80 Jahre Sozialpartnerschaft: Zukunft gemeinsam gestalten

Wien (OTS) – 2026 feiert die Österreichische Sozialpartnerschaft ihr
80-jähriges
Bestehen. Im Rahmen einer Festveranstaltung diskutierten AMS-Vorstand
Johannes Kopf, AK Präsidentin Renate Anderl, Bundesministerin Korinna
Schumann, Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger und
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig die Fragestellung, wie
Österreich zu höherem Produktivitätswachstum kommen und einen
stabilen, zukunftsfähigen Arbeitsmarkt gewährleisten könne. Im Fokus
standen zentrale Herausforderungen wie Investitionen, Digitalisierung
und Innovation, demografische Entwicklungen, Fachkräftebedarf sowie
Bildung und Qualifizierung.

In seinem Eingangsstatement ging AMS-Vorstand Johannes Kopf auf
die wirtschaftlichen Kennzahlen ein, die derzeit alles andere als
erfreulich seien: „Österreichs BIP wächst zu langsam, wir haben kein
Produktivitätswachstum, und die insgesamt geleistete Arbeitszeit ist
trotz mehr Menschen am Arbeitsmarkt nur stabil. Gleichzeitig steht
der Arbeitsmarkt vor großen strukturellen Veränderungen. Diese sind
Digitalisierung, ökologische Transformation und Demografie.
Österreich sollte sich all diesen Herausforderungen aber mit
Optimismus stellen und die Chancen darin sehen, denn es verfügt über
große Innovationskraft, grüne Energie, ein exzellentes
Ausbildungssystem und eine starke Sozialpartnerschaft.“

Industriestrategie mit Fachkräftestrategie verknüpfen

„Die Entwicklung der Produktivität ist stark mit der Konjunktur
verknüpft, mit dem konjunkturellen Aufschwung wird auch die
Produktivität wieder zunehmen“, führte AK Präsidentin Renate Anderl
aus. Sie wies auf den Zusammenhang zwischen Fachkräftemangel und
Produktivität hin: „Fehlen Fachkräfte, wirkt sich das negativ aus.
Daher muss man alles für mehr Fachkräfte tun.“ Die Sozialpartner
hätten gute Vorschläge für bessere Rahmenbedingungen für die Betriebe
und die Beschäftigten. „Gute und gesunde Arbeitsbedingungen oder die
raschere Anerkennung von Qualifikationen aus anderen Ländern nutzen
Betrieben wie Arbeitnehmer:innen gleichermaßen.“ Die
Industriestrategie sei ein wichtiges Element zur
Produktivitätssteigerung, muss aber mit der Fachkräftestrategie
gemeinsam gedacht werden.

Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann: „Unsere
Arbeitswelt verändert sich tiefgreifend durch Demografie,
Digitalisierung und künstliche Intelligenz, durch den ökologischen
Wandel und wirtschaftliche Unsicherheiten. Zukunft lässt sich nicht
gegeneinander gestalten, sondern nur gemeinsam. Mit den Erfahrungen
und Perspektiven der Menschen, die von diesen Veränderungen
unmittelbar betroffen sind. Gerade in solchen Zeiten brauchen wir
eine starke Sozialpartnerschaft.“

Regionale Wertschöpfungsketten forcieren, Wertschöpfung in
Regionen halten

„Um Österreichs Produktivität langfristig zu stärken, brauchen
wir neben Innovationen und Investitionen auch echte Nachhaltigkeit
und somit eine Balance zwischen Wirtschaft, Umwelt und Sozialem. In
diesem Sinne muss es klares Kernanliegen aller Sozialpartner sein,
primär die regionalen Wertschöpfungsketten zu forcieren, die
Versorgungssicherheit auszubauen und unabhängiger zu werden. Auch die
Verfügbarkeit von Lebensmitteln, nachwachsenden Rohstoffen und
erneuerbarer Energie zählt wesentlich zur Sicherheit, was in diesen
weltpolitisch herausfordernden Zeiten von größter Bedeutung ist“,
betonte Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger
und weiter: „Eine Stärkung der heimischen Land- und Forstwirtschaft
kommt auch der vor- und nachgelagerten Wirtschaft und somit
unzähligen Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen zugute. Hier gibt
es viele gemeinsame Interessen, die wir noch intensiver verfolgen
sollten. Dieser Mehrwert für ganz Österreich sollte uns mehr wert
sein.“

Bundesminister Norbert Totschnig: „Digitalisierung, die
Auswirkungen des Klimawandels und Veränderungen der Arbeitswelt
stellen unsere Regionen und bäuerlichen Familienbetriebe vor neue
Herausforderungen. Die gemeinsame Aufgabe von Politik und
Sozialpartnern ist es, daraus Chancen zu ermöglichen. Dafür müssen
wir mehr Wertschöpfung in den Regionen halten, Aus- und Weiterbildung
stärken und die Produktivität durch Innovation erhöhen. Wenn wir
regionale Verarbeitung und Vermarktung ausbauen, neue
Geschäftsmodelle ermöglichen und gezielt in Qualifikation
investieren, schaffen wir wirtschaftliche Perspektiven und stärken
Österreich langfristig.“ (PWK448)

Informationen zur Sozialpartnerschaft sowie die aktuellen
Dokumente zum 80-jährigen Jubiläum finden sich auf
www.sozialpartner.at