Grüne/Disoski: Österreich und die EU sollten Einsatz für sichere ukrainische Getreideexporte verstärken

Wien (OTS) – „Russland bombardiert ukrainische Getreidetransporte,
zerstört
landwirtschaftliche Infrastruktur und gefährdet damit die
Lebensmittelversorgung weltweit. Besonders hart trifft das
importabhängige Länder Afrikas. Aber auch Europa drohen neue
Preisschocks. Russland setzt Hunger und Lebensmittelversorgung
gezielt als Waffen ein, und die internationale Gemeinschaft darf
dabei nicht tatenlos zusehen“, erklärt Meri Disoski, Europa- und
Außenpolitiksprecherin der Grünen, anlässlich der 153. Versammlung
der Interparlamentarischen Union (IPU) im tansanischen Arusha.

Bei einer Diskussion mit dem ersten stellvertretenden
Vorsitzenden des ukrainischen Parlaments, Oleksandr Korniyenko, und
dem ukrainischen Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi wurden die
globalen Folgen des russischen Angriffskrieges deutlich. Nach Angaben
der ukrainischen Regierung können derzeit mehr als 30 Millionen
Tonnen Agrarprodukte nicht exportiert werden. Ein zugeschalteter
ukrainischer Landwirt schilderte, wie Landwirt:innen mit Helmen und
Schutzanzügen auf ihren Feldern arbeiten, um sich vor russischen
Drohnen zu schützen. Auch Lastwagen, die Getreide transportieren,
werden nach seinen Angaben gezielt angegriffen.

„Wenn ukrainisches Getreide nicht exportiert werden kann, fehlen
den Landwirt:innen die Einnahmen für die nächste Aussaat. Weniger
Aussaat bedeutet weniger Lebensmittel auf dem Weltmarkt und damit das
Risiko steigender Preise. Für Menschen in Ländern, die stark von
Lebensmittelimporten abhängig sind, kann das existenzbedrohend
werden. Russlands Krieg gegen die Ukraine wird so zu einer Bedrohung
für die Ernährungssicherheit auf mehreren Kontinenten“, betont
Disoski.

Hinzu kommen die ökologischen Folgen des Krieges: Millionen
Hektar Agrarland können wegen Minen oder der russischen Besatzung
nicht bewirtschaftet werden. Nach Schilderungen der ukrainischen
Delegation werden deshalb Wälder gerodet, um neue Anbauflächen zu
schaffen.

Disoski fordert die Bundesregierung auf, sich gemeinsam mit ihren
europäischen Partnern für sichere Exportrouten für ukrainische
Agrarprodukte einzusetzen, alternative Transportwege und die
Minenräumung zu unterstützen sowie mit betroffenen Importländern
zusammenzuarbeiten.

„Ukrainisches Getreide sichert die Ernährung vieler Menschen weit
über Europa hinaus. Russland darf nicht darüber entscheiden, ob diese
Lebensmittel bei jenen ankommen, die darauf angewiesen sind. Es
braucht mehr denn je Anstrengungen gegen den Aggressor Russland und
für eine gemeinsame europäische Lösung“, so Disoski abschließend.