Wien (OTS) – Am Wochenende geht die Wahl um einen neuen Präsidenten
in die zweite
Runde. Der erste Durchgang endete mit einem Kopf-an-Kopf Rennen
zwischen dem amtierenden Präsidenten Lula da Silva und dem
Rechtspopulisten Flávio Bolsonaro. SPÖ-Europaabgeordnete und
Vorsitzende der Mercosur-Delegation im Europäischen Parlament, Evelyn
Regner, warnt vor einem Wahlsieg Bolsonaros: „Brasilien steht vor
einem erneuten Rechtsruck bei der Wahl am Sonntag und bereits jetzt
sind Senat und Parlament ein gutes Stück nach rechts gewandert. Eine
Wahl des rechten Kandidaten Bolsonaro würde in erster Linie eine
Verschlechterung der Lebensumstände der Menschen in Brasilien
bedeuten. Lula hingegen hat es geschafft, die Arbeitslosigkeit auf
ein Rekordtief zu senken, die Mindestlöhne zu erhöhen, die
Gesundheitsversorgung zu verbessern und die Abholzungen im Amazonas
massiv zu bremsen – auf den niedrigsten Wert seit den 80er Jahren.
Eine Wahl Lulas würde Hoffnung und eine echte Zukunftsperspektive für
das Land bedeuten, eine Wahl Bolsonaros hingegen die Fortführung der
Bolsonaro-Schreckensdynastie.“ ****
Regner sieht auch Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen der
EU und Brasilien: „Brasilien ist die größte Volkswirtschaft in
Lateinamerika und ein wichtiger Partner für die Europäische Union.
Die Zusammenarbeit mit Lula würde weiterhin Erfolge in Klimaschutz
bedeuten, die enorm relevant für das gesamte Weltklima sind.
Gleichzeitig müssen die Beziehungen zwischen der Europäischen Union
und den Mercosur Ländern der Bevölkerung zugutekommen, auch das wäre
nur mit dem amtierenden Präsidenten möglich. Ein Sieg Lulas würde die
Chance stärken, diese Partnerschaft auf Augenhöhe weiterzuentwickeln.
Schließlich war Präsident Lula maßgeblich daran beteiligt, dass die
Mercosur-Staaten und Europa enger zusammengewachsen sind. Er ist ein
echter Verbündeter für uns Europäer:innen und Europa braucht diesen
gleichgesinnten Verbündeten derzeit mehr denn je. Somit braucht auch
die Europäische Union einen Sieg Lulas. Ein Trump-Verehrer wie
Bolsonaro würde das Verhältnis Brasiliens mit der EU hingegen
nachhaltig erschüttern.“ (Schluss) ff