„Maulkorb“ für Lehrer?

Wien (OTS) – Die Vorgangsweise der Bildungsdirektion Wien im Fall des
Lehrers und
Journalisten Thomas Walach sorgt für zunehmende Kritik. Nachdem
Walach in der Tageszeitung „Die Presse“ auf gravierende Integrations-
und Sprachprobleme an Wiener Schulen hingewiesen hatte, wurde ihm von
dieser nun untersagt, sich ohne vorherige Genehmigung öffentlich zu
äußern.

Für ÖAAB-AHS-Obmann Matthias Hofer ist das inakzeptabel: „Hier
wird ein Maulkorb verhängt, statt Probleme ernsthaft anzugehen. Wer
Missstände anspricht, wird mundtot gemacht – das ist ein völlig
falsches Signal.“

Hofer übt auch Kritik an den sowohl in Wien als auch im Bund
verantwortlichen NEOS: „Ausgerechnet unter liberaler Verantwortung
wird kritischen Lehrern die Stimme abgeschnitten. Das ist ein
eklatanter Widerspruch zu jeder Form von Offenheit und
Meinungsfreiheit. Wer sich Freiheit auf die Fahnen schreibt, darf
interne Kritik nicht unterdrücken.“

Der ÖAAB-AHS fordert:
· die sofortige Rücknahme der Weisung,
· eine klare Garantie der freien Meinungsäußerung für Lehrer,
· sowie eine öffentliche Entschuldigung der Bildungsdirektion Wien.

„Der Fall zeigt ein grundlegendes Problem: Statt Transparenz und
ehrlicher Debatte herrscht Einschüchterung. So geht man in einem
modernen Bildungssystem nicht mit Kritik um“, stellt Hofer klar und
fordert Konsequenzen: „Bildungsminister Wiederkehr muss jetzt
eingreifen und dieses Vorgehen stoppen. Lehrer brauchen Rückhalt –
keinen Maulkorb.“