uniko für Verdoppelung von FP 10: Wie Österreich von solide finanziertem EU-Forschungsprogramm profitiert

Wien (OTS) – Die Verhandlungen zum EU-Finanzrahmen 2028- 2034 treten
in die
entscheidende Phase. Am 15./16. Oktober wird im Europäischen Rat das
Budget diskutiert, eine Einigung bis Jahresende ist angestrebt. Das
Forum Forschung der Universitätenkonferenz hat aus diesem Anlass das
Positionspapier “Fünf Gründe für ein solides
Forschungsrahmenprogramm” verfasst, das im uniko-Präsidium
beschlossen wurde. Die uniko schließt sich der Forderung nach einer
Verdoppelung des Budgets auf 200 Milliarden Euro für das nächste
Forschungsrahmenprogramm an und hebt hervor, was darin aus Sicht der
österreichischen Universitäten von besonderer Bedeutung ist. Das
uniko-Positionspapier wurde Bundeskanzler Stocker sowie den
Minister:innen Bauer, Holzleitner, Hanke, Hattmannsdorfer,
Marterbauer und Meinl-Reisinger übermittelt.

Zwtl.: Österreich holt überdurchschnittlich viel Fördergeld zurück

Bis Mai 2026 konnten laut FFG Performance Monitoring 1,86 Mrd.
Euro aus Horizon Europe zurückgeholt werden. Das entspricht 3,2
Prozent aller bisher in Horizon Europe vergebenen Mittel und Rang 8
unter den EU-27. Zum Vergleich: Österreichs Beitrag zum gesamten EU-
Haushalt beträgt 2,5 Prozent. Vor dem Hintergrund der
österreichischen Beiträge zum EU-Budget zeigt sich damit eine
insgesamt sehr starke Performance des Forschungs- und
Wissenschaftsstandorts. “Um dem hohen europäischen Wettbewerb
standhalten zu können, bedarf es allerdings leistungs- und
wettbewerbsstarker Universitäten. Grundsätzlich lässt sich eine
Korrelation zwischen der Höhe der Universitätsbudgets und Rückflüssen
aus dem EU-Rahmenprogramm ablesen”, betont die uniko.

Zwtl.: Investments, Mobilitätsförderung, Kooperation mit Industrie

Jeder Horizon-Euro stößt weitere Investments an und wirkt positiv
auf die gesamte Volkswirtschaft. Zudem stimulieren Horizon Programme
wie ERC und MSCA die Talentgewinnung und die Brain Circulation
innerhalb Europas, Österreich nutzt diese Programmschienen zur
Rekrutierung exzellenter Talente. Was die Zusammenarbeit zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft betrifft, decken sich thematische
Schwerpunkte im FP 10 mit den Schwerpunkten der österreichischen
Industriestrategie. “Das ist ein zentraler Hebel für technologische
Souveränität, Technologieführerschaft und die Wettbewerbsfähigkeit
der heimischen Wirtschaft”, so die uniko.

Zwtl.: FP 10 ermöglicht großangelegte Forschungskooperationen

Weit über den monetären Wert hinaus geht der Nutzen
internationaler Netzwerke, die durch europäische Programme entstehen.
Österreich hat seit Programmstart 2021 mit Partnern aus 125 Ländern
kooperiert – vorwiegend aus Mittel- und Nordeuropa. Großangelegte
Forschungskooperationen mit Partnern in Ländern wie Kanada oder Japan
sind in dieser Größenordnung nahezu ausschließlich über das FP10
realisierbar.

Fokus auf Transferinstrumente „adressiert heimische
Schwachstelle”

Ein stark dotiertes FP 10 mit deutlichem Fokus auf
Transferinstrumente (wie den European Innovation Council, EIC)
„adressiert eine direkte Schwachstelle des österreichischen
Innovationssystems”, heißt es in dem uniko-Papier. Die Entstehung
akademischer Ausgründungen (Spin-offs), die in Österreich und Europa
verankert bleiben, ist sowohl ein europäisches als auch ein
nationales Ziel. “Die extrem hohe Überzeichnung des EIC im laufenden
Programm zeigt das enorme Potenzial – auch in Österreich –, dem
derzeit viel zu geringe Mittel gegenüberstehen”, so die uniko.

Zusammenfassend vier Punkte, die den österreichischen
Universitäten im FP 10 besonders wichtig sind:
– Ausreichende Mittelausstattung: 200 Milliarden Euro, um das
exzellente Forschungs- und Innovationspotenzial entsprechend nutzen
zu können.
– ERC und MSCA bilden das Rückgrat der europäischen Wissenschaft,
beide Programm-
linien bedürfen einer finanziellen Stärkung.
– Verstärkte Budgetzuteilung zu Spitzeninstrumenten mit besonders
niedrigen Bewilligungsraten wie ERC und EIC.
– Schaffung von Rahmenbedingungen mit akzeptablem Aufwand und
Erfolgschancen. Bei
Erfolgsraten von zum Teil unter 10 Prozent wird mehr
wissenschaftliches Potenzial vergeudet als neue Erkenntnis
geschaffen.

Das Positionspapier der uniko zum EU-Forschungsrahmenprogramm ist
im Volltext auf der Website uniko.ac.at einsehbar.