Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit: Großangelegte Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich

Wien (OTS) – Im Auftrag der Wirtschafts- und
Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA)
vollzog die Finanzpolizei des Amtes für Betrugsbekämpfung gestern 21
Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich. Die Zwangsmaßnahmen
erfolgten im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts
organisierter Schwarzarbeit im Bereich von Winterdienstleistungen.

Den Ermittlungen liegt der Verdacht zugrunde, dass die
beschuldigten Verantwortlichen eines Winterdienst-Unternehmens seit
zumindest 2017 systematisch eine Vielzahl von Arbeitskräften für
Schneeräumungen eingesetzt haben, ohne diese
sozialversicherungsrechtlich anzumelden. Zu den wichtigsten Kunden
des Unternehmens zählten vor allem öffentliche Auftraggeber,
insbesondere Gesellschaften und Hausverwaltungen, die der Stadt Wien
zuzurechnen sind.

Zur Verschleierung der organisierten Schwarzarbeit sollen die
Beschuldigten ein umfangreiches Netzwerk aus Scheinunternehmen und
Strohmännern aufgebaut haben. Durch Scheinrechnungen und
Scheinverträge wurde die (vielfache) Weitergabe von Aufträgen an
Subunternehmer lediglich vorgetäuscht. Dieses System diente
mutmaßlich dazu, Betriebsausgaben vorzutäuschen,
Sozialversicherungsbeiträge und Lohnabgaben zu hinterziehen und
gleichzeitig liquide Mittel für die Entlohnung der illegal
beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter zu beschaffen.

Der koordinierte Einsatz erfolgte unter der Leitung der WKStA und
unter Einbindung zahlreicher spezialisierter Einsatzkräfte. Neben
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Finanzpolizei des Amtes für
Betrugsbekämpfung waren IT-Spezialistinnen und IT-Spezialisten des
Bundeskriminalamtes, Hundeführer des Zollamtes Österreich mit einem
Geldsuchhund sowie Organe der Sicherheitspolizei beteiligt. Insgesamt
standen 115 Organe im Einsatz.

Im Zuge der Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel
sichergestellt bzw. beschlagnahmt. Dazu zählen Geschäftsunterlagen
und Aufzeichnungen, Laptops, Mobiltelefone sowie namhafte
Bargeldbeträge, die nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen sind.

Darüber hinaus wurden Suchtmittel und verbotene Waffen
aufgefunden. Diese wurden an die zuständigen Organe der
Sicherheitspolizei zur weiteren Bearbeitung übergeben.

Die Ermittlungen der Wirtschafts- und
Korruptionsstaatsanwaltschaft und des Amtes für Betrugsbekämpfung
dauern an. Aus Rücksicht auf das laufende Verfahren können derzeit
keine weiteren Details bekannt gegeben werden.