Mattersburg bekommt ein neues Stadtquartier

Mattersburg (OTS) – Für Mattersburg ist es eines der prägendsten
Bauvorhaben der
kommenden Jahre. Die BWSG hat Anfang Oktober die Einreichunterlagen
für die Baukörper 1 bis 4 abgegeben. Vorgesehen sind insgesamt rund
160 frei finanzierte Mietwohnungen, errichtet in mehreren Etappen,
eine Polizeistation, großzügige Grün- und Freiflächen, öffentliche
Wege quer durch das Areal und eine eigene Tiefgarage für die
Bewohnerinnen und Bewohner. Ob zu einem späteren Zeitpunkt auch
Wohnungen ins Eigentum übergehen können, wird noch entschieden.

“Wir freuen uns, dass das Projekt nun Formen annimmt. Mit der
Abgabe der Einreichunterlagen setzen wir den nächsten Schritt und
sind überzeugt, dass das Vorhaben einen wichtigen Mehrwert für die
Mattersburger Innenstadt darstellen wird”, heißt es seitens der BWSG.
Auch der Zeitplan ist klar umrissen: “Wir rechnen mit einer
Bauverhandlung noch im Oktober und gehen von einer Genehmigung des
Projekts bis Jahresanfang 2027 aus.”

Zwtl.: Ein Quartier, das der ganzen Stadt gehört

Was das Projekt besonders auszeichnet, ist seine Offenheit. Statt
einer abgeschlossenen Wohnanlage entsteht ein Areal, das
Bewohnerinnen und Bewohnern ebenso zur Verfügung steht wie allen
Mattersburgerinnen und Mattersburgern. Herzstück sind drei
öffentliche Durchwegungen, die die Hirtengasse mit der Michael Koch-
Straße verbinden und damit neue, kurze Wege durch die Innenstadt
schaffen.

Zwei dieser Verbindungen sind auch mit dem Fahrrad befahrbar,
eine davon wird sogar vollständig barrierefrei gestaltet. Das ist
alles andere als selbstverständlich: Zwischen Hirtengasse und Michael
Koch-Straße liegen vier bis sechs Meter Höhenunterschied. Dass es
dennoch gelingt, einen barrierefreien Weg anzulegen, ist planerisch
eine große Herausforderung und für Menschen mit Kinderwagen, Rollator
oder Rollstuhl ein echter Gewinn im Alltag.

Zwtl.: Die Hälfte des Areals bleibt frei

Ebenso bemerkenswert ist der hohe Anteil an Grün- und
unversiegelten Flächen. Der Teilbebauungsplan „Michael Koch-Straße“
sieht vor, dass höchstens 50 Prozent der Grundfläche bebaut werden.
Die andere Hälfte bleibt Freiraum und wird qualitätsvoll gestaltet,
auch hier ausdrücklich zur Nutzung durch die Öffentlichkeit. In
Zeiten, in denen Bodenversiegelung zu Recht kritisch gesehen wird,
setzt das Projekt damit ein deutliches Zeichen.

Zwtl.: Wohnen mit viel Luft und Licht

Die Architektur nimmt Rücksicht auf die Umgebung. Entlang der
Hirtengasse sind dreigeschossige Wohngebäude mit zurückversetztem
Staffelgeschoss geplant, die sich maßvoll in das Straßenbild
einfügen. An der Michael Koch-Straße entsteht mit Baukörper 1 ein
höheres Gebäude mit fünf Geschossen und ebenfalls einem
Staffelgeschoss. Es markiert den städtischen Auftakt des Quartiers
und soll voraussichtlich als erstes umgesetzt werden.

Für hohe Wohnqualität sorgen großzügige Freiflächen, Balkone und
Loggien. Ein Großteil der Erdgeschosswohnungen erhält einen eigenen
Garten. Sämtliche Wohnhausanlagen werden barrierefrei erschlossen,
damit ist das Quartier für junge Familien ebenso geeignet wie für
ältere Menschen, die möglichst lange selbstständig leben möchten.

Zwtl.: Mehr Sicherheit für die Innenstadt

Im Baukörper 1 soll neben Wohnungen auch eine Polizeistation
untergebracht werden. Damit rückt eine zentrale öffentliche
Einrichtung direkt ins neue Quartier und in die Mitte der Stadt.

Gleichzeitig mit dem ersten Gebäude wird die zweigeschossige
Tiefgarage errichtet, erreichbar über die Hirtengasse. Sie steht den
Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers zur Verfügung. Die
Freiräume zwischen den Häusern bleiben dadurch gänzlich autofrei und
können als Grünflächen, Gärten und Wege genutzt werden.

Zwtl.: Heizen und Kühlen mit Erdwärme

Auch beim Energiekonzept setzt die BWSG auf Zukunftsfähigkeit.
Für Wärme und Kühlung ist eine Lösung über Geothermie projektiert,
die die Wohnungen im Winter wärmt und im Sommer kühlt. Das wird
angesichts zunehmender Hitzetage immer wichtiger. Alternativ ist auch
eine Anbindung an die in Mattersburg geplante Fernwärme möglich.
Photovoltaikanlagen auf den Dächern erzeugen zusätzlich Strom,
Dachbegrünungen verbessern das Mikroklima, halten Regenwasser zurück
und wirken der sommerlichen Überhitzung entgegen.

Zwtl.: Mattersburgs Volksschulkinder geben dem Quartier seinen Namen

Ein neues Stück Stadt braucht auch einen eigenen Namen. Deshalb
wird in Abstimmung mit der Stadtgemeinde und der Volksschule
Mattersburg ein Name für das Quartier gesucht. Auch die einzelnen
Baukörper sollen, wie bei der BWSG üblich, eigene Namen erhalten.

Das Besondere daran: Die Namen kommen von den Jüngsten der Stadt.
Schülerinnen und Schüler der Volksschule Mattersburg treffen die
Auswahl, festgelegt werden die Namen anschließend im Rahmen eines
Wettbewerbs. Auf die Teilnehmenden warten dabei auch Preise. So wird
das Projekt schon vor dem ersten Spatenstich zu einem Stück
Mattersburg, das die Menschen vor Ort selbst mitgestalten.

Baustart 2027

Der Baustart ist für 2027 vorgesehen. Voraussetzung dafür sind
die erforderlichen Genehmigungen, die bis Anfang 2027 erwartet
werden.

Ausblick

Noch nicht Teil der aktuellen Einreichung sind die Baukörper 5
und 6. Weitere Gespräche mit der Gemeinde sollen noch im Herbst
stattfinden, mit dem Ziel, auch den restlichen Teil des Grundstücks
mit einem klaren Mehrwert für Stadtgemeinde und Öffentlichkeit zu
entwickeln.

Bildmaterial unter: Mattersburg Michael Koch-Straße