Hitzeschutz-Debatte: Außenliegender Sonnenschutz bleibt der unterschätzte Baustein

Graz (OTS) – Die Politik bewegt sich beim Hitzeschutz. Sie lässt
prüfen, wie sich
Klimaschutzmaßnahmen in Miet- und Eigentumswohnungen leichter
durchsetzen lassen, und Wiener Wohnen erlaubt künftig Klimaanlagen im
Gemeindebau. In der Debatte dominiert damit die aktive Kühlung. Der
Verband österreichischer Sonnenschutzfachhändler Sonne-Licht-Schatten
weist auf eine ebenso wirksame wie ressourcenschonende Maßnahme hin,
die dabei zu kurz kommt: außenliegenden Sonnenschutz. Rollläden,
Raffstores und Textilscreens verhindern, dass Hitze überhaupt ins
Gebäude gelangt – ganz ohne laufenden Stromverbrauch.

Zwtl.: 60 bis 80 Prozent weniger solare Wärmestrahlung

Der Ansatz setzt früher an als jede Kühlung: Außenliegende
Systeme fangen bis zu 60 bis 80 Prozent der solaren Wärmestrahlung
ab, bevor sie durch das Fenster in den Raum dringt. Eine Simulation
des Wiener Ingenieurbüros e7 beziffert die Wirkung konkret:
Sonnenschutzanlagen senken die maximale Raumtemperatur um bis zu 3,2
Grad und reduzieren den Kühlenergiebedarf je nach System um bis zu 71
Prozent . Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet zählt
außenliegender Sonnenschutz damit zu den effizientesten Maßnahmen für
sommerlichen Komfort.

Zwtl.: Aussenliegender Sonnenschutz spart bis zu 40% Energie

Der Nutzen beschränkt sich nicht auf den Sommer. Im Winter
reduziert außenliegender Sonnenschutz Wärmeverluste über Fenster und
Fassade und senkt so die Heizkosten. Eine europaweite Studie zeigt,
dass sich mit automatisiert gesteuertem Sonnenschutz ganzjährig bis
zu 40 Prozent Energie sparen lassen , wenn man die Heizwärme
mitrechnet. Moderne Systeme passen sich dabei automatisch an
Tageszeit, Jahreszeit und Wetter an – sie halten Wärme fern und
nutzen zugleich das Tageslicht.

„Außenliegender Sonnenschutz kommt in der aktuellen
Hitzeschutzdebatte zu kurz“, sagt Markus Szotrell, Geschäftsführer
von Sonne – Licht – Schatten. „Dabei ist er eine der wirksamsten
Maßnahmen, um Gebäude gar nicht erst aufheizen zu lassen: leistbar,
langlebig und ohne laufende Betriebskosten.“

Ein oft genannter Einwand betrifft die Fassadenoptik. Hier bietet
moderne Sonnenschutztechnik inzwischen Lösungen für jede Bauepoche –
Gestaltung und Funktion schließen sich nicht aus.

Zwtl.: Förderungen für Sonnenschutzmaßnahmen

In der Praxis stoßen Bauherren und Eigentümer dennoch auf Hürden:
Zustimmungspflichten in Eigentümergemeinschaften, unklare
Genehmigungsverfahren und restriktive Auflagen in Schutzzonen
erschweren die Umsetzung. Gerade in dicht verbauten Städten ist das
auch eine soziale Frage, denn nicht jeder Haushalt kann sich
dauerhafte Betriebskosten für aktive Kühlung leisten. Dass etwa die
Stadt Wien außenliegenden Sonnenschutz mit bis zu 50 Prozent fördert
, reine Klimageräte über die Bundesförderung dagegen nicht, zeigt:
Die passive Lösung ist auch förderpolitisch die naheliegende.

Der Verband lädt Politik, Planende und Bauträger ein,
außenliegenden Sonnenschutz stärker zu berücksichtigen : als
privilegierte Maßnahme im Wohnrecht, mit vereinfachten
Zustimmungsregeln, klaren Genehmigungswegen und gezielten
Förderungen.

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