GLOBAL 2000: Geologische Speicherung von CO2 als teurer Irrweg

Wien (OTS) – Anlässlich der heute startenden Begutachtung des
„Bundesgesetzes über
die geologische Speicherung von Kohlenstoffdioxid (KSp-G)“ warnt die
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 vor zu großen Erwartungen in
diese Technologie: „Die geologische Speicherung von CO2 ist ein
teurer Irrweg, wenn sie als große Lösung verkauft wird. Tatsächlich
sind viele Fragen ungelöst: Der enorme Energieaufwand macht sie zu
einer klimaschädlichen Technologie. Weiters ist die dauerhafte
Lagerung von CO2 nicht gesichert, weil es zu Leckagen kommen kann.
Wenn, dann darf diese Technologie nur in Ausnahmefällen zur Anwendung
kommen, wo keine andere Möglichkeit besteht, CO2 zu vermeiden,“ so
Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Zwtl.: Zusätzliches Bundesland an Strom

Selbst im Fall einer begrenzten Anwendung, rechnet das
Umweltbundesamt mit einem enormen Energiebedarf von 8,9 TWh Wärme und
4,9 TWh Strom. Zum Vergleich: Das Datencenter in Kronstorf wird im
Vollausbau 4,4 TWh Strom verbrauchen. Diese Energiemengen sind
derzeit nicht in nationale Ausbaupläne für erneuerbare Energien
eingeplant. GLOBAL 2000 sieht dies aber als Voraussetzung an, um die
Technologie überhaupt in Erwägung zu ziehen, da ansonsten fossile
Energie dafür sorgen würde, dass CO2 abgeschieden werden kann. „In
Zeiten globaler Energiekrisen würde sich Österreich mit CSS-Speichern
und Datencentern großen zusätzlichen Stromverbrauch schaffen, anstatt
an einer Strategie zur langfristigen Minderung des Energieverbrauchs
zu arbeiten“, so Wahlmüller weiter.

Zwtl.: Elf Milliarden mitten ins Sparbudget

Elf Milliarden Euro: Der Ausbau der Infrastruktur wird teuer und
die erwarteten Kosten müssen aktuell direkt über bereits hoch
belastete Budgets abgewickelt werden. Die Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000 pocht daher auf das Verursacherprinzip: „Diese Kosten
müssen von jenen getragen werden, die die Verschmutzung mit CO2
verursachen und dürfen auf keinen Fall auf die Öffentlichkeit
abgewälzt werden. Öffentliche Mittel braucht es verstärkt für die
Förderung thermischer Sanierung, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs
und für den Ausbau erneuerbarer Energieträger.“

Weiters sieht GLOBAL 2000 die Notwendigkeit, Forschung in jenen
Bereichen zu investieren, wo derzeit noch keine Optionen zur CO2-
Vermeidung bestehen. Denn was heute noch nicht möglich ist, kann
morgen lösbar werden.

„Aus unser Sicht fehlen noch einige wichtige Voraussetzungen für
die geologische Speicherung von CO2 in Österreich. Dazu gehören
ausreichend erneuerbare Energie und die klare Verankerung des
Verursacherprinzips für die enormen Kosten“, so Johannes Wahlmüller,
Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000 abschließend.