„Green Jobs“ in der Abfallwirtschaft: Kommunale Entsorger als Hoffnungsmarkt der heimischen Wirtschaft

Wien (OTS) – Ein großer Zuwachs an Arbeitsplätzen sei in den nächsten
Dekaden
möglich, wenn es um die kommunale Abfallwirtschaft geht: Dessen ist
sich Alexandra Loidl, Präsidentin der VÖA – Vereinigung öffentlicher
Abfallwirtschaftsbetriebe, sicher. Der gesamte Sektor darf auf Basis
der Eckdaten als Wachstumsinsel in der krisengeschüttelten heimischen
Wirtschaft betrachtet werden. www.voea.org

Über eine Milliarde Euro an Jahresumsatz, mehr als 6.000
Arbeitsplätze und gut 4,4 Millionen Tonnen an bewegten
Abfallmaterialien: Wenn man die Zahlen sieht, mit denen die kommunale
Abfallwirtschaft aufwartet, möchte man unweigerlich den Vergleich zu
einem börsennotierten Konzern ziehen. Tatsächlich handelt es sich um
die eindrucksvollen Eckdaten der 39 kommunalen Mitgliedsbetriebe aus
ganz Österreich, die unter dem Dach der VÖA – Vereinigung
öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe versammelt sind.

„Die Gemeinde ist gegenüber den Bürger:innen in der
Verantwortung, die Abfallsammlung und Abfallentsorgung zu
organisieren und entsprechende Infrastrukturen bereitzustellen“,
betont VÖA-Präsidentin Alexandra Loidl die Bedeutung der Betriebe,
die sie mit der VÖA vertritt. Eine der größten Herausforderungen im
Bereich der öffentlichen Abfallwirtschaft ist es demnach, klar zu
kommunizieren und „die Menschen nicht zu verwirren“, so Loidl . „Es
braucht klare Informationen, denn die Bürger:innen sind der
wichtigste Partner für die Trennung und die darauf basierende weitere
Verwertbarkeit von Abfällen.“

Zwtl.: Zukunftssicherung im Sinne von Klimaschutz und „Future Waste“

Um die Informationsarbeit und die Kommunikationswege zu bündeln
und auf höchstem Niveau zu halten, ist es ein zentrales Anliegen der
VÖA, ihre Mitglieder zu vernetzen und Innovationen voranzutreiben.
Dabei bleibt stets die Vertiefung der überregionalen Zusammenarbeit
im Blick, sowie die Stärkung der modernen Kreislaufwirtschaft in
Österreich. Über all dem stehen die Sicherung der Daseinsvorsorge als
grundlegende Dienstleistung für die Bevölkerung, sowie natürlich der
Umwelt- und Klimaschutz.

Neben den großen Rahmenbedingungen, die sich für die
Abfallwirtschaftsbetriebe stark verändern – wie etwa das Klima, die
geopolitische Situation oder auch die nationale Budgetkonsolidierung
–, gibt es weitere Druckpunkte, die gerade auf die Branche einwirken:
Neue EU-Regeln für Lieferketten, Energieversorgung und -kosten,
bürokratische Veränderungen sowie ganz wesentliche Handlungsfelder
wie die Dekarbonisierung, die Kreislaufwirtschaft, „Future Waste“ und
neue Schadstoffe wie etwa Mikroplastik oder die sogenannten
„Ewigkeitschemikalien“ PFAS.

Zwtl.: Vorbild im Bereich der Elektromobilität

Gerade das Thema „Future Waste“ verlangt dabei einen besonders
intensiven Blick nach vorne: Dabei geht es nämlich um Abfälle aus
neuartigen Quellen und Produkten, deren Bedeutung steigt, wenngleich
die Entsorgung erst zu einem späteren Zeitpunkt in tatsächlich großem
Maße anfallen wird. Ganz stark spielt hier auch die Elektromobilität
hinein, die für die VÖA und ihre Mitglieder in zweifacher Hinsicht
eine bedeutende Rolle spielt.

Einerseits, weil sie gewisse Gefahren für die Abfallwirtschaft
birgt: „Die Brandfälle in Abfallsammelstellen nehmen dramatisch zu“,
führt VÖA-Geschäftsführer Ferdinand Koch an. Grund ist das starke
Wachstum von batterie- und akkubetriebenen Geräten, deren
Energieträger oft falsch entsorgt werden – ob unbewusst oder
strategisch. „Es wird entsprechend versucht, Batterien und Akkus aus
dem Restmüll zu bekommen, wofür wir intensiv in Richtung der
Verbraucher:innen kommunizieren und informieren.“

Andererseits, weil die kommunale Abfallwirtschaft auch selbst
Vorbild sein will und es mit der Dekarbonisierung besonders ernst
meint: Gut 260 Millionen Euro an VÖA-Rahmenvereinbarungen stehen zur
Verfügung bzw. sind teilweise abgerufen, um die
Mitgliedsorganisationen mit elektrisch betriebenen Arbeitsfahrzeugen
zu versorgen.

Zwtl.: Starkes Wachstum bei den „Green Jobs“ der Abfallwirtschaft

In der nahen Zukunft würden Altstoffsammelzentren und
Ressourcenparks an Bedeutung gewinnen, für die sich Gemeinden auch
überregional zusammentun. Dabei liegt ein starker Fokus auf neuen
Sammelkategorien wie Kaffeekapseln, Gipskartonabfällen oder
Mineralfaserplatten. Auch personell wird der Sektor stark wachsen.
Loidl stellt einen Stellenzuwachs im Bereich von zehn Prozent über
die kommende Dekade in Aussicht. „Unser Tätigkeitsfeld wird immer
breiter, und als tatsächlicher Teil der so genannten ‚Green Jobs‘
konnten wir auch das Image der tendenziell ‚schmutzigen‘ Arbeit
weitgehend ablegen.“

Dazu ergänzend Koch : „Immer wichtiger wird die Schnittstelle der
Abfallwirtschaft zu den herstellenden Industrien, um nachhaltige
Produktion und Kreislaufwirtschaft vom Beginn an zu installieren. Das
wird sich jedenfalls auch im Personalbedarf und in der
Personalqualifikation abbilden.“