ÖVP-Hammerer/Ofner: 652 Betretungsverbote sind Alarmsignal für das Grätzel rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße

Wien (OTS) – Seit 8. Mai 2026 gilt im Fritz-Imhoff-Park in
unmittelbarer Nähe der
Betreuungseinrichtung Jedmayer und der U6-Station Gumpendorfer Straße
eine polizeiliche Schutzzone. Nun liegt erstmals eine detaillierte
Bilanz vor: Allein bis Ende August wurden 652 Betretungsverbote
ausgesprochen. Das geht aus einer IFG-Anfrage von Gerhard Hammerer,
Klubobmann der ÖVP Mariahilf, an die Landespolizeidirektion Wien
hervor.

„652 Betretungsverbote in nicht einmal vier Monaten, das sind
fast sechs pro Tag. Diese Zahlen zeigen schwarz auf weiß, wie massiv
die Belastung im Grätzel rund um den Jedmayer und die U6-Station
Gumpendorfer Straße ist. Mein ausdrücklicher Dank gilt den
Polizistinnen und Polizisten, die hier täglich für Sicherheit sorgen.
Gleichzeitig zeigt sich: Die Polizei kann nicht auf Dauer ausbaden,
was die Wiener Drogenpolitik seit Jahren nicht in den Griff bekommt“,
erklärt Hammerer.

Besonders auffällig ist die Entwicklung: Im Juni wurden 150
Betretungsverbote ausgesprochen, im Juli 167 und im August bereits
184. Zudem hatten 576 der 652 Betroffenen und damit mehr als 88
Prozent ihren Hauptwohnsitz in Wien. Damit lässt sich SP-
Gesundheitsstadtrat Hackers wiederholter Verweis auf einen starken
Zustrom aus den Bundesländern für die Schutzzone nicht halten: Nur 59
Personen und damit rund neun Prozent hatten ihren Hauptwohnsitz in
einem anderen österreichischen Bundesland.

Auch der Vergleich zeigt die außergewöhnlich hohe Zahl: Rund um
den Keplerplatz wurden innerhalb von rund 13 Monaten 435
Betretungsverbote ausgesprochen. In allen drei Schutzzonen Wiener
Neustadts waren es im gesamten Jahr 2025 insgesamt 146. Im Fritz
Imhoff Park waren es hingegen 652 in nicht einmal vier Monaten.

„Die Schutzzone war richtig und notwendig. 652 Betretungsverbote
zeigen aber auch, dass Polizeiarbeit allein die Probleme rund um die
U6-Station Gumpendorfer Straße nicht lösen kann. Die Drogenszene
macht nicht an der Bezirksgrenze Halt. Die Auswirkungen treffen
Mariahilf genauso wie Rudolfsheim-Fünfhaus und damit die Menschen auf
beiden Seiten des Gürtels. Solange diese Situation anhält, darf die
Schutzzone keinesfalls auslaufen“, betont Felix Ofner, Obmann der ÖVP
Rudolfsheim-Fünfhaus.

Hacker und Lochner müssen die Konzentration endlich aufbrechen

Für Hammerer und Ofner ist klar: Eine Verlängerung der Schutzzone
kann nur ein Teil der Lösung sein. Entscheidend ist eine grundlegende
Neuaufstellung der Wiener Suchthilfe. Substitution und
Medikamentenabgabe müssen stärker wohnortnah organisiert werden. Die
derzeitige Konzentration von Angeboten und den damit verbundenen
Belastungen auf wenige Grätzel muss beendet werden.

„Seit Jahren tragen dieselben Grätzel die Folgen einer verfehlten
Sucht- und Drogenpolitik. Das ist weder für die Anrainerinnen und
Anrainer noch für die betroffenen Suchtkranken eine nachhaltige
Lösung. Es reicht nicht, die Probleme rund um den Jedmayer mit immer
neuen Einzelmaßnahmen zu verwalten oder von einem Park in den
nächsten zu verschieben. Die Schutzzone muss verlängert werden, aber
genauso klar ist: Die aktuelle Sucht- und Drogenstrategie stammt aus
dem Jahr 1999 (!) und ist gescheitert. SPÖ und Neos müssen die Wiener
Drogenpolitik endlich ins Jahr 2026 holen und die einseitige
Belastung einzelner Grätzel beenden“, so Hammerer und Ofner
abschließend.