Wien (OTS) – Greenpeace begrüßt, dass das heute vorgestellte
Wasserentnahme-
Register Transparenz über den massiven Wasserverbrauch der
österreichischen Industrie bringt. Gleichzeitig warnt die
Umweltschutzorganisation vor massiven Lücken: Die Werte, ab wann
große Wasserverbraucher ihre Daten ins Register eintragen müssen,
sind in den ersten Jahren viel zu hoch angesetzt. Dadurch bleibt die
gesamte Landwirtschaft von der neuen Transparenz vorerst de facto
ausgenommen. Der Vollausbau des Registers kommt mit 2032 zu spät.
Greenpeace fordert Wasserminister Norbert Totschnig auf, den Entwurf
nachzubessern sowie endlich eine nationale Wasserstrategie vorzulegen
und eine Abgabe für industrielle Großverbraucher einzuführen.
Sebastian Theissing-Matei, Wasser-Experte bei Greenpeace Österreich:
“Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Bundesregierung nun die
jahrelange Greenpeace-Forderung nach mehr Transparenz beim
großindustriellen Wasserverbrauch umsetzt. Aber das kann nur der
Anfang sein. Denn Transparenz allein hilft weder verendenden Fischen
und verdurstenden Igeln noch Gemeinden, die zeitweise das Trinkwasser
abdrehen müssen. Wasserminister Totschnig muss beim Entnahmeregister
dringend nachbessern und rasch weitere Wasserschutz-Maßnahmen
nachlegen – sonst sitzen wir künftig immer öfter auf dem Trockenen.”
Greenpeace fordert echte Wasserschutz-Maßnahmen von Minister
Totschnig
Österreich steckt mitten in einem katastrophalen Dürrejahr und
Besserung ist noch nicht in Sicht. Solche Trockenphasen wird es
künftig öfter geben, doch Österreich ist nicht gut darauf
vorbereitet. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, fordert Greenpeace,
dass Minister Totschnig die längst überfällige nationale
Wasserstrategie jetzt endlich auf den Weg bringt. Zudem muss eine
Abgabe für großindustrielle Verbraucher von Grundwasser in der Höhe
von 10 Cent pro Kubikmeter eingeführt werden. Die zweckgebundene
Einnahmen daraus könnten helfen unser Trinkwassersystem dürrefit zu
machen. Eine Greenpeace-Berechnung ( act.gp/Berechnung-Wasserabgabe )
hatte bereits im Sommer gezeigt, dass so eine Abgabe mehr als 30
Millionen Euro jährlich für den Ausbau unseres Trinkwassernetzes
einbringen würde.
Greenpeace-Berechnung zur möglichen Wasserabgabe: act.gp/Berechnung-
Wasserabgabe
Bildmaterial finden Sie unter: https://act.gp/4hUqT6C
Unter Verwendung der Credits “© Mitja Kobal / Greenpeace” stehen die
Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Inhalte auf einen Blick
– Anlass: Die Bundesregierung präsentiert das neue Wasserentnahme-
Register zur Transparenz des industriellen Wasserverbrauchs.
– Bewertung: Bundesregierung erfüllt mit Entnahmeregister Greenpeace-
Forderung nach Transparenz bei Industrie-Verbrauch; Hohe
Schwellenwerte nehmen die Landwirtschaft vorerst de facto aus.
– Hauptforderung: Vorlage einer nationalen Wasserstrategie sowie
Einführung einer Abgabe auf großindustrielle Grundwasserentnahmen.
– Adressat:in: Wasserminister Norbert Totschnig und die
Bundesregierung.
– Quelle: Greenpeace Österreich.