Rotes Kreuz bei Jahrespressekonferenz: „Gesellschaft muss krisenfester werden – das Rote Kreuz hilft allen Menschen, vorbereitet zu sein!“

Wien (OTS) – Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer weist bei der
Jahrespressekonferenz von Österreichs größter humanitärer
Hilfsorganisation im Katastrophenhilfezentrum in Inzersdorf auf die
zahlreichen Bedrohungsszenarien für die Gesellschaft hin: „Bewaffnete
Konflikte in der Ukraine, dem Nahen Osten oder in Afrika,
Drohnenangriffe, Energiekrisen und drohende Blackout-Szenarien,
Extremwetter-Ereignisse durch die Erderhitzung, neuerdings auch
mögliche Bedrohungen durch wildgewordene KI-Systeme – die Liste ist
lang.“ Schöpfer stellt klar: „Das Österreichische Rote Kreuz ist seit
146 Jahren jederzeit für alle Menschen in Not da. Das wird auch
weiterhin so bleiben. Wir stehen für Orientierung statt Empörung –
gerade in unruhigen Zeiten.“

„Bevölkerung und kritische Infrastruktur schützen, Eigenvorsorge
stärken!“

132 Rotkreuz-Bezirksstellen in ganz Österreich sind an 365 Tagen
im Jahr 24 Stunden besetzt und auch im Krisenfall über mehrere Wochen
autark einsatzfähig. Die Versorgung der Dienststellen erfolgt auch
über das Rotkreuz-Katastrophenhilfezentrum in Inzersdorf, in dem
Tonnen an Versorgungsgütern gelagert werden. „Großer Aufwand für eine
krisenfeste Gesellschaft benötigt auch ausreichend finanzielle
Mittel“, betont Schöpfer. Generalsekretär Michael Opriesnig ergänzt:
„Deutschland investiert bis 2029 zehn Milliarden Euro in die zivile
Krisenvorsorge und Sicherheit. Das ist ein guter Ansatz, den
Österreich auch mit Investitionen von 250 Millionen Euro pro Jahr
verfolgen sollte. Der Schutz kritischer Infrastrukturen, moderne
Warnsysteme, gut ausgerüstete Einsatzkräfte und die Stärkung der
Eigenvorsorge sind gerade in diesen Zeiten eine sinnvolle und
wichtige Investition in die Sicherheit der gesamten Bevölkerung.“

Vorsorge für alle Menschen – Checklisten, Apps und das Rote Kreuz

Dem Roten Kreuz ist es ein Anliegen, auch die private
Krisenvorsorge der Bevölkerung in Österreich zu stärken. Auf
www.roteskreuz.at/katastrophenvorsorge gibt es nützliche Checklisten
für jeden Haushalt, auch die Team-Österreich-App und die neue ZIVA-
App sind eine praktische Hilfe. „Für die gesamte Gesellschaft sind
unsere 81.400 Freiwilligen, 10.500 hauptberuflichen
Mitarbeiter:innen, 4.300 Zivildiener und 500 Teilnehmer:innen und
Teilnehmer des Freiwilligen Sozialjahrs an 365 Tagen im Jahr, rund um
die Uhr, vom Neusiedlersee bis zum Bodensee im Einsatz“, so Präsident
Schöpfer. Er verweist auf die zahlreichen Rotkreuz-Leistungen:
Rettungsdienst, Katastrophenhilfe, Blutspende, Gesundheits- und
Soziale Dienste, Suchdienst, Jugendrotkreuz, Internationale
Zusammenarbeit uvm.

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„Alle Staaten müssen die Regeln im Krieg respektieren!“

Generalsekretär Opriesnig erinnert zudem an das Humanitäre
Völkerrecht und fordert die unbedingte Einhaltung der Regeln im
Krieg. „Sie besagen: Wer nicht kämpft, muss geschützt werden. Es geht
dabei nicht um irgendwelche Prinzipien – es geht darum, ob ein
Krankenwagen passieren kann, ob humanitäre Teams Hilfe zu Menschen in
Not bringen können. Ob eine Familie im Krieg überlebt oder stirbt,
hängt davon ab, ob das Humanitäre Völkerrecht eingehalten wird. Es
ist das Einzige, was im Ernstfall auch uns schützen würde. Ich
erinnere alle Staaten an ihre Verpflichtung, die Regeln im Krieg zu
respektieren!“

Während weltweit mehr als 130 bewaffnete Konflikte toben, wird
bei Humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit gespart. „Das
kostet Menschenleben und gefährdet auch unsere eigene Sicherheit“,
warnt Opriesnig etwa angesichts des Ebola-Ausbruchs in der
Demokratischen Republik Kongo. „Wir hoffen auf ein klares Bekenntnis
der Bundesregierung und mehr finanzielle Unterstützung für Hilfe im
Ausland, um adäquat auf aktuelle Krisen reagieren zu können und
unnötiges Leid zu vermeiden!“

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