – in der Familie,
im Beruf, in Unternehmen, in unseren Gemeinden und in der Politik.
Damit sie ihre Potenziale entfalten und ihre Ziele verfolgen können,
braucht es gute Rahmenbedingungen, aber ebenso Vorbilder und starke
Netzwerke. Genau hier setzen sowohl das NÖ Politik Mentoring-Programm
als auch unser Alumnae-Zukunftsnetzwerk an: Frauen profitieren
voneinander, teilen Erfahrungen und bestärken sich gegenseitig darin,
Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Weg zu gehen“, betont
Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Schirmherrin der
Veranstaltung.
Das überparteiliche NÖ Politik Mentoring-Programm wurde 2016 ins
Leben gerufen, um Frauen für politisches Engagement zu gewinnen und
sie auf ihrem Weg in der Kommunalpolitik zu unterstützen. Im
Mittelpunkt stehen die Begleitung durch erfahrene Mentorinnen und
Mentoren, praxisnahe Wissensvermittlung, persönlicher
Erfahrungsaustausch und die Vernetzung über Gemeinde- und
Parteigrenzen hinweg. Der mittlerweile sechste Durchgang des
Programms ging im Februar 2026 zu Ende.
„Gleichstellung zeigt sich auch daran, welche Möglichkeiten
Frauen und Männer tatsächlich haben, Beruf, Familie und
gesellschaftliches Engagement miteinander zu verbinden. Noch immer
übernehmen Frauen einen großen Teil der unbezahlten Arbeit und der
organisatorischen Verantwortung innerhalb von Familien. Es braucht
daher nicht nur individuelle Lösungen, sondern auch ein Bewusstsein
für eine partnerschaftliche Aufteilung und Rahmenbedingungen, die
echte Wahlmöglichkeiten schaffen. Der Austausch, wie dieser Spagat
bei den vielfältigen Aufgaben gelingen kann, ist ein wertvoller
Aspekt des Alumnae-Zukunftsnetzwerks“, so Landesrätin Eva Prischl.
Damit der im Mentoring entstandene Austausch nicht mit dem
Abschluss des jeweiligen Jahrgangs endet, bietet das Alumnae-
Zukunftsnetzwerk des NÖ Politik Mentoring-Programms den
Absolventinnen eine langfristige Plattform für Vernetzung und
Erfahrungsaustausch. Die bisherigen Teilnehmerinnen haben seit ihrem
Mentoring ganz unterschiedliche Wege eingeschlagen – von Funktionen
als Gemeinderätinnen und Bürgermeisterinnen über Führungspositionen
in Wirtschaft und Politik bis hin zur Selbstständigkeit. Das Alumnae-
Netzwerk ermöglicht ihnen, miteinander in Kontakt zu bleiben,
Erfahrungen weiterzugeben und voneinander zu lernen.
Das Programm des Abends verband Wirtschaft, Vernetzung und
politische Diskussion: Nach der Begrüßung erhielten die
Teilnehmerinnen bei einer Betriebsführung durch STYX-Prokuristin
Michaela Stix Einblicke in das Unternehmen, bevor die von Claudia
Pfeffer moderierte Podiumsdiskussion und anschließend der persönliche
Austausch und die Vernetzung der Teilnehmerinnen auf dem Programm
standen.
Mit Michaela Stix führte dabei eine Frau durch den Betrieb, die
das NÖ Politik Mentoring-Programm aus eigener Erfahrung kennt: Die
Prokuristin, Mutter und Gemeinderätin ist selbst Absolventin des
Programms. „Berufliche Verantwortung, Familie und kommunalpolitisches
Engagement unter einen Hut zu bringen, funktioniert nicht jeden Tag
nach demselben Plan. Umso wichtiger sind ein unterstützendes Umfeld,
Flexibilität und der Austausch mit anderen Frauen, die ähnliche
Erfahrungen machen. Das NÖ Politik Mentoring-Programm hat mir
gezeigt, welchen Wert solche Netzwerke haben. Deshalb freut es mich
besonders, die Alumnae heute bei uns im Unternehmen begrüßen zu
dürfen“, so Michaela Stix.
Die Diskussion zeigte die unterschiedlichen Perspektiven auf
Mehrfachbelastung: Neben persönlichen Erfahrungen standen die
Verteilung unbezahlter Arbeit und des sogenannten Mental Load,
gesellschaftliche Rollenbilder, Kinderbetreuung, familienfreundliche
Arbeitsbedingungen sowie die Vereinbarkeit von politischem
beziehungsweise gesellschaftlichem Engagement und Familienleben im
Mittelpunkt. Die Zusammensetzung des Panels verband dabei Politik,
Unternehmertum, kommunales Engagement und persönliche Erfahrung.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Situation von
Unternehmerinnen. Für Selbstständige kann ein Betrieb während
Schwangerschaft, Mutterschutz oder Familienzeit nicht einfach
pausieren. Frau in der Wirtschaft setzt sich daher unter anderem für
bessere Rahmenbedingungen rund um Kinderbetreuung und
Kinderbetreuungsgeld sowie für Verbesserungen für Unternehmerinnen
während des Mutterschutzes ein. Daher fordert Frau in der Wirtschaft
NÖ gemeinsam mit der Sozialversicherung der Selbstständigen auch die
monatliche Auszahlung des Wochengeldes und einen zusätzlichen
Betriebszuschuss von 550 Ꞓ für Unternehmerinnen. „Unternehmerinnen
tragen tagtäglich viel Verantwortung – für ihre Familien, ihre
Betriebe, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und natürlich auch
für ihre Kundinnen und Kunden. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass
es nicht immer einfach ist, all das unter einen Hut zu bringen.
Deshalb braucht es Rahmenbedingungen, die auch die Lebensrealität
selbstständiger Frauen berücksichtigen. Familie und wirtschaftlicher
Erfolg dürfen kein Widerspruch sein. Wenn wir mehr Frauen ermutigen
wollen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und
Führungsverantwortung zu übernehmen, müssen wir Vereinbarkeit neu
denken – und dabei auch die Unternehmerinnen selbst in den
Mittelpunkt stellen“, so Vera Sares, Landesvorsitzende Frau in der
Wirtschaft NÖ.
Das Alumnae-Zukunftsnetzwerk führt einen wesentlichen Gedanken
des Politik Mentoring-Programms weiter: Frauen sollen nicht nur
während eines einzelnen Programmdurchgangs von Erfahrung, Wissen und
Kontakten profitieren, sondern langfristig miteinander verbunden
bleiben. Absolventinnen können sich weiterhin austauschen und an
Vernetzungstreffen teilnehmen. Das Land Niederösterreich will damit
den entstandenen Austausch nachhaltig stärken und Frauen in der
Kommunalpolitik miteinander vernetzen.
Der Abend bei STYX machte dabei sichtbar, dass die
Herausforderungen rund um Vereinbarkeit und Mehrfachbelastung je nach
Lebens- und Berufsrealität unterschiedlich aussehen – gleichzeitig
aber der Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Frauen mit
praktischer Erfahrung neue Perspektiven und Lösungsansätze eröffnen
kann. Mehr zum Alumnae-Zukunftsnetzwerk des NÖ Politik Mentoring-
Programms unter: Alumnae-Zukunftsnetzwerk des NÖ Politik Mentoring-
Programms
Weitere Informationen: Büro LR Teschl-Hofmeister, Pressesprecher
Dieter Kraus, Telefon: 02742/9005-12655, E-Mail: dieter.kraus@
noel.gv.at