Christine Lavant Preis 2026 geht an Laura Freudenthaler

Wien (OTS) – Der literarische Beirat der Internationalen Christine
Lavant
Gesellschaft, dem Manfred Müller, Gudrun Hamböck, Alma Vallaza, Karin
S. Wozonig und Erich Klein angehören, hat nach eingehenden Beratungen
vorgeschlagen, die Schriftstellerin Laura Freudenthaler mit diesem
Preis auszuzeichnen.

Laura Freudenthaler zählt seit vielen Jahren zu den
anerkanntesten Schriftstellerinnen Österreichs, die auch
international großes Interesse erfahren, wie die vielen Übersetzungen
ihrer Werke in mehr als 14 Sprachen beweisen.

Zwtl.: Die Begründung der Jury

„Laura Freudenthaler, die in Salzburg geborene und in Wien
lebende Autorin und Übersetzerin, steht in der sprachskeptischen,
phantastischen und feministischen Tradition der österreichischen
Erzählliteratur und fügt ihr eine originelle Stimme und
unverwechselbare Perspektive hinzu. Freudenthalers Bücher zeichnen
sich durch einen genauen Blick auf die Welt aus, sie schreibt mit
einem kritischen Bewusstsein für das, was schiefläuft in der
Gesellschaft, im Verhältnis der Geschlechter, im Umgang mit der
Natur. Wie im Werk Christine Lavants ist auch in Freudenthalers
Erzählungen und Romanen die Literatur Ausdruck individueller
Wahrnehmung und zugleich Werkzeug der Beobachtung des großen Ganzen.

Seit ihrem Erzählband „Der Schädel von Madeleine.
Paargeschichten“ (2014) probt Freudenthaler immer wieder neue
literarische Zugänge zu gelingenden und misslingenden
zwischenmenschlichen Beziehungen, präzise, lapidar, mit der Kunst der
poetischen Nüchternheit. Im Zentrum ihres Debütromans „Die Königin
schweigt“ (2017) stehen ein Frauenschicksal, dessen tragische
Wendungen in einer kristallinen Sprache erzählt werden, und die Frage
nach der Möglichkeit, sich aus einem Leben heraus zu erzählen. In
ihrem zweiten Roman „Geistergeschichte“ (2019) bringt die
unzuverlässige Erzählerin das Gefüge der Geschichte ins Wanken und
mit „Arson“ (2023) liefert die Autorin einen ebenso eleganten wie
grausamen Beitrag zur Climate-Fiction , greift aber auch weit über
dieses Genre hinaus. In ihrem jüngsten Roman „Iris“ (2026) seziert
Freudenthaler unsere Gegenwart und zeigt eindrücklich, dass sich
Machtmissbrauch in die Körper einschreibt und niemand davon unberührt
bleibt.

Laura Freudenthalers Figuren stehen in einem erzählerischen
Kosmos der beiläufigen Ungeheuerlichkeit, der aus dem individuellen
Erleben und Erfahren ein Abbild einer Welt an der Kippe, am Rande des
Untergangs macht. Die diesjährige Preisträgerin des Christine-Lavant-
Preises schreibt in konzentrierten Erzählbewegungen, dicht und
schnörkellos, über die großen Themen, über Identität und
Körpererfahrung, Erinnerung und Verlust, über das Gelingen und das
Scheitern, über Klimakatastrophe und weibliche Selbstbehauptung
Geschichten, die man nicht mehr vergisst“.

Zwtl.: Laura Freudenthaler

Geboren 1984 in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien.

Sie debütierte 2014 mit dem Erzählband „Der Schädel von
Madeleine“. Für ihren Roman „Die Königin schweigt“ (217) erhielt sie
den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Dieser wurde 2018 als
bester deutschsprachiger Debütroman beim „Festival du premier Roman“
in Chambéry ausgezeichnet. Für „Geistergeschichte“ (2019), ihren
zweiten Roman, erhielt sie den Literaturpreis der Europäischen Union.
2020 gewann sie den 3at-Preis bei der Tagen der deutschsprachigen
Literatur in Klagenfurt für ihren Text „Der heißeste Sommer“. 2024
wurde sie mit dem Anton-Wildgans-Preis ausgezeichnet.

Zuletzt erschienen im Jung und Jung Verlag Salzburg: „Arson“ (
2023) und der Roman „Iris“ (2026), der im März 2026 zum dritten Mal
auf Platz eins der ORF-Bestenliste war und der nun für die Longlist
zum österreichischen Buchpreis 2026 nominiert wurde.

Auszeichnungen:

2024 Reinhard-Priessnitz-Preis

2024 Outstanding Artist Award in der Sparte Literatur

2024 Anton-Wildgans-Preis

2023 Buchpreis der Salzburger Wirtschaft

2021 manuskripte-Preis

2021 Droste-Förderpreis

2020 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in
Klagenfurt

2019 Literaturpreis der Europäischen Union

2018 Festival du premier Chambéry – bester deutschsprachiger
Debütroman

2018 Literaturpreis der Stadt Bremen

Zwtl.: Franziska Hackl

Die österreichisch-schweizerische Schauspielerin Franziska Hackl
ist seit der Spielzeit 2024/2025 festes Ensemblemitglied am
Burgtheater, davor war sie u.a. Ensemble Mitglied am Staatstheater
Mainz und dem Residenztheater in München. Einem breiten Publikum ist
Franziska Hackl auch aus Film und Fernsehen bekannt, hier waren es
mehrere Tatort-Folgen, Landkrimis, München Mord und die TV-Serie Tage
die es nicht gab. Nominierungen als Beste Nachwuchsschauspielerin und
die Nestroy-Nominierung als Beste Schauspielerin für die Rolle der
Medea zeugen von ihrem großen schauspielerischen Potential.

Zwtl.: Noreia String Quartet

Das Noreia String Quartet besteht aus vier jungen Musikerinnen*,
die sich in ihrem Schaffen dem Erarbeiten von außergewöhnlichen und
zeitrelevanten Konzertkonzepten verschrieben haben. Gemeinsam teilen
sie das Interesse daran, verborgene Schätze auszugraben und sie auf
die Bühne zu bringen. Durch ein vielfältiges und lebendiges
Programm, das Zusammenwirken mit anderen Kulturbereichen und das
Experimentieren mit der Publikumssituation, spielt das Noreia String
Quartet gerne mit den manchmal allzu strengen Grenzen eines
klassischen Konzertsettings.

Zwtl.: Der Christine Lavant Preis

Der Christine Lavant Preis wurde von der Internationalen
Christine Lavant Gesellschaft 2016 ins Leben gerufen, um an die
Dichterin und ihr großartiges Werk zu erinnern. Der mit 15.000 Euro
dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt Schriftstellerinnen und
Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch
Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner
Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird
auf Vorschlag der international besetzten Jury an Personen vergeben,
die in deutscher Sprache schreiben und die von der Öffentlichkeit
bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden.
Kathrin Schmidt, Bodo Hell, Klaus Merz, Angela Krauß, Judith
Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, Yevgeniy Breyger, Ann
Cotten und Ulrike Draesner sind die bisherigen 10 PreisträgerInnen.

Zwtl.: Matinee und Preisverleihung

Der Christine Lavant Preis wird auch dieses Jahr wieder im Rahmen
einer festlichen Matinee am Sonntag, 4. Oktober um 11 Uhr verliehen.

Im Burgtheater Kasino am Schwarzenbergplatz wird die
österreichisch-schweizerische BURG-Schauspielerin Franziska Hackl aus
Briefen und aus dem Werk von Christine Lavant lesen, musikalisch
umrahmt vom Noreia String Quartet.

ORF Kulturchef Martin Traxl moderiert.

Zwtl.: Sponsoren, Förderer, Mitglieder

Die Aktivitäten der Internationalen Christine Lavant
Gesellschaft, im Besonderen die Dotierung des Christine Lavant
Preises mit Matinee und Preisverleihung, werden von der KELAG, der
Berndorf Privatstiftung, dem Land Kärnten, der Hans Schmid
Privatstiftung und durch Beiträge der fördernden und ordentlichen
Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft
finanziell unterstützt.

Zwtl.: Medienpartner

Der ORF, die BURG, die Wochenzeitung DIE FURCHE, das Magazin NEWS
und die APA Austria Presse Agentur begleiten die Aktivitäten der
Internationalen Christine Lavant Gesellschaft als Medienpartner.

Weitere Informationen zur Internationalen Christine Lavant
Gesellschaft finden Sie auf der Website www.christine-lavant.com

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