VGT warnt: Deutsche Brieftaubenverbände wollen tausende Tiere in Wien aussetzen

Wien (OTS) – Warum dürfen Haustiere eigentlich massenweise ausgesetzt
werden,
obwohl sie in der freien Wildbahn nicht überlebensfähig sind? Das
Hobby der Brieftaubenzucht wird seitens der Behörden unwidersprochen
akzeptiert. Am 25. Juli 2026 ist wieder ein Massenabflug aus Wien
geplant. Der deutsche Brieftaubenverband Kreis Mainfranken-Rhön will
an diesem Tag dem Vernehmen nach tausende Brieftauben aussetzen, die
dann über 500 km zu ihren Schlägen zurückfliegen sollen. Und dabei
treten Verluste von 50 % 1 bis 75 % (2) auf, die viele Ursachen
haben: Greifvögel, Schwäche der Tiere, Unwetter und Sturm oder auch
Verwirrung durch Handynetze und Radareinrichtungen(1). Damit die
Tauben überhaupt zurück fliegen, werden sie einem großen Stress
ausgesetzt: man trennt sie vom geliebten Partner oder Partnerin oder
ihren Kindern! Die verzweifelten Tiere wollen daher am schnellsten
Weg zurück, scheitern aber oft mehrheitlich an den Bedingungen.

Während in Salzburg Menschen, die Tauben füttern, mit
Brachialgewalt verfolgt werden, weil sie angeblich die
Taubenpopulation der Stadt vermehren, dürfen Brieftaubenverbände ihre
Tiere einfach aussetzen. Viele der gestrandeten Brieftauben schließen
sich dann Stadttaubenpopulationen an und vermehren diese dadurch.
Darüber hinaus sind diese neuen Stadttauben orientierungslos, wissen
nicht, woher sie ihre Nahrung beziehen sollen, und sind daher
vollständig von netten Menschen abhängig, die sie füttern. Und
trotzdem werden diese Menschen dann von den Behörden mit hohen
Strafen und teuren Zivilklagen drangsaliert! Bei keiner anderen
Tierart gibt es Fütterungsverbote für ausgesetzte Haustiere und bei
keiner anderen Tierart ist das Aussetzen der Haustiere ein Sport, der
von den Behörden geduldet wird!

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch engagiert sich für eine von der
Stadtverwaltung verfolgte Tierschützerin in Salzburg, die
verhungernde Tauben gefüttert hat: „ Es ist mir unbegreiflich, warum
der Umgang mit Tauben durch die Behörden derart widersprüchlich ist.
Man toleriert, dass Hobbyzüchter:innen ihre Haustiere durch Aussetzen
quälen und dadurch die Stadttaubenpopulation vermehren, während
gleichzeitig das Füttern der hilflos ausgesetzten Haustiere zum
Kapitalverbrechen erklärt wird. Das Aussetzen von gezüchteten Tieren
zur Belustigung von Menschen, ob für die Jagd (Fasane) oder für den
Brieftauben“sport“, muss beendet werden! Und selbstredend muss man
die ausgesetzten Haustiere als anständiger Mensch versorgen dürfen.
Wie verrückt: die Stadtregierungen versuchen die Taubenpopulationen
zu reduzieren, dulden aber deren Vermehrung durch Hobbyzüchter:innen.
Lassen wir bitte diesen Schildbürgerstreich in Zukunft! “

(1) Warzecha, M., Kahlcke, K. Et al: „Beitrag zur Ermittlung von
Kennzahlen zu Verlusten bei Wettflügen von Brieftauben (
Untersuchungszeitraum: 2004-2008)“ (2009) [9.7.2026]

(2) Gamp, Roland: „Wettflug in den Tod“ , in: Tagesanzeiger, 3.9.2017