KHM-Kuratorium spricht Geschäftsführung das Vertrauen aus

Wien (OTS) – – Rechtliche Überprüfung ergab keine Hinweise auf
Mobbing/Bossing
durch die Geschäftsführung bzw. auf Compliance-Verfehlungen.

– Kuratorium fordert von Geschäftsführung Maßnahmen zur Verbesserung
der Kommunikation im notwendigen laufenden Change Prozess.

In einer außerordentlichen Sitzung hat das Kuratorium des KHM-
Museumsverbandes am Montagabend (8.6.2026) das Gutachten von
Sieglinde Gahleitner behandelt. Gahleitner ist eine ausgewiesene
Arbeitsrechtsexpertin und Verfassungsrichterin. Sie wurde Ende März
vom Kuratorium mit der Untersuchung der Mobbing-/Bossing-Vorwürfe
gegen die Geschäftsführung des KHM-Museumsverbandes beauftragt, die
von Veronika Sandbichler, Direktorin am Schloss Ambras Innsbruck, und
ihrem Rechtsvertreter auch öffentlich vorgebracht worden waren.

Zur Erstellung des Gutachtens befragte Gahleitner sowohl Frau
Sandbichler, die beiden Geschäftsführer Jonathan Fine und Paul Frey,
den Betriebsrat, den externen Team-Coach in Schloss Ambras, aktive
und ehemalige Mitarbeiter:innen, insgesamt mehr als 30 Personen, und
analysierte vorgelegte Unterlagen und Emailverkehr.

In ihrer Analyse des Sachverhaltes kommt Gahleitner zu dem
Schluss, dass die Vorwürfe von Veronika Sandbichler nicht als Mobbing
oder Bossing der Geschäftsführung angesehen werden können. Die
Geschäftsführer haben auf interne und externe Beschwerden reagiert,
die Ende 2024/Anfang 2025 Defizite im Führungsverhalten von
Sandbichler thematisierten. Die im Laufe des Jahres 2025 angestrebte
Verbesserung der Teamsituation und der wirtschaftlichen Situation in
Schloss Ambras durch Erarbeitung einer effizienteren
Organisationsstruktur und einer neuen inhaltlichen Ausrichtung
führten jedoch zu keinem Ergebnis. In der Kommunikation zwischen der
Geschäftsführung und Frau Sandbichler gab es von Anfang 2025 an immer
wieder Missverständnisse und später auch Konflikte. Im Jänner 2026
äußerte Sandbichler dann den Wunsch nach einer einvernehmlichen
Lösung des Dienstverhältnisses.

Im Gutachten hat Gahleitner auch die Vorwürfe geprüft, die gegen
Paul Frey gerichtet waren. Die behaupteten Verfehlungen haben sich
als völlig haltlos erwiesen.

Die Kommunikation mit einigen Mitarbeitenden in der
Übergangsphase zwischen Sabine Haag und Jonathan Fine verlief dem
Gutachten zu Folge nicht optimal, dies vor allem im Zusammenhang mit
der Beendigung von Dienstverhältnissen einiger weniger
Führungskräfte. Daran wurde von drei Personen nachvollziehbar Kritik
geäußert. Die aktiven Beschäftigten haben sich hingegen überwiegend
positiv über das Klima, die Bestrebungen zur Modernisierung des
Hauses und die notwendigen Veränderungsprozesse geäußert.

Auf Basis des Berichts und der entsprechenden Erläuterungen durch
Gahleitner hat das Kuratorium in seiner Sitzung den Geschäftsführern
Jonathan Fine und Paul Frey einstimmig das Vertrauen ausgesprochen.

Kuratoriumsvorsitzende Ulrike Baumgartner-Gabitzer: „Die
rechtliche Aufarbeitung der Vorwürfe ist nun abgeschlossen. Nach
Ansicht der Gutachterin wurde im vorliegenden Fall kein
prozesshaftes, über längere Zeit hindurch systematisches Ausgrenzen
von Frau Sandbichler mit dem Ziel des Ausstoßes aus dem
Arbeitsverhältnis festgestellt. Das wäre Mobbing/Bossing. Jedenfalls
ist die Kommunikation zwischen den Geschäftsführern und Frau
Sandbichler in einer schwierigen betrieblichen Situation schlecht
gelaufen. Das Kuratorium hat die Geschäftsführung daher aufgefordert,
die Kommunikationsbemühungen insgesamt zu verstärken, um den
notwendigen Change Prozess und weitere Reformschritte besser zu
begleiten und in der Zukunft weiterzuentwickeln.“