Wien (OTS) – Die Forderung der Gewerkschaft Bau-Holz nach einer
„Baustrategie Rot-
Weiß-Rot“ greift zentrale Probleme der Branche auf. Für die
Freiheitliche Wirtschaft steht jedoch fest: Nach Jahren erheblicher
Belastungen für die Bau- und Immobilienwirtschaft darf die politische
Antwort nicht bei einem weiteren Strategiepapier stehen bleiben.
FW-Wohnbausprecher René Schachner, MSc hat bereits vor Monaten
konkrete Maßnahmen zur Wiederbelebung des Wohnbaus eingefordert und
einen umfassenden Maßnahmenplan vorgelegt. Umso mehr begrüßt er, dass
die Probleme der Branche nun auch von anderer Seite aufgegriffen
werden. Entscheidend sei aber, dass aus Forderungen endlich konkrete
politische Maßnahmen werden.
Hohe Baukosten durch horrende Energiepreise, hohe Lohnkosten und
überschießende Baunormen, gestiegene Finanzierungskosten und
restriktive Finanzierungsvorgaben haben den Wohnbau massiv getroffen.
Die frühere KIM-Verordnung ist zwar ausgelaufen, wesentliche
Richtwerte finden sich jedoch weiterhin in der aufsichtlichen
Erwartungshaltung der FMA. Gleichzeitig bleibt Wohnraum stark
nachgefragt. Entscheidend ist daher, Finanzierungen wieder leichter
zugänglich zu machen und Investitionen tatsächlich auszulösen.
Aus Sicht der Freiheitlichen Wirtschaft braucht es deshalb rasch
konkrete Schritte: flexiblere und stärker auf die individuelle
Bonität abgestellte Wohnbaufinanzierungen, schnellere Bau- und
Widmungsverfahren, einen One-Stop-Shop für Genehmigungen sowie
verbindliche Entscheidungsfristen. Das FW-Wirtschaftsprogramm fordert
zudem, Investitionen durch attraktivere Investitionsfreibeträge,
degressive Abschreibungen und realistischere Abschreibungszeiten zu
erleichtern. Ebenso sollen regulatorische Vorgaben wirtschaftlich
gesunde Kreditnehmer und KMU nicht unnötig von Finanzierungen
abschneiden.
Dazu kommen niedrigere Lohnnebenkosten, leistbare Energie und
eine Beschleunigung öffentlicher und privater Bauvorhaben. Denn jeder
zusätzliche Bauauftrag schafft Wertschöpfung weit über die Baustelle
hinaus – vom Baumeister über Installateur, Elektriker, Maler und
Fliesenleger bis zum Baustoffhandel.
FW-Wohnbausprecher René Schachner, MSc: „Es ist gut, wenn nun
auch andere jene Probleme erkennen, auf die wir seit Monaten
hinweisen. Aber die Bauwirtschaft braucht keine weiteren
Ankündigungen und jahrelangen Strategiedebatten. Häuslbauer brauchen
finanzierbare Kredite, Betriebe brauchen Aufträge und Investoren
verlässliche Rahmenbedingungen. Es braucht Taten statt Worte:
Finanzierungshürden runter, Verfahren beschleunigen und Investitionen
erleichtern. Jeder weitere verlorene Monat kostet Betriebe,
Arbeitsplätze und dringend benötigten Wohnraum.“