Pressl: „Österreichs Zukunft beginnt vor Ort“ – Gemeindebund startet Heimat.Gemeinde

Salzburg (OTS) – „Wer ist in dieser turbulenten Zeit eigentlich noch
für mich da?“
Diese Frage stellte Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl am Freitag
beim 72. Österreichischen Gemeindetag in Salzburg in den Mittelpunkt
seiner Rede. Seine Antwort darauf ist klar: „Unsere Antwort heißt:
Gemeinde.“

Mit Heimat.Gemeinde will der Gemeindebund zeigen, welche
Bedeutung die eigene Gemeinde für das tägliche Leben der Menschen
hat: als Ort, an dem Gemeinschaft entsteht, Verantwortung übernommen
wird und Politik unmittelbar erlebt werden kann. Heimat.Gemeinde
meint dabei bewusst die persönliche, eigene Gemeinde eines Menschen –
den Ort, an dem man zuhause ist, seinen Alltag lebt und sich
einbringt. „Die Gemeinde ist der Ort, an dem der Staat noch greifbar
ist. Die Gemeinde ist der Ort, an dem Politik noch überprüfbar ist.
Und Gemeinde ist der Ort, an dem Heimat für uns spürbar ist“, sagte
Pressl. Gerade in einer Zeit, die viele Menschen als schneller und
unübersichtlicher erleben, in der Krisen und Unsicherheit den Alltag
prägen, werde diese Nähe wichtiger.

Der Staat hat vor Ort ein Gesicht

Was das bedeutet, zeigt sich für Pressl jeden Tag in den
Gemeinden: Eine Familie braucht einen Kindergartenplatz. Jemand weiß
nicht, wie es mit der Pflege der Mutter weitergehen soll. Ein
Unternehmer fragt, wann eine Straße saniert wird. Menschen wenden
sich an die Gemeinde, wenn der Bus nicht fährt, das Wasser nicht
funktioniert oder sie schlicht nicht mehr wissen, wohin sie sich mit
ihrem Anliegen wenden sollen. „Genau dort beginnt Gemeinde. Nicht
abstrakt. Nicht anonym. Nicht irgendwo weit weg“, so Pressl. In der
Gemeinde werde Politik persönlich: Verantwortliche werden
angesprochen, Entscheidungen hinterfragt und Antworten erwartet.
Genau daraus entstehe Vertrauen – dort, wo Menschen erleben: „Da hört
mir jemand zu. Da kümmert sich jemand. Da wird eine Lösung gesucht.“
Wenn der Kindergarten funktioniert, Wasser aus der Leitung kommt, die
Feuerwehr ausrückt, im Winter die Straße geräumt wird oder das
Gemeindeamt weiterhilft, werde für die Menschen ganz konkret
sichtbar, ob der Staat, die Gemeinschaft für sie da ist. Pressl: „Die
Menschen erleben, dass dieser Staat funktioniert. Und dass dieser
Staat vor Ort ein Gesicht hat. Und dieses Gesicht sind wir. Wir in
den Gemeinden.“

„Heimat ist kein Blick zurück“

Mit Heimat.Gemeinde verbindet der Gemeindebund-Präsident deshalb
bewusst einen Heimatbegriff, der nicht in die Vergangenheit, sondern
nach vorne gerichtet ist. „Unser Heimatbegriff, das ist kein Blick
zurück. Das ist nicht Fahren mit dem Rückspiegel. Das ist nicht nur
Brauchtum, nicht nur Folklore, nicht nur ein schönes Bild auf einer
Postkarte. Sondern Heimat ist für uns der Ort der Zukunft in den
Gemeinden“, so Pressl. Heimat zeige sich im konkreten Alltag: dort,
wo Kinder betreut werden, Freiwillige bei der Feuerwehr Verantwortung
übernehmen, sauberes Trinkwasser aus der Leitung kommt und Menschen
aller Generationen Unterstützung finden. „Kurz gesagt: Heimat
entsteht in den Gemeinden.“

Genau diese Heimat will die Kampagne sichtbar machen: die
Menschen, die Verantwortung übernehmen, die Leistungen, auf die man
sich täglich verlässt, und die Gemeinschaft, die vor Ort entsteht.
Nicht als verklärten Blick auf die „gute alte Zeit“, sondern mit der
Frage, was es braucht, damit die eigene Gemeinde auch morgen ein
guter Ort zum Leben, Arbeiten und Zusammenleben bleibt.

Politik muss vor Ort funktionieren

Für Pressl ist damit auch ein politischer Anspruch verbunden.
Denn in der Gemeinde kommen politische Entscheidungen unmittelbar bei
den Menschen an – und müssen im Alltag funktionieren: „Im Bund kann
man lange über Zuständigkeiten reden. In der Gemeinde, da muss ich am
Montag eine Antwort geben. Im Bund kann ich lange Reformen
ankündigen. In den Gemeinden da muss Reform einfach funktionieren.“

Der Gemeindebund will diesen Blick aus der Praxis mit
Heimat.Gemeinde stärker in die politische und gesellschaftliche
Debatte einbringen. Für Pressl sind Gemeinden die Orte, an denen
Bürgernähe unmittelbar erlebt wird, Verantwortung nicht abstrakt
bleibt und Zusammenarbeit konkrete Ergebnisse bringen muss: „Die
Gemeinde. Das ist der Platz, wo wir zeigen, wie es geht. Und wie es
in ganz Österreich gehen sollte.“

Bestärkt sieht sich Pressl darin durch seine Sommertour durch
Österreich. Mit Bahn und Fahrrad besuchte er 67 Gemeinden und traf 67
Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Trotz höchst unterschiedlicher
Voraussetzungen habe sie eines verbunden: Verantwortung für ihre
Gemeinde zu übernehmen und deren Zukunft gestalten zu wollen. Für den
Gemeindebund-Präsidenten ergibt sich daraus ein klarer Auftrag:
sichtbar zu machen, was vor Ort geleistet wird, die Erfahrungen aus
den Gemeinden stärker in die Debatte einzubringen und dafür
einzutreten, dass Gemeinden auch in Zukunft gestalten können.

„Wir sind für Dich da“

Am Ende seiner Rede führte Pressl zurück zu jenem Bild, mit dem
er begonnen hatte: zum Montagmorgen im Gemeindeamt, wenn Menschen mit
ganz konkreten Fragen und Anliegen vor der Tür stehen. „Am Montagfrüh
wird wieder jemand ins Gemeindeamt kommen“, erklärten Pressl. „Und
unsere Antwort wird auch in Zukunft lauten: Wir sind für Dich da. Wir
sind gerne für Dich da.“

Mehr zur Heimat.Gemeinde auf www.heimatgemeinde.at .