Zero Emissions Award: Forschungsprojekte für eine emissionsfreie Zukunft mit 765.000 Euro prämiert

Wien, 16.06.2026 (OTS) – Österreichs höchstdotierte privat gestiftete
Förderung für
klimarelevante Grundlagenforschung geht in die dritte Runde: Die
alpha+ Stiftung des Wissenschaftsfonds FWF zeichnet Lavinia
Saltarelli (künftig ISTA) und Emmanuel Oluwasogo (Fachhochschule
Kärnten) für ihre innovativen Forschungsideen mit einem Zero
Emissions Award aus.

Mit den Zero Emissions Awards fördert die alpha+ Stiftung
jährlich herausragende Projekte der Grundlagenforschung, die neue
Perspektiven für eine klimaneutrale Zukunft eröffnen. Ausgezeichnet
werden Forschungsvorhaben, die wissenschaftliche Exzellenz mit
technologischer Innovationskraft verbinden und deren Erkenntnisse
langfristig einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz
leisten können. Nun stehen die geförderten Projekte der dritten
Vergaberunde fest: Chemikerin Lavinia Saltarelli, die ab Juli 2026 am
Institute of Science and Technology Austria (ISTA) forschen wird,
erhält eine Förderung in der Höhe von rund 385.000 Euro für die
Erforschung nachhaltiger Batterietechnologien. Der Energieforscher
Emmanuel Oluwasogo von der Fachhochschule Kärnten erhält rund 381.200
Euro für die Entwicklung effizienterer Technologien zur Integration
erneuerbarer Energien ins Stromnetz. Die beiden Förderungen basieren
auf einer Spende des US-Unternehmers Patrick S. Dumont an die alpha+
Stiftung des Wissenschaftsfonds FWF. Darüber hinaus werden aus dieser
Ausschreibung zwei weitere Forschungsprojekte vom FWF finanziert:
Palanivel Molaiyan von der Universität Wien mit dem Projekt
„Neuartige halogenide Feststoffelektrolyte für Festkörperbatterien“
und Stephan Pollitt von der Technischen Universität Wien mit dem
Projekt „Spektroskopische Analyse der Glycerindeoxygenierung“.

„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie Forschung dazu
beitragen kann, die großen Herausforderungen der Energiewende zu
bewältigen. Ob nachhaltige Batterien oder intelligente
Energietechnologien – beide Vorhaben eröffnen neue Perspektiven für
eine klimafreundliche Energieversorgung. Mit den Zero Emissions
Awards unterstützen wir Forscher:innen aus ganz Österreich, die mit
ihren Ideen den Grundstein für die Innovationen von morgen legen“, so
Sabine Seidler, Vorstandsvorsitzende der alpha+ Stiftung.

„Der Zero Emissions Award hat sich mittlerweile als attraktive
Fördermöglichkeit für klimarelevante Grundlagenforschung etabliert.
Dass die Auszeichnung bereits in die dritte Runde geht und das
Interesse von Forschenden kontinuierlich wächst, zeigt den Bedarf an
gezielter Unterstützung für innovative Ideen im Bereich der
Energiewende. Unser Dank gilt Patrick Dumont, dessen
philanthropisches Engagement diese Förderung erneut ermöglicht und
damit wichtige Impulse für Wissenschaft und Gesellschaft setzt“, so
Ursula Jakubek, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der alpha+
Stiftung und kaufmännische Vizepräsidentin des FWF.

„Österreich überrascht mich immer wieder mit der Qualität und
Tiefe seiner Wissenschaftsgemeinschaft – und nirgendwo wird dies
deutlicher als in der sich rasch entwickelnden Welt der erneuerbaren
Energien und der Batterietechnologie. Dass der Zero Emissions Award
bereits zum dritten Mal verliehen wird, fühlt sich wie ein
Meilenstein an und ist ein Beweis dafür, dass die Dynamik zunimmt.
Die heuer ausgezeichneten Projekte sind keine kleinen Schritte – sie
sind große Sprünge nach vorne. Ich bin dem Österreichischen
Wissenschaftsfonds zutiefst dankbar dafür, dass er diese Talente
fördert, und ich gratuliere allen Ausgezeichneten ganz herzlich“,
sagt Patrick S. Dumont.

Zwtl.: Nachhaltige Batterien für die Energieversorgung von morgen

Um erneuerbare Energien wie Sonnen- und Windkraft besser nutzen
zu können, werden leistungsfähige und nachhaltige Energiespeicher
benötigt. Die heutigen Lithium-Ionen-Batterien sind jedoch auf
Materialien angewiesen, die selten und teuer sind und oft unter
problematischen Bedingungen gewonnen werden. Lithium-Schwefel-
Batterien bieten eine vielversprechende Alternative: Sie speichern
mehr Energie und nutzen Schwefel, einen Stoff, der kostengünstig und
weitverbreitet ist.

Obwohl die Technologie grundsätzlich bekannt ist, sind die
chemischen Prozesse im Inneren von Lithium-Schwefel-Batterien noch
nicht vollständig verstanden. Insbesondere ist bislang unklar, welche
Zwischenverbindungen während des Lade- und Entladevorgangs entstehen,
wie sie sich verändern und welchen Einfluss sie auf die
Leistungsfähigkeit der Batterie haben. Die Forschungsarbeit von
Lavinia Saltarelli setzt genau an dieser Wissenslücke an.

Mithilfe modernster Mikroskopie- und Datenanalysemethoden werden
die chemischen Reaktionen in Lithium-Schwefel-Batterien erstmals in
Echtzeit untersucht. Ziel ist es, präzise nachzuvollziehen, wann
bestimmte Verbindungen entstehen und wie sie sich während des
Betriebs verändern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu
beitragen, effizientere Batterien zu entwickeln, die mit weniger
inaktiven Materialien auskommen. Langfristig könnten Lithium-Schwefel
-Batterien dadurch langlebiger und besser geeignet für den
praktischen Einsatz werden.

„Die Ergebnisse dieses Projekts sollen zu kostengünstigeren,
sichereren und langlebigeren Lithium-Schwefel-Batterien führen, die
die heutige Lithium-Ionen-Technologie übertreffen und durch
umweltfreundlichere Energiespeichersysteme den Weg zum Ziel der
Emissionsfreiheit beschleunigen könnten“, erklärt Lavinia Saltarelli,
die derzeit an der Aalto Universität in Finnland forscht und am 1.
Juli ihre Forschungsarbeit am Institute of Science and Technology
Austria (ISTA) aufnehmen wird.

Zwtl.: Intelligentere Stromnetze für eine klimaneutrale Zukunft

Mit der zunehmenden Verbreitung von Solaranlagen,
Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen rücken technische
Herausforderungen wie wetterbedingte Schwankungen im Stromnetz oder
unterschiedliche Ladestandards mit stark variierenden
Spannungsniveaus in den Fokus. Herkömmliche Umrichtertechnologien
stoßen dabei hinsichtlich Effizienz und Flexibilität zunehmend an
ihre Grenzen.

Die Forschungsarbeit von Emmanuel Oluwasogo widmet sich dieser
Herausforderung mit dem Konzept des „Topological Morphing“ (
topologischen Wandels). Dieser neuartige Ansatz ermöglicht es, die
interne Schaltungsstruktur eines Umrichters dynamisch an
unterschiedliche Spannungsanforderungen anzupassen. Dadurch kann ein
einzelnes Gerät Aufgaben übernehmen, für die bislang mehrere
spezialisierte und in Serie geschaltete Umrichter erforderlich waren.
Solche mehrstufigen Systeme könnten künftig vollständig ersetzt
werden. Im Rahmen seines Projekts wird Oluwasogo neue
Umrichterkonzepte entwickeln, untersuchen und validieren, wobei ein
besonderer Fokus auf hoher Energieeffizienz und kompakter Bauweise
liegt.

Die Forschungsergebnisse könnten die Leistungsfähigkeit und
Sicherheit von erneuerbaren Energiesystemen sowie Ladeinfrastrukturen
für Elektrofahrzeuge deutlich verbessern – und damit einen wichtigen
Beitrag zur nachhaltigen Elektrifizierung leisten.

„Mein Ziel ist es, neuartige Umrichterarchitekturen zu
entwickeln, die erneuerbare Energiequellen nahtlos integrieren und
gleichzeitig über ein breites Spektrum von Betriebsbedingungen hinweg
eine hohe Leistungsfähigkeit gewährleisten. Das erwartete Ergebnis
ist eine neue Klasse robuster und anpassungsfähiger Lösungen, die
einen Beitrag zu den weltweiten Dekarbonisierungsbemühungen leisten
können“, erklärt Emmanuel Oluwasogo von der Fachhochschule Kärnten.

Zwtl.: Nächste Ausschreibungsrunde: Einreichungen für den Zero
Emissions Award 2027

Forschende von Universitäten und außeruniversitären
Forschungsstätten können laufend klimarelevante Projekte einreichen,
die sich mit einem der folgenden drei Bereiche auseinandersetzen:

– Grundlagenforschung aus allen wissenschaftlichen Disziplinen, um
Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien und Energiewende
anzustoßen, oder

– Grundlagenforschung für Technologien, die zum Gelingen der
Energiewende beitragen, oder

– Grundlagenforschung im Bereich der Verhaltensforschung zum Einsatz
erneuerbarer Energien.

Zwtl.: Über die alpha+ Gemeinnützige Stiftung des Wissenschaftsfonds
FWF

Als erster öffentlich finanzierter Forschungsförderer in Europa
gründete der FWF mit der alpha+ Stiftung eine gemeinnützige Stiftung,
um mit Philanthropie Österreichs Forschenden mehr Möglichkeiten in
der Grundlagenforschung zu eröffnen. Ziel ist es, neue
Forschungspreise entlang der UN Sustainable Development Goals zu
etablieren und die wissenschaftlichen Karrieren hochtalentierter
Nachwuchsforscher:innen zu fördern. Derzeit werden über den FWF
Forschungsprojekte im Ausmaß von 2,5 Millionen Euro pro Jahr durch
private Zuwendungen finanziert.

Zwtl.: Möchten Sie ein neues Kapitel österreichischer
Forschungsgeschichte aufschlagen?

Nicht nur Großspenden, sondern auch kleinere Zuwendungen können
viel bewirken. Kontaktieren Sie uns für ein erstes Gespräch. Wir
freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und Ihnen alle
Umsetzungsmöglichkeiten vorstellen zu können.

Weitere Informationen

– alpha+ Stiftung

– Zero Emissions Award – Programmseite