Kreislaufwirtschaft – Neue Rohstoffe aus alten Textilien

St. Pölten (OTS) – Seit Juli 2026 dürfen große Unternehmen in der
Europäischen Union
neue, unverkaufte Kleidung und Schuhe nicht mehr vernichten.
Stattdessen müssen die Produkte wiederverwendet, gespendet oder
recycelt werden. Damit wächst der Bedarf an Technologien, die textile
Abfälle verwerten und hochwertige Rohstoffe zurückgewinnen. Einen
wichtigen Beitrag dazu leistet das Josef Ressel Zentrum ReSTex der
Fachhochschule Wiener Neustadt am Campus Tulln. Dort erforschen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie aus ausgedienten
Textilien neue Wertstoffe für eine funktionierende
Kreislaufwirtschaft entstehen können.

Bei ihrem Betriebsbesuch betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-
Leitner: „Aus Altem Neues machen und wertvolle Rohstoffe
wiederverwenden – genau darum geht es bei einer funktionierenden
Kreislaufwirtschaft. Das schont Ressourcen und schafft gleichzeitig
neue Chancen für unsere Wirtschaft. Mit der Forschungsarbeit am Josef
Ressel Zentrum in Tulln zeigen wir einmal mehr, dass in
Niederösterreich an Lösungen gearbeitet wird, die Wirtschaft und
Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Damit stärken wir unseren
Standort und sichern Arbeitsplätze und Wohlstand in unserem Land.“

Weltweit werden jedes Jahr schätzungsweise hundert Milliarden
Kleidungsstücke produziert, während bislang nur ein geringer Teil der
Textilien tatsächlich recycelt wird. Am Josef Ressel Zentrum ReSTex
entwickeln Forschende deshalb innovative Verfahren, um Mischtextilien
aus Baumwolle und Polyester zu trennen und die enthaltenen Rohstoffe
für neue Produkte nutzbar zu machen. „Nach rund zweieinhalb Jahren
Forschungsarbeit bereitet der Leiter des Zentrums, Christian
Schimper, den Aufbau einer Pilotanlage vor, in der die entwickelten
Verfahren unter halbindustriellen Bedingungen getestet werden
sollen“, erläutert Birgit Herbinger, Standortleiterin der
Fachhochschule Wiener Neustadt am Campus Tulln.

ReSTex hat sich aus dem Projekt des ecoplus Kunststoff-Cluster
entwickelt und ist in das Netzwerk am ecoplus Technopol Tulln
eingebettet. „Der ecoplus Technopol Tulln zählt zu den führenden
Forschungsstandorten im Bereich Bioökonomie, Biotechnologie und
nachhaltige Ressourcennutzung. Am Standort arbeiten
Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen eng zusammen, um
Lösungen für die großen Zukunftsfragen unserer Zeit zu entwickeln.
Derzeit sind hier rund 1.180 Personen in den Technologiefeldern
beschäftigt, davon rund 540 Forscherinnen und Forscher“, informiert
Angelika Weiler, ecoplus Geschäftsfeldleiterin & Technopolmanagerin
Technopol Tulln.

Die ecoplus Technopole bilden zusammen mit den Clustern und
Plattformen Niederösterreich das „Niederösterreichische
Innovationsökosystem“, ein Projekt kofinanziert von der Europäischen
Union.

Weitere Informationen: Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH,
Markus Steinmaßl, Telefon: 02742/9000-19619, E-Mail: m.steinmassl@
ecoplus.at