Wien (OTS) – Bunte Verpackungen, trendige Marken und Werbung in
sozialen Medien:
Immer mehr koffeinhaltige Produkte sprechen gezielt junge
Konsument:innen an. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat
in einem Marktcheck Produkte gefunden, mit denen empfohlene
Höchstmengen bei Kindern und Jugendlichen schnell überschritten
werden können. Während ein moderater Koffeinkonsum als unbedenklich
gilt, enthalten viele Produkte deutlich mehr Koffein, als auf den
ersten Blick erkennbar ist.
Für Kinder und Jugendliche gelten laut Europäischer Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis zu 3 mg Koffein pro Kilogramm
Körpergewicht und Tag als unbedenklich. Ein Kind mit 40 Kilogramm
sollte demnach nicht mehr als 120 mg Koffein pro Tag aufnehmen.
Zum Vergleich (Quelle: EFSA plus Eigenrecherche)
Produkt Typische Portionsgröße Koffeingehalt in mg
Vollmilchschokolade Halbe Tafel (50g) 10
Eistee 1 Glas (220ml) 14
Coca Cola 1 Dose (355 ml) 35
Matcha Tee/Matcha Latte 1 Portion mit 1,5g Matcha 50
Energy Drink (z.B. Red Bull) 1 Dose (250ml) 80
Filterkaffee 1 Tasse (200ml) 90
Club Mate 1 Flasche (500ml) 100
In einem Marktcheck hat der Verein für Konsumenteninformation
zudem Produkte gefunden, die einen deutlich höheren Koffeingehalt pro
Portion beinhalten. Bei Konsum einer Dose (330 ml) des Energydrinks
„Nocco Ramonade“ werden bereits 180 mg Koffein aufgenommen, mit den
bei Teenager bekannten Produkten „Gönrgy Viva Fundarina“ und „Monster
Energy Ultra Strawberry Dreams“ jeweils 160 mg bzw. 150 mg pro 500 ml
-Dose. Auch Koffeinpulver, das für das Auflösen im Wasser konzipiert
ist, enthält bei der Marke „Holy“ 160 mg Koffein pro zubereiteter
500ml-Portion.
Neben Koffein gibt es weitere Zusätze in den für Kinder und
Teenager beworbenen Produkten, die kritisch zu sehen sind, wie etwa
hohe Zuckergehalte oder Azofarbstoffe. In einer Dose „Gönrgy Viva
Fundarina“ (500 ml) sind so beispielsweise 65 g Zucker enthalten, das
entspricht rund 17 Zuckerwürfel. Laut Weltgesundheitsorganisation (
WHO) sollten Erwachsene maximal 50 g Zucker pro Tag konsumieren, für
Kinder und Jugendliche werden entsprechend niedrigere Aufnahmen
empfohlen.
VKI-Tipps für Eltern
„Viele Eltern denken bei Koffein zuerst an Kaffee. Tatsächlich
steckt der Muntermacher heute in einer Vielzahl von Produkten, die
speziell für junge Zielgruppen attraktiv gestaltet sind. Das Risiko
besteht darin, dass Kinder und Jugendliche die enthaltenen
Koffeinmengen und deren Risiken unterschätzen, zudem sind sie häufig
nicht an Koffein gewöhnt“, warnt Teresa Bauer,
Ernährungswissenschafterin im VKI. Viele koffeinhaltige Produkte sind
auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar. Warnhinweise
befinden sich häufig auf der Rückseite der Verpackung und werden
leicht übersehen.
Eltern sollten frühzeitig mit ihren Kindern über Energydrinks und
andere koffeinhaltige Produkte sprechen und über mögliche Gefahren
aufklären. In moderaten Mengen ist Koffein für gesunde Erwachsene
unbedenklich.
SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab heute in der
Oktober-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf www.vki.at/koffein-
in-lebensmitteln .