Neue ÖIF-Bundesländer-Broschüre 2026: Rund 23 % der Bevölkerung Österreichs sind im Ausland geboren

Wien (OTS) – Rund 2,1 Millionen Menschen in Österreich wurden im
Ausland geboren,
was fast jeder vierten Person entspricht (22,9 %). Im Zehn-Jahres-
Vergleich zu 2016 ist dieser Anteil um 4,6 Prozentpunkte gestiegen.
Das zeigt die neue Statistikbroschüre „Bundesländer 2026“ des
Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Die jährlich erscheinende
Publikation bietet einen Überblick über aktuelle Zahlen und
Entwicklungen zu Migration und Integration in allen neun
Bundesländern. Im Mittelpunkt stehen Herkunft, Zu- und Abwanderung,
Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Bildung und Geburtenentwicklung
sowie regionale Unterschiede im Zehnjahresvergleich. Die Broschüre
steht auf der ÖIF-Website kostenlos zum Download zur Verfügung.

41,3 % der Wiener Bevölkerung im Ausland geboren – Anstieg um 6,8
Prozentpunkte in zehn Jahren

Die meisten im Ausland geborenen Personen in Österreich haben
Deutschland (275.500), Bosnien und Herzegowina (181.200) oder die
Türkei (166.600) als Geburtsland. Besonders hoch ist der Anteil der
im Ausland geborenen Bevölkerung in Wien: Zu Beginn des Jahres 2026
lebten rund 841.900 im Ausland geborene Personen in der
Bundeshauptstadt. Das entspricht 41,3 % der Wiener Bevölkerung und
einem Anstieg um 6,8 Prozentpunkte seit 2016. Nach Wien verzeichneten
Vorarlberg (23,7 %) und Salzburg (22,2 %) die höchsten Anteile, den
niedrigsten das Burgenland (13,9 %). Im Zehnjahresvergleich
verzeichnete Wien mit einem Anstieg um 6,8 Prozentpunkte den
stärksten Zuwachs beim Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung,
gefolgt von der Steiermark (+4,2) sowie Salzburg und Tirol (jeweils +
4,1). Die geringsten Zuwächse gab es in Niederösterreich (+2,9) und
im Burgenland (+3). Im Jahr 2025 wanderten rund 161.900 Personen aus
dem Ausland nach Österreich zu, um 16.700 weniger als im Vorjahr.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Wegzüge von 128.500 auf 131.200
Personen. Der positive Wanderungssaldo lag damit bei rund 30.700
Personen.

Erwerbstätigenquote ausländischer Staatsangehöriger in Tirol und
Salzburg am höchsten

Die Erwerbstätigenquote lag in Österreich im Jahr 2025 bei 74,3 %
. Während 76,2 % der Österreicher/innen erwerbstätig waren, betrug
der Anteil bei ausländischen Staatsangehörigen 68,3 %. Dabei zeigen
sich erhebliche regionale Unterschiede: Die höchsten
Erwerbstätigenquoten ausländischer Staatsangehöriger verzeichneten
Tirol (76,5 %) und Salzburg (75,1 %), die niedrigste Wien mit 63,0 %.
Besonders groß war der Unterschied zwischen österreichischen und
ausländischen Staatsangehörigen im Burgenland (74,4 % gegenüber 64,6
%) und in der Steiermark (76,3 % gegenüber 66,5 %).

Auch bei der Arbeitslosigkeit bestehen deutliche Unterschiede:
Österreichweit lag die Arbeitslosenquote ausländischer
Staatsangehöriger 2025 bei 11 %, jene österreichischer
Staatsangehöriger bei 6,1 %. Die höchsten Arbeitslosenquoten unter
ausländischen Staatsangehörigen verzeichneten Wien (17,1 %), die
Steiermark (10,3 %) und Kärnten (9,4 %). Am niedrigsten waren sie im
Burgenland (5,4 %) und in Tirol (6,1 %).

Anteil außerordentlicher Schüler/innen in Wien am höchsten

Im Schuljahr 2024/25 gab es österreichweit rund 50.800
außerordentliche Schüler/innen, das entsprach 4,4 % aller
Schüler/innen. Die höchsten Anteile verzeichneten Wien mit 7,8 % und
Oberösterreich mit 4,5 %, die niedrigsten das Burgenland mit 2,1 %
und Kärnten mit 2,5 %. Insgesamt hatten 26 % der österreichischen
Schüler/innen eine andere Erstsprache als Deutsch, was einem Anstieg
von 3,8 Prozentpunkten im Vergleich zu 2014/15 entspricht. Die
Verteilung variierte stark zwischen den Schultypen: An Sonderschulen
und Polytechnischen Schulen lag der Anteil der Schüler/innen mit
nichtdeutscher Erstsprache mit 44,6 % bzw. 41,5 % besonders hoch.
Auch an Mittelschulen war der Anteil mit 34,9 % überdurchschnittlich.
Im Gegensatz dazu hatten 18,9 % der Schüler/innen einer BMS und 15,4
% einer BHS eine andere Erstsprache als Deutsch. Der geringste Anteil
wurde an Berufsschulen mit 9,4 % verzeichnet. Im
Bundesländervergleich war der Anteil der Schüler/innen mit
nichtdeutscher Erstsprache in Wien mit 48,9 % am höchsten und in
Kärnten mit 16,7 % am niedrigsten.

Durchschnittliche Kinderzahl in Österreich auf 1,3 gesunken – bei
Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak bei 3,37

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau ist in Österreich
weiter zurückgegangen: Lag sie 2015 noch bei 1,49, betrug sie im Jahr
2025 nur noch 1,30. Dabei bestehen deutliche Unterschiede nach dem
Geburtsland der Frauen. Bei in Österreich geborenen Frauen lag die
durchschnittliche Kinderzahl bei 1,19, bei im Ausland geborenen
Frauen bei 1,57. Auch bei letzteren ist die Kinderzahl gegenüber 2015
(1,92) deutlich gesunken. Besonders hoch war die durchschnittliche
Kinderzahl bei Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak mit 3,37
Kindern. Frauen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens verzeichneten
durchschnittlich 1,92 Kinder. Bei Frauen aus den EU-Mitgliedstaaten
vor der Erweiterung 2004 lag der Wert hingegen bei 1,08 und damit
unter jenem der in Österreich geborenen Frauen.

Über die ÖIF-Broschüre

Die neue Statistikbroschüre „Bundesländer 2026“ des
Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) bietet aktuelle Zahlen,
Daten und Fakten zu Herkunft, Zu- und Abwanderung, Erwerbstätigkeit,
Arbeitslosigkeit, Einkommen, Bildung und Geburtenentwicklung in allen
neun Bundesländern Österreichs. Die Publikation zeigt regionale
Unterschiede und zentrale Entwicklungen im Zehnjahresvergleich auf.
Grundlage sind unter anderem Daten der Statistik Austria und des
Arbeitsmarktservice (AMS). Die Broschüre steht auf der ÖIF-Website
kostenlos zum Download zur Verfügung. Weitere aktuelle Zahlen sowie
interaktive Grafiken und Datenvisualisierungen zu Asyl, Migration und
Integration bietet der ÖIF unter www.integrationsdaten.at .