Würzburg (OTS) – Die ökologische Krise und die digitale
Transformation gehören zu den
prägenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Künstliche
Intelligenz (KI) bietet enormes Potenzial für mehr Transparenz,
schnelleren Wissenstransfer, bessere Kooperation und größere
Selbstwirksamkeit. Sie kann Menschen dabei unterstützen,
Informationen zu verstehen, komplexe Zusammenhänge zu erkennen,
gemeinsam Lösungen zu entwickeln und eigene Handlungsmöglichkeiten
bewusster wahrzunehmen.
Gleichzeitig sind die Entwicklung und Nutzung von KI mit Risiken
verbunden. Dazu zählen ein steigender Ressourcenverbrauch, Fragen des
Datenschutzes und der Datensicherheit, mögliche psychische
Beeinträchtigungen, Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie wachsende
Abhängigkeiten von wenigen globalen Technologieanbietern.
Vor diesem Hintergrund hat der gemeinnützige Verein
Bergwaldprojekt e.V. mit einem internationalen Team von KI-Expert*
innen im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
geförderten Projekts die Plattform aim2balance.ai entwickelt. Ziel
der Plattform ist es, die ökologischen und sozialen Auswirkungen der
Nutzung von KI sichtbar zu machen, transparent zu bilanzieren und mit
konkreten Maßnahmen zur Stärkung ökologischer und gesellschaftlicher
Resilienz zu verbinden.
aim2balance.ai verbindet die Chancen der digitalen Transformation
mit Verantwortung für natürliche Lebensgrundlagen und
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nutzer*innen erhalten Zugang zu
modernen KI-Werkzeugen und leisten gleichzeitig einen
nachvollziehbaren Beitrag zur Finanzierung von Maßnahmen zur
Wiederherstellung und Stabilisierung von Wäldern, Mooren und weiteren
Ökosystemen in Deutschland.
Was ist aim2balance.ai?
aim2balance.ai ist eine KI-Plattform für Menschen und
Organisationen, die die Chancen künstlicher Intelligenz nutzen
möchten, ohne deren ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen zu
ignorieren. Die Plattform verbindet moderne KI-Anwendungen mit
Transparenz, Datensicherheit und einem konkreten Beitrag zur
Wiederherstellung natürlicher Lebensgrundlagen.
Zu den zentralen Merkmalen von aim2balance.ai gehören:
Datensicherheit und faire Kosten:
1. Europäische Datenhaltung: Daten werden verschlüsselt verarbeitet
und verbleiben auf europäischen Servern. Sie werden nicht zum
Training der eingesetzten Modelle verwendet. Vertrauliche
Informationen bleiben geschützt und unterliegen den europäischen
Datenschutzstandards.
2. Digitale Souveränität: Die Plattform nutzt Open-Source-
Technologien und reduziert dadurch Abhängigkeiten von einzelnen
globalen Technologiekonzernen.
3. Faire und transparente Kostenstruktur: Die Abrechnung erfolgt
nutzungsbasiert und nachvollziehbar.
Integration ökologischer Kosten:
1. Ressourcenschonende KI-Modelle: aim2balance.ai setzt bevorzugt auf
Open-Source-Sprachmodelle, die einen relativ günstigen Energie- und
Wasserverbrauch aufweisen. Die Plattform arbeitet mit europäischen
Hosting- und KI-Modellanbietern zusammen, die momentan zu 50 %
erneuerbare Energien nutzen, wobei bis Ende des Jahres eine Quote von
100 % erreicht werden soll.
2. Transparenz über den Ressourcenverbrauch: Nutzer*innen erhalten
Informationen über den mit ihrer KI-Nutzung verbundenen Energie- und
Wasserverbrauch.
3. Ökologische und gesellschaftliche Balance: 2,5% der Nutzungserlöse
fließen in Maßnahmen zur Wiederherstellung und Stabilisierung von
Wäldern, Mooren und weiteren Ökosystemen in Deutschland. Die Wirkung
wird transparent anhand realer Projektkosten und konkreter
Flächeneinheiten ausgewiesen, die durch das Bergwaldprojekt gemeinsam
mit Freiwilligen bearbeitet werden.
Bewusste KI-Nutzung:
Die Plattform berechnet und stellt Auswirkungen des eigenen
digitalen Nutzungsverhaltens dar und bietet damit die Möglichkeit zur
Reflexion.
Die Plattform ist ab sofort für einen begrenzten Nutzer*
innenkreis von maximal 10.000 Nutzer*innen verfügbar. Interessierte
können sich unter https://platform.aim2balance.ai/login registrieren
und die Plattform kostenlos testen.
„Wir erleben derzeit, wie ökologische Krise, gesellschaftliche
Polarisierung und digitale Transformation gleichzeitig an Dynamik
gewinnen. Wir sind überzeugt, dass diese Herausforderungen nicht
isoliert betrachtet werden können. Mit aim2balance.ai verknüpfen wir
die Chancen künstlicher Intelligenz mit Transparenz, digitaler
Souveränität und konkretem Engagement für die Wiederherstellung
unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Die digitale Transformation
braucht ökologische und gesellschaftliche Verantwortung – und genau
dafür schaffen wir ein praktisches Angebot“, erklärt Stephen Wehner,
Geschäftsführer des Bergwaldprojekts.
Bergwaldprojekt e.V.
Das Bergwaldprojekt organisiert seit mehr als 35 Jahren
Freiwilligeneinsätze im Wald, Moor und in Offenlandschaften. 2026
bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland ca. 5.000
Freiwillige in die Natur. Dazu finden mehr als 170 Projektwochen an
gut 90 verschiedenen Standorten in allen Regionen Deutschlands statt.
Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der
Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den beteiligten
Freiwilligen die Bedeutung und Bedrohung der natürlichen
Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere
Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger zu gestalten.
Das Bergwaldprojekt ist vom Bundesamt für Naturschutz als UN-
Dekade-Projekt Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at