Hohe Preise für Nahrung, langfristige Schäden für Kinder durch Mangelernährung

Wien (OTS) – Weltweit kann sich jeder dritte Mensch keine gesunde
Ernährung
leisten. Kinder sind besonders stark betroffen: 2025 waren 35,5
Millionen Kinder akut mangelernährt. Darauf macht World Vision mit
einem aktuellen Bericht aufmerksam. Bereits zum fünften Mal hat die
international tätige Hilfsorganisation anhand eines Warenkorbs
erhoben, wie lange Menschen für Nahrungsmittel arbeiten müssen.
Während im reichen Norden eine Arbeitsstunde ausreicht, um den
Warenkorb zu bezahlen, benötigen Menschen in ärmeren Ländern das
Einkommen von Tagen und Wochen.

Beschäftigte in Ländern mit hohem Einkommen wie Irland, den USA
oder Großbritannien müssen nur etwas mehr als eine Stunde arbeiten,
um sich die grundlegendsten Nahrungsmittel leisten zu können. Dagegen
entspricht der Preis des Warenkorbs in der Zentralafrikanischen
Republik dem Einkommen von nahezu 30 Arbeitstagen.

Laut dem FAO-Bericht „The State of Food Security and Nutrition in
the World (SOFI) 2026“ ist der weltweite Hunger zwar das dritte Jahr
in Folge zurückgegangen. Die Fortschritte sind jedoch ungleich
verteilt. Rund einem Drittel der Weltbevölkerung fehlt weiterhin das
Geld für eine gesunde Ernährung. Die Ergebnisse von World Vision, die
in 62 Ländern erhoben wurden, zeigen, wie steigende Preise Familien
zunehmend unter Druck setzen: Sie können sich weniger Nahrungsmittel
leisten, müssen auf billigere und nährstoffärmere Alternativen
ausweichen, zum Teil sogar Schulden aufnehmen, Eigentum verkaufen
oder hungern.

Für Kinder können die Folgen unmittelbar und langfristig sein:
Schätzungen zufolge waren 2025 weltweit 35,5 Millionen Kinder akut
mangelernährt, darunter knapp zehn Millionen mit schwerer akuter
Mangelernährung. Diese kann die körperliche und geistige Entwicklung
beeinträchtigen, das Immunsystem schwächen und das Sterberisiko
erhöhen. Die Auswirkungen können Kinder während ihrer gesamten
Kindheit und bis ins Erwachsenenalter begleiten und lassen sich nicht
immer vollständig rückgängig machen.

Konflikte, Vertreibung, Wirtschaftskrisen und der Klimawandel
verschärfen die Situation zusätzlich. Sie gefährden die
Lebensgrundlagen von Familien, beeinträchtigen Märkte und
Lieferketten und erschweren den Zugang zu nährstoffreicher Nahrung.
In 33 von 47 vergleichbaren Ländern stiegen die Kosten für den
standardisierten Warenkorb, während sie in 14 Ländern sanken. Der
durchschnittliche Preisanstieg fiel dabei deutlich höher aus als der
durchschnittliche Rückgang.