Wien (OTS) – Die Bezirksparlamente von Mariahilf und
Rudolfsheim-Fünfhaus haben in
ihren September Sitzungen auf Initiative der ÖVP wichtige Beschlüsse
zur Situation rund um den Jedmayer und die U6-Station Gumpendorfer
Straße gefasst. In Mariahilf sprach sich das Bezirksparlament für
eine Videoüberwachung bei der U6-Station und eine stärkere
wohnortnahe Organisation der Substitutionsbehandlung aus. Zudem
werden Stadt, Suchthilfe, Polizei und Wiener Linien bei einem
Sicherheitsgipfel in der Sozialkommission über die aktuelle Lage und
weitere Maßnahmen beraten. Im 15. Bezirk wurden die ÖVP-Anträge für
ein erhöhtes Reinigungsintervall bei der U6-Station und für eine
Bürgerversammlung angenommen. Bereits im Juni hatte auf Mariahilfer
Seite eine Anrainerversammlung stattgefunden. „Die beiden
Bezirksparlamente senden ein gemeinsames und unmissverständliches
Signal: Die Zustände rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße
dürfen nicht länger einfach hingenommen werden. Die Menschen auf
beiden Seiten des Gürtels erwarten zu Recht konkrete Verbesserungen“,
erklären Gerhard Hammerer, Klubobmann der ÖVP Mariahilf, und Felix
Ofner, Bezirksparteiobmann der ÖVP Rudolfsheim-Fünfhaus.
Wie außergewöhnlich die Belastung ist, zeigen die aktuellen
Zahlen: Mehr als 82 Prozent aller Wiener Spritzentauschkontakte
entfielen 2025 auf den Jedmayer. Mariahilf verzeichnete mit 25,8
Suchtmitteldelikten pro 1.000 Einwohner beinahe das Fünffache des
Wiener Durchschnitts von 5,5, Rudolfsheim-Fünfhaus liegt mit 9,2 auch
deutlich darüber. Bei der U6-Station Gumpendorfer Straße wurden über
mehrere Jahre hinweg durchschnittlich mehr als zwei
sicherheitsrelevante Vorfälle pro Woche dokumentiert. Allein 2025
musste die Rettung 426 Mal zum Jedmayer ausrücken, beinahe täglich
kam es zu einer Krankenhauseinlieferung aufgrund einer Vergiftung
oder Überdosierung. Hinzu kommen auf beiden Seiten des Gürtels
Beschwerden über offenen Drogenkonsum, gebrauchte Spritzen,
Verschmutzungen und blockierte Hauseingänge. „Diese Zahlen lassen
keinen Raum mehr für Beschwichtigungen. Rund um den Jedmayer und die
U6-Station hat sich der Drogenhotspot Nummer eins in Wien verfestigt.
Ein einzelnes Grätzel kann nicht dauerhaft die Hauptlast der
Drogenproblematik einer Zwei-Millionen-Stadt tragen“, so Hammerer und
Ofner.
Neben der Videoüberwachung, die in beiden Bezirken gefordert
wird, drängt die ÖVP daher auf weitere konkrete Schritte.
Gleichzeitig brauche es auf Wiener Ebene eine stärkere Verteilung der
Suchthilfe und eine wohnortnähere Organisation der
Substitutionsbehandlung.
„Polizei, Wiener Linien und die beiden Bezirke setzen Maßnahmen
und reagieren auf die Probleme vor Ort. Aber zusätzliche
Sicherheitskräfte, Reinigung und Videoüberwachung können letztlich
nur die Auswirkungen eindämmen. SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker
und SPÖ-Drogenkoordinator Ewald Lochner müssen endlich dort ansetzen,
wo sie selbst Verantwortung tragen: bei den Strukturen der Wiener
Suchtpolitik und der massiven Konzentration rund um den Jedmayer“,
kritisieren Hammerer und Ofner.
Für die beiden Obleute sind die Beschlüsse deshalb auch ein
klarer Auftrag an die SPÖ-Neos-Stadtregierung: „Mariahilf und
Rudolfsheim-Fünfhaus ziehen an einem Strang und erhöhen gemeinsam den
Druck. Wir wollen funktionierende Hilfe für Suchtkranke, aber diese
Verantwortung muss auf ganz Wien verteilt werden. Hacker und Lochner
können nicht weiter erklären, warum Veränderungen angeblich nicht
möglich sind, während zwei Bezirke die Folgen ihrer Politik tragen.
Die Bezirke haben gehandelt. Jetzt müssen endlich auch die SPÖ-
Verantwortlichen der Wiener Suchtpolitik handeln und für eine
spürbare Entlastung rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße
sorgen“, so Hammerer und Ofner abschließend.