Zehetner: 43.300 Tickets in zehn Minuten bestätigen Dringlichkeit des eingeschlagenen Reformkurses bei PV-Förderung

Wien (OTS) – Der erwartete Ansturm auf den gestern, Donnerstag,
gestarteten
dritten PV-Fördercall 2026 bestätigt die bereits eingeleitete
Neuausrichtung der Förderung. In den ersten zehn Minuten wurden laut
Erstauswertung rund 43.300 Tickets gezogen – deutlich mehr als beim
zweiten Fördercall 2026 mit 24.900 Tickets. Nach den Erfahrungen der
vergangenen Calls war klar, dass erneut mit sehr großer Nachfrage zu
rechnen ist. Deshalb wurden nach intensiven Gesprächen mit
Vertreterinnen und Vertretern der Elektrotechniker, des
Elektrofachhandels und der PV-Austria bereits vor dem aktuellen Call
die gemeinsamen Eckpunkte für ein neues Modell ab 2027 vorgestellt.
„Dass der Andrang wieder enorm sein würde, war nach den vergangenen
Fördercalls klar. Deshalb haben wir bereits gehandelt und die
Neuausrichtung vor diesem Call auf den Weg gebracht. Die Zahlen
bestätigen unseren Kurs: Wir müssen weg vom Wettlauf um Sekunden und
hin zu einer Förderung, mit der Menschen und Betriebe planen können“,
erklärt Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Großer Andrang, stabile Abwicklung

Der Fördercall startete am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, um 17:00
Uhr. Schon nach einer Minute waren rund 19.600 Tickets gezogen, nach
fünf Minuten rund 40.800 und nach zehn Minuten rund 43.300. Die IT-
Systeme der OeMAG hielten der großen Last stand. Die hohe Zahl
gezogener Tickets ist ein Zwischenstand und noch keine Aussage über
vollständig eingereichte Anträge oder Förderzusagen. Ab heute können
Förderwerber ihre Anträge ohne vorherige Ticketziehung direkt im EAG-
Portal eingeben. Der dritte PV-Fördercall läuft bis Donnerstag, dem
22. Oktober 2026.

Trainings und Gutscheinaktionen: Förderlogik treibt groteske Blüten

Welche Auswüchse der Wettlauf um Fördermittel inzwischen genommen
hat, zeigen Rückmeldungen zu organisierten Aktionen. Berichtet wurde
von einem eigenen Training für die Teilnahme am Fördercall sowie von
einer Online-Schulung unmittelbar vor Callbeginn. Im zweiten Fall
sollen teilnehmende Personen für das Einreichen von Förderanträgen
für das Unternehmen Amazon-Gutscheine erhalten. „Es ist absurd, dass
für eine Förderung eigene Trainings und organisierte
Gutscheinaktionen aufgezogen werden. Das zeigt, welche grotesken
Blüten diese Förderlogik inzwischen treibt. Genau deshalb ändern wir
die Spielregeln: Förderungen müssen Investitionen ermöglichen und
dürfen nicht zum Wettbewerb um den schnellsten Klick werden“, so
Zehetner.

Die seit 2021 bestehende Förderlogik hat den Ausbau der Photovoltaik
begleitet. Die Erfahrungen der jüngsten Calls haben aber deutlich
gemacht, dass sie den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.
Die Neuausrichtung setzt deshalb sowohl bei der Antragstellung als
auch beim Nutzen für das gesamte Stromsystem an.

Neuausrichtung vorbereitet: Speicher statt Sekundenrennen

Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen Jahren deutlich günstiger
geworden. Damit haben sich auch die Anforderungen an die Förderung
verändert. Mit dem starken Ausbau der Sonnenenergie rückt jetzt das
Zusammenspiel von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch in den
Mittelpunkt.

Die Eckpunkte des neuen Fördermodells wurden intensiv mit der Branche
diskutiert. Ab 2027 soll die Antragstellung laufend nach
Fertigstellung mit der Schlussrechnung möglich sein – statt wie
bisher zu fixen Fördercalls, bei denen die Reihenfolge der Anträge
entscheidet. Die klassische PV-Investförderung soll einem
Speichersystembonus weichen. Im Mittelpunkt stehen neue Speicher
sowie die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen, verbunden mit
intelligentem Energiemanagement und einem Betrieb, der das
Stromsystem unterstützt. „Wir haben zugesagt, vor diesem Fördercall
eine Perspektive vorzulegen. Diese Zusage haben wir eingehalten“,
betont Zehetner.

Die konkrete Ausgestaltung und die Förderbedingungen werden derzeit
final ausgearbeitet. Parallel wird die dafür erforderliche
Gesetzesnovelle vorbereitet. Für deren Beschluss braucht es eine
Zweidrittelmehrheit im Parlament.