75 Jahre WLV-Kollektivvertrag: Sozialpartnerschaft sichert faire Arbeit und Schutz vor Naturgefahren

Südsteiermark (GBH/WLV) (OTS) – Die Wildbach- und Lawinenverbauung
(WLV) schützt Menschen und
Regionen vor Naturgefahren – 75 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit für
faire Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit. Langfristige
Finanzierung der Schutzmaßnahmen muss gesichert werden.

Seit 75 Jahren gibt es einen eigenen Kollektivvertrag für die
Arbeiterinnen und Arbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung. Dieses
besondere Jubiläum wurde am 13. Oktober im Rahmen einer
Festveranstaltung in der Südsteiermark gefeiert. Der Kollektivvertrag
gilt als Paradebeispiel gelebter Sozialpartnerschaft und zeigt, wie
durch gemeinsame Verantwortung über Jahrzehnte erfolgreiche Lösungen
für Beschäftigte und Arbeitgeber entstehen.

„Am 26.10.1951 wurde der erste WLV-Kollektivvertrag zwischen dem
Bund und der Gewerkschaft Bau-Holz abgeschlossen. Heute, 75 Jahre
danach, sind mehr als 700 hochspezialisierte Arbeiter und
Arbeiterinnen im Rahmen dieses Kollektivvertrags beschäftigt. In
diesem Dreivierteljahrhundert hat sich die Arbeit auf den Baustellen
der Wildbach- und Lawinenverbauung technisch und organisatorisch
fundamental verändert. Auch die arbeitsrechtlichen Grundlagen wurden
immer an die geänderten Anforderungen angepasst. Auf diese gelebte
Sozialpartnerschaft der WLV können wir stolz sein“, hebt
Bundesminister Norbert Totschnig hervor.

Unverzichtbarer Schutz für Menschen und Regionen

Ob Hochwasser, Muren, Steinschlag oder Lawinen: Die Wildbach- und
Lawinenverbauung leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit
Österreichs. Mit dem Bau und der Erhaltung von Schutzanlagen, der
Sicherung von Hängen und Wildbächen sowie vorbeugenden Maßnahmen
schützt sie Menschen, Häuser, Infrastruktur und ganze Ortschaften.
Besonders im ländlichen Raum ist diese Arbeit von unschätzbarem Wert.

Dahinter stehen hochqualifizierte Spezialistinnen und
Spezialisten, die täglich unter schwierigsten Bedingungen arbeiten –
oft in steilem, schwer zugänglichem Gelände und bei nahezu jedem
Wetter.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten tagtäglich
Außergewöhnliches. Sie schützen mit ihrem Fachwissen, ihrer Erfahrung
und ihrem persönlichen Einsatz Menschen und ganze Regionen vor
Naturgefahren. Dafür brauchen sie nicht nur moderne Ausrüstung,
sondern auch faire und zeitgemäße Arbeitsbedingungen. Unser
Kollektivvertrag bildet dafür seit 75 Jahren eine verlässliche
Grundlage“, betont Florian Rudolf-Miklau, Abteilungsleiter Wildbach-
und Lawinenverbauung, Schutzwaldpolitik und Waldbrandprävention.

75 Jahre erfolgreiche Sozialpartnerschaft

Der eigene Kollektivvertrag trägt seit 75 Jahren den besonderen
Anforderungen dieser anspruchsvollen Tätigkeit Rechnung. Gemeinsam
ist es Arbeitgebern und Gewerkschaft gelungen, insbesondere bei
Mobilität, Entlohnung und Flexibilität Maßstäbe zu setzen und die
Arbeitsbedingungen laufend weiterzuentwickeln.

Abg. z. NR Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft
BAU-HOLZ (GBH) unterstreicht die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: „75
Jahre WLV-Kollektivvertrag sind ein Paradebeispiel dafür, was gelebte
Sozialpartnerschaft leisten kann. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben
gemeinsam Lösungen entwickelt, die ihrer Zeit oft voraus waren.
Gerade bei Mobilität, Entlohnung und Flexibilität wurden Maßstäbe
gesetzt. Das zeigt: Wenn beide Seiten gemeinsam Verantwortung
übernehmen, profitieren die Beschäftigten, die Arbeitgeber und
letztlich ganz Österreich.“

Finanzierung langfristig sichern – Gemeinden entlasten

Angesichts zunehmender Wetterextreme und Naturgefahren gewinnt
die Arbeit der Wildbach- und Lawinenverbauung weiter an Bedeutung.
Umso wichtiger ist es, die Finanzierung notwendiger Schutzmaßnahmen
langfristig sicherzustellen.

„Der Schutz vor Naturkatastrophen darf nicht an der Finanzierung
scheitern. Gerade kleinere Gemeinden im ländlichen Raum können die
Kosten notwendiger Schutzmaßnahmen nicht alleine tragen. Deshalb ist
es wichtig, dass Bund und Länder gemeinsam Verantwortung übernehmen
und die Finanzierung unserer Schutzprojektelangfristig gemeinsam mit
den Gemeinden, Wasserverbänden und Wildbachgenossenschaften
absichern“, fordern Rudolf-Miklau und Muchitsch im Rahmen der
Veranstaltung.

75 Jahre WLV-Kollektivvertrag stehen für erfolgreiche
Sozialpartnerschaft, faire Arbeitsbedingungen und eine gemeinsame
Verantwortung: Österreich und seine Menschen bestmöglich vor
Naturgefahren zu schützen.