Staatssekretär Pröll lud zum Rosch-Haschana-Empfang ins Bundeskanzleramt

Wien (OTS) – Anlässlich des jüdischen Neujahrs 5787 hat der für die
Bekämpfung von
Antisemitismus zuständige Staatssekretär Alexander Pröll am
Donnerstag zum traditionellen Rosch-Haschana-Empfang in das
Bundeskanzleramt geladen. Vertreterinnen und Vertreter jüdischen
Lebens in Österreich sowie Gäste aus Politik, Religion, Gesellschaft
und Diplomatie kamen zusammen, um das neue jüdische Jahr zu begehen
und miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Rosch Haschana steht für Neubeginn, Zuversicht und den Blick auf
das kommende Jahr. Ich wünsche allen Jüdinnen und Juden in Österreich
ein gutes, friedliches und süßes neues Jahr. Jüdisches Leben gehört
selbstverständlich zu Österreich. Es soll hier sicher, sichtbar und
mit Zuversicht gelebt werden können. Dafür trägt der Staat
Verantwortung – und dafür müssen wir jeden Tag eintreten“, so
Staatssekretär Alexander Pröll.

Der Empfang im Bundeskanzleramt hat sich in den vergangenen
Jahren zu einem festen Zeichen der Verbundenheit mit dem jüdischen
Leben in Österreich entwickelt. Im Mittelpunkt stehen Begegnung und
Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der jüdischen
Gemeinschaft.

„In stürmischen Zeiten hat das Jahr 5787 ausgesprochen positiv
begonnen – mit der Wiedereröffnung des 200 Jahre alten Stadttempels.
Möglich war das, weil die Stadt Wien und die Bundesrepublik
Österreich je ein Drittel der Kosten übernommen haben. Vielen Dank“,
sagte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde
Wien.

Angesichts des anhaltend hohen Niveaus antisemitischer Vorfälle
bleibt zugleich der entschlossene Kampf gegen Antisemitismus eine
zentrale Aufgabe der Bundesregierung. Mit der Nationalen Strategie
gegen Antisemitismus 2.0 hat Österreich seine Maßnahmen in diesem
Bereich weiter ausgebaut. Die Strategie umfasst 49 Maßnahmen bis 2030
und verbindet Prävention und Bildung, den Schutz jüdischen Lebens
sowie die Bekämpfung von Antisemitismus im digitalen und öffentlichen
Raum.

Deutsch führte aus, dass Rosch Haschana zur Umkehr einlade: „Das
gilt für alle. Wenn Israel dämonisiert wird, landet das irgendwann
bei uns: in Schulen, auf der Straße, online, vor unseren
Einrichtungen werden Juden und Jüdinnen angefeindet, weil andere über
Israel Unwahrheiten verbreiten. Auch für politische Parteien, deren
Nähe zum Nationalsozialismus nicht mit der Gründung endete, gibt es
die Möglichkeit zur Umkehr. Sie beginnt mit einem aufrichtigen Umgang
mit der eigenen Geschichte und mit der Verantwortung, die daraus
folgt – und nicht mit Diffamierungen der jüdischen Gemeinde in
Österreich.“

„Unser Ziel darf sich nicht darin erschöpfen, jüdisches Leben vor
Antisemitismus zu schützen. Wir wollen ein Österreich, in dem
Jüdinnen und Juden ihre Religion, ihre Kultur und ihre Traditionen
selbstverständlich und offen leben können. Ein Empfang wie dieser ist
deshalb auch ein Zeichen dafür, was wir bewahren und stärken wollen:
lebendiges jüdisches Leben mitten in unserer Gesellschaft“, so Pröll
abschließend.

Schana tova u‘metuka – ein gutes und süßes neues Jahr!