BMWKMS: Elisabeth von Samsonow erhält den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik 2026

Wien (OTS) – Der vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur,
Medien und Sport
(BMWKMS) zweijährlich vergebene Preis geht 2026 an die Künstlerin,
Philosophin und Wissenschaftlerin Elisabeth von Samsonow.

„Elisabeth von Samsonow ist eine der bedeutendsten Stimmen der
Gegenwart an der Schnittstelle von Kunst und Philosophie in
Österreich“, so Vizekanzler und Bundesminister für Kunst und Kultur
Andreas Babler. „Seit vielen Jahrzehnten öffnet sie durch ihre
künstlerische und schreibende Praxis unerschrocken neue Räume für das
Denken von und Experimentieren mit künstlerischen und philosophischen
Standpunkten in der Gesellschaft und baut so wertvolle und haltbare
Brücken zwischen den Disziplinen. Ich gratuliere herzlich!“

Aus der Jurybegründung

„Elisabeth von Samsonow dehnt Kulturpublizistik auf verschiedene,
multimediale Formen des Publizierens aus, ja eigentlich versteht sie
es überhaupt als Aufbau eines kollektiven Gravitationsfeldes, um
angesichts der gegenwärtigen Polykrisen ein öko-feministisches Denken
und Tun in allen kulturellen Facetten voranzutreiben. Eine notwendige
Selbstreflexion und Neuverfassung der Kultur in Gang zu bringen, ist
zugleich auch Teil ihrer performativ-aktivistisch-künstlerischen
Praxis, in der sie das Land mit der Stadt neu in Beziehung setzt. (
…) Ihre publizistische Tätigkeit ist getragen von ihrer
künstlerischen Präzisierung des Ausdrucks und von ihrem
disziplinenübergreifenden Wissen, mit dem sie ungewöhnliche
Zusammenhänge und wegweisende Perspektivenwechsel in die
Auseinandersetzung mit der (österreichischen) Kunst und Kultur in
Geschichte und Gegenwart einbringt. Kulturelle Paradigmen werden
gegen den Strich gebürstet und neu positioniert, ob bei Ikonen der
österreichischen Kunstgeschichte wie Egon Schiele oder in ihrem
feministischen Grundlagenwerk Anti-Elektra . Und sie betont immer die
innovative Rolle der Performance für die Kunst in Österreich.“

Die Jury für den Preis 2026 bestand aus Mag. a Dr. in Astrid
Kury, Kathrin Röggla und Mag. Peter Zimmermann.

Über Elisabeth von Samsonow

Elisabeth von Samsonow, geboren 1956 in Neubeuern (Oberbayern),
studierte Philosophie, katholische Theologie und Germanistik in
München und promovierte 1985 über Johannes Kepler. Seit 1996 lehrt
sie an der Akademie der bildenden Künste Wien, zuletzt als
Professorin für Philosophische und Historische Anthropologie der
Kunst. Ihr vielfältiges Werk umfasst zahlreiche Publikationen sowie
Ausstellungen, Installationen und Performances.

Werke (Auswahl)

Konfuses Denken. Was der Geist schon immer konnte und was der KI
fehlt, Sonderzahl 2026

Egon Schiele – Sanctus Franciscus Hystericus, Passagen Verlag
2012

Anti-Elektra. Totemismus und Schizogamie , diaphanes 2006

Giordano Bruno. Über die Monade, die Zahl und die Figur , Meiner
Verlag 1991

Über den Staatspreis

Der Österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik wird im
Zwei-Jahres-Rhythmus abwechselnd mit dem Österreichischen Staatspreis
für Literaturkritik an eine Persönlichkeit vergeben, die sich durch
hervorragende Beiträge auf dem Gebiet der Kulturpublizistik in
Zeitungen und Zeitschriften, in audiovisuellen Medien oder in
Einzelpublikationen besonders ausgezeichnet hat.

Die Preisverleihung durch Vizekanzler und Bundesminister für
Kunst und Kultur Andreas Babler findet am 15. September 2026 im
Rahmen eines Festaktes statt.

Zuletzt ging der Preis an: Armin Thurnher, Isolde Charim, Thomas
Macho, Martin Pollack.