ÖGIM und ÖGAM: Versorgungspartnerschaft nimmt Gestalt an – erster Patient:innenpfad zu rheumatoider Arthritis fachübergreifend abgestimmt

Wien, Salzburg (OTS) – Mit einer ersten gemeinsamen Session im Rahmen
der ÖGIM-Jahrestagung
haben die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) und
die Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (
ÖGAM) am 17. September 2026 den aktuellen Stand ihrer
Versorgungspartnerschaft vorgestellt. ÖGIM-Präsident Univ.-Prof. Dr.
Alexander Rosenkranz und ÖGAM-Präsidiumsmitglied Dr. Anton Wankhammer
zeigten außerdem am Beispiel der rheumatoiden Arthritis, wie
strukturierte Patient:innenpfade die Zusammenarbeit im
niedergelassenen Bereich verbessern können. „Wir brauchen ein
sinnvolles Schnittstellenmanagement zwischen den Versorgungsebenen.
Das möchten wir mit den Patient:innenpfaden abbilden“, erklärt Univ.-
Prof. Dr. Alexander Rosenkranz die Notwendigkeit solcher Pfade.

Zwtl.: Hintergrund: Versorgungsengpässe und fehlende Schnittstellen

Eine aktuelle Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS)
zeigt: Im Kassenbereich könnte das Angebot an Internist:innen bis
2035 je nach Szenario um bis zu ein Viertel hinter dem Bedarf
zurückbleiben. Gleichzeitig stehen Hausarztpraxen und
Primärversorgungseinheiten unter Druck. Patient:innen landen im
System häufig zur falschen Zeit am falschen Ort – mit der Folge, dass
Spitalsambulanzen Aufgaben übernehmen, die ambulant effizienter
erledigt werden könnten.

Zwtl.: Klare Rollen statt Konkurrenz

Ein im Mai 2026 unterzeichneter Letter of Intent der beiden
Fachgesellschaften definiert ein komplementäres Rollenverständnis:
Die hausärztliche Primärversorgung ist erste Anlaufstelle,
koordiniert und begleitet Patient:innen kontinuierlich. Die Innere
Medizin und die internistischen Sonderfächer bringen ihre Expertise
ein, wo vertiefte Abklärung oder Behandlung nötig ist. Ausdrücklich
nicht Ziel der Partnerschaft sind Einschränkungen der ärztlichen
Freiheit oder der freien Arztwahl sowie Standespolitik oder Lobbying.
„Es ist für die ÖGAM und die ÖGIM ein gemeinsames Anliegen, die
Versorgung der Patient:innen zu verbessern und im System Ressourcen
zu heben. Wir verfolgen damit gemeinsame Ziele und können aktiv
mitgestalten“, betont Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz die Basis
der Versorgungspartnerschaft. „Wir können als Fachgesellschaften
einen Beitrag zu einem Prozess liefern, der ganz klar auch
politischer Wille ist – und dieser Beitrag ist rein evidenzbasiert
und medizinisch getrieben“, ergänzt Dr. Anton Wankhammer.

Zwtl.: Pfad zu rheumatoider Arthritis erhält fächerübergreifende
Unterstützung

Als Beispiel wurde der Patient:innenpfad zur rheumatoiden
Arthritis vorgestellt. Er gliedert sich in drei Phasen: Erstverdacht
und klinische Abklärung in der Hausarztpraxis, leitlinienbasiertes
Schnittstellenmanagement zur Vermeidung von Verzögerungen sowie
spezifische Diagnostik und Therapiebeginn in der Rheumatologie. Für
die Langzeitbetreuung ist festgelegt, wer welche Aufgaben übernimmt –
von der hausärztlichen Führung über die fachspezifische Fallführung
bis zum internistischen Management von Komorbiditäten wie dem
kardiovaskulären Risiko.

Die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie &
Rehabilitation (ÖGR) hat den Pfad maßgeblich erarbeitet, in
gemeinsamen Arbeitsterminen mit ÖGIM und ÖGAM wurde dieser fachlich
abgestimmt. Die beteiligten Disziplinen hatten dabei die Möglichkeit,
sich einzubringen. Auch die Österreichische Gesellschaft für
Orthopädie und Traumatologie (ÖGOuT) wurde eingebunden und
unterstützt diesen Pfad. „Es braucht den politischen Willen, um diese
fachlich abgestimmten Vorschläge aufzugreifen und weiterzuentwickeln.
Wir bleiben optimistisch, dass das gelingen wird“, so Univ.-Prof. Dr.
Alexander Rosenkranz.

Über die ÖGIM

Die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) ist
mit rund 3.500 Mitgliedern die größte Fachgesellschaft für
Internist:innen in Österreich. Sie fördert und gestaltet die Aus- und
Fortbildung in der Inneren Medizin mit und vertritt deren Anliegen
gegenüber Politik, Öffentlichkeit und anderen Fachgesellschaften.
Die ÖGIM sorgt für fächerübergreifende Vernetzungsmöglichkeiten,
fördert den interdisziplinären Austausch und bietet State-of-the-Art-
Weiterbildungen.

Weitere Informationen: www.oegim.at

IHS-Studie: https://link.springer.com/article/10.1186/s12960-025-
01013-3

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