Wien (OTS) – Der dritte und letzte PV-Fördercall im bisherigen System
ist beendet.
Zwischen 8. und 22. Oktober wurden insgesamt 41.322 Anträge mit einem
beantragten Fördervolumen von rund 192 Millionen Euro eingereicht.
Damit ist der Fördercall wie erwartet deutlich überzeichnet. In den
kommenden Wochen werden die Anträge auf Richtigkeit und
Vollständigkeit geprüft. Die Vergabe erfolgt nach den geltenden
Förderbedingungen und den jeweiligen Reihungskriterien. „Das
Interesse an Photovoltaik und Speichern ist ungebrochen. Die hohe
Nachfrage zeigt aber auch, warum wir die Förderung neu aufstellen
müssen. Wenn die verfügbaren Mittel innerhalb kürzester Zeit
ausgeschöpft sind, entscheidet vor allem die Geschwindigkeit beim
Einreichen. Wir wollen ein System, das mehr Planungssicherheit
schafft und den Nutzen für das Energiesystem stärker in den
Mittelpunkt rückt“, betont Energie-Staatssekretärin Elisabeth
Zehetner.
Besonders groß war die Nachfrage nach kleineren Anlagen. Auf die
Kategorie bis zehn Kilowattpeak entfielen 19.310 Anträge, auf Anlagen
über zehn bis 20 Kilowattpeak weitere 16.945. Damit betreffen rund 88
Prozent aller Anträge diese beiden Größenklassen. „Die Kosten für PV-
Anlagen sind in den vergangenen zehn Jahren um rund 90 Prozent
gesunken. Das zeigt: Kleine PV-Anlagen sind inzwischen im Markt
angekommen und müssen nicht mehr durch eine eigene
Investitionsförderung unterstützt werden. Deshalb richten wir die
Förderung neu aus. Künftig wollen wir gezielt intelligente Speicher
unterstützen, damit Haushalte ihren Sonnenstrom besser nutzen können
und gleichzeitig das Energiesystem entlastet wird“, betont Zehetner.
Made-in-Europe-Bonus besonders bei Wechselrichtern gefragt
Die Einreichungen zeigen auch Interesse an europäischen
Komponenten. Für Wechselrichter wurde bei 18.800 Anträgen ein Made-in
-Europe-Bonus beantragt. Das entspricht dem bisherigen Trend bei rund
45 Prozent aller Einreichungen. Bei Speichern waren es 8.997 Anträge
beziehungsweise rund 22 Prozent, bei PV-Modulen 6.591 Anträge
beziehungsweise rund 16 Prozent. Ein Antrag kann dabei mehrere
Bonuskomponenten umfassen.
Insgesamt entfallen rund 7,6 Millionen Euro des beantragten
Fördervolumens auf den Made-in-Europe-Bonus. Ob die Voraussetzungen
für die Förderung und den jeweiligen Bonus erfüllt sind, wird im
Rahmen der Antragsprüfung festgestellt. „Bei der Energiewende geht es
auch um die Frage, wo die Technologien dafür hergestellt werden. Mit
dem Made-in-Europe-Bonus setzen wir einen Anreiz für europäische
Produkte und stärken damit Wertschöpfung und technologische Kompetenz
in Europa“, so Zehetner.
Neues Fördermodell mit Schwerpunkt auf intelligenten Speichern
Während die Anträge des abgeschlossenen Calls nach den bisherigen
Regeln bearbeitet werden, laufen die Vorbereitungen für die
angekündigte Neuausrichtung der Förderung. Das bisherige
Windhundprinzip soll durch ein kontinuierliches, antragsbasiertes
Modell abgelöst werden. An die Stelle der klassischen PV-
Investitionsförderung soll ein Speichersystembonus treten, der sowohl
neue Speicher als auch die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen
unterstützt. Voraussetzung soll ein intelligentes
Energiemanagementsystem sein, das einen systemdienlichen Betrieb
ermöglicht. „Wir wollen, dass Haushalte ihren Sonnenstrom besser
nutzen können. Intelligente Speicher helfen, Erzeugung und Verbrauch
aufeinander abzustimmen und Strom dann verfügbar zu machen, wenn er
gebraucht wird. Davon profitieren die Haushalte und das gesamte
Stromsystem. Genau diesen Nutzen wollen wir mit dem neuen
Fördermodell stärker unterstützen“, erklärt Zehetner.
Projekte mit Speicher, die beim dritten EAG-Fördercall nicht zum
Zug kommen, sollen aus Sicht des BMWET im neuen Fördersystem wieder
einreichen können, sofern sie ab dem 1. November 2026 in Betrieb
genommen werden.
Die entsprechenden Regelungstexte befinden sich derzeit in
politischer Abstimmung und sollen so rasch wie möglich in die
parlamentarische Behandlung gehen. Für die Umsetzung ist eine
Zweidrittelmehrheit im Nationalrat erforderlich.