Freiwilliges Umweltjahr: Engagement für Umwelt und Klima darf nicht geschwächt werden

Wien (OTS) – Angesichts der laufenden Debatte über die Reform von
Wehr- und
Zivildienst warnt die Jugend-Umwelt-Plattform JUMP davor, das
Freiwillige Umweltjahr FUJ künftig nicht mehr als Ersatz für den
Zivildienst anzuerkennen. Eine solche Entscheidung würde eine
bewährte Form des freiwilligen Engagements junger Menschen schwächen
und mehr als 80 gemeinnützige Organisationen im Umwelt-, Natur- und
Klimaschutz unmittelbar treffen.

„Wer Österreich krisenfester machen will, darf Umwelt-, Klima-
und Ressourcenschutz nicht aus der zivilen Landesverteidigung
ausklammern. Gerade angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und
der aktuellen Dürre brauchen wir junge Menschen, die bereit sind,
Verantwortung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu übernehmen“,
betont JUMP.

Derzeit nehmen rund 100 junge Menschen pro Jahr am Freiwilligen
Umweltjahr FUJ teil, etwa 70 davon sind junge Männer. Sie engagieren
sich unter anderem in Nationalparks, Umweltorganisationen und
Bildungseinrichtungen sowie im Natur- und Biodiversitätsschutz und in
der nachhaltigen Landwirtschaft. Gemeinsam leisten FUJ-Teilnehmende
rund 133.000 Stunden gemeinnützige Arbeit pro Jahr .

Zwtl.: Kleines Programm mit großer Wirkung

Im Verhältnis zum regulären Zivildienst ist die Zahl jener, die
das FUJ als Zivildienstersatz absolvieren, äußerst gering: Rund 70
jungen Männern pro Jahr wird dieser Weg ermöglicht. Für die mehr als
80 beteiligten Organisationen ist ihre Arbeit dennoch von großer
Bedeutung – insbesondere für kleinere gemeinnützige Einrichtungen und
Organisationen im ländlichen Raum.

„Es geht um ein kleines und klar begrenztes Programm, das sich
seit Jahren bewährt hat und einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert
schafft. Dieses Angebot ersatzlos zu streichen, würde funktionierende
Strukturen schwächen, ohne die Sicherheit Österreichs zu erhöhen.“

Zwtl.: Umwelt- und Klimaschutz sind Teil moderner Sicherheitspolitik

Die aktuelle Dürre und zunehmende Extremwetterereignisse zeigen,
dass Klimafolgen auch Fragen der Versorgungs- und
Ernährungssicherheit sowie der regionalen Resilienz sind. Eine
zeitgemäße Definition ziviler Landesverteidigung muss daher Umwelt-,
Klima- und Ressourcenschutz mitdenken.

Das FUJ unterstützt maßgeblich dabei. Freiwillige engagieren sich
in nachhaltiger Landwirtschaft, Biodiversitäts- und Ressourcenschutz,
Umweltbildung und erneuerbaren Energien. Gleichzeitig bietet das
Programm jungen Menschen Orientierung und Qualifizierung; viele
entscheiden sich anschließend für eine Ausbildung oder berufliche
Laufbahn im Umwelt-, Klima- oder Landwirtschaftsbereich.

Zwtl.: Weiterentwicklung statt Abschaffung

JUMP fordert daher den Erhalt der gesetzlichen Möglichkeit, das
Freiwillige Umweltjahr als Zivildienstersatz anzuerkennen.
Gleichzeitig ist JUMP bereit, das bestehende Modell gemeinsam mit der
Politik weiterzuentwickeln.

„Eine zukunftsorientierte Landesverteidigung braucht nicht
weniger Engagement für Umwelt und Klima, sondern mehr. Junge
Menschen, die bereit sind, ein Jahr ihrer Zeit für unsere
Gesellschaft und unsere natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen,
verdienen Unterstützung – keine zusätzlichen Hürden.“