Wien (OTS) – Anlässlich des Endes der Begutachtungsfrist zur Novelle
der
niederösterreichischen Jagd-Verordnung am 25. Dezember 2025
kritisiert der WWF Österreich den Entwurf in einer aktuellen
Stellungnahme als rechtswidrig. Nach Einschätzung der
Naturschutzorganisation würde die Novelle weitreichende Tötungen von
Wölfen ermöglichen. „Die geplanten Maßnahmen sind weder
wissenschaftlich begründet noch rechtlich gedeckt. Die
Landesregierung betreibt hier populistische Stimmungsmache gegen den
Wolf” , sagt WWF-Experte Christian Pichler. Der WWF fordert daher
eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs sowie ein zielführendes
Wolfs-Management, das sich auf präventive und wirksame
Schutzmaßnahmen fokussiert. Dazu zählt insbesondere eine Herdenschutz
-Offensive.
Der Wolf befindet sich in Österreich weiterhin nicht in einem
günstigen Erhaltungszustand. Entnahmen sind nach EU-Recht daher nur
in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig und müssen nachweislich mit
der Erhaltung der Art vereinbar sein. „Diese Voraussetzungen werden
durch die geplante Jagdverordnung nicht erfüllt. Es braucht jetzt ein
Umdenken in der Wolfs-Politik und wissenschaftlich gedeckte
Lösungen“, sagt Christian Pichler vom WWF.
Allein im laufenden Jahr wurden in Österreich bereits 22 Wölfe
auf Basis EU-rechtswidriger Verordnungen geschossen, darunter zwei in
Niederösterreich. Zusätzlich wurden zumindest zwei weitere Tiere
illegal getötet, ein Wolf kam im Straßenverkehr ums Leben. Bei einem
Bestand von lediglich rund 100 nachgewiesenen Wölfen in ganz
Österreich bedeutet dies, dass bereits etwa ein Viertel der
heimischen Population verloren gegangen ist. „Rechnet man die
erfahrungsgemäß hohe Dunkelziffer bei Wildtierkriminalität sowie
natürliche Todesursachen wie Krankheiten hinzu, ergibt sich ein
dramatisches Bild vom Zustand der Wolfspopulation in Österreich“,
sagt WWF-Experte Pichler. Gerade deshalb seien präventive Maßnahmen
wie eine Herdenschutz-Offensive entscheidend, um ein konfliktarmes
Zusammenleben von Mensch und Wolf zu ermöglichen.
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