Wien (OTS) – Sie produzieren Waren, bieten Dienstleistungen an und
erzeugen
zunehmend auch Energie. Wiens Betriebsgebiete verbinden Klimaschutz
mit der Anpassung an Hitze und Starkregen. Wien verfügt über 2.121
Hektar gewidmete Betriebsbau- und Industrieflächen. Davon sind nur
noch 129 Hektar unverbaut und stehen potenziell für neue
Betriebsansiedlungen zur Verfügung. Die Wirtschaftskammer Wien setzt
deshalb auch auf die energieeffiziente und klimafitte
Weiterentwicklung bestehender Standorte.
„Unsere Betriebsgebiete sind mehr als Orte, an denen gearbeitet
und produziert wird. Hier wird die Energiewende konkret. Unternehmen
investieren in Sonnenstrom, machen ihre Standorte klimafit und
entwickeln gemeinsam Energielösungen. Wer Klimaschutz in Wien
voranbringen will, muss dieses Potenzial nutzen und betriebliche
Investitionen erleichtern“, sagt Margarete Kriz-Zwittkovits,
Präsidentin der WK Wien.
Hallendächer werden zu Kraftwerken
In den Wiener Betriebsgebieten waren mit Stand 2025 rund 800
Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von rund 110
Megawattpeak (MWp) erfasst. Laut WK-Wien-Erhebung entfielen damit bis
zu 34 Prozent der installierten Photovoltaik-Leistung Wiens auf
Betriebsgebiete. Zwischen 2020 und 2025 hat sich die Leistung dort
fast verfünffacht. Nach Berechnungen der WK Wien könnten die Anlagen
theoretisch den Strombedarf von rund 32.000 Haushalten decken.
Betriebsstandorte haben dafür sehr günstige Voraussetzungen:
Große Dächer von Produktions- und Logistikhallen treffen auf einen
hohen Strombedarf vor Ort. Viele Unternehmen benötigen Energie gerade
tagsüber, wenn Photovoltaikanlagen Strom erzeugen. Damit können sich
Erzeugung und Verbrauch gut ergänzen.
Besonders interessant ist die Verbindung von Photovoltaik und
Dachbegrünung. Die Begrünung kühlt das Dach und kann dadurch die
Effizienz der Solaranlage verbessern. Sie hält außerdem Regenwasser
zurück und schützt die Dachabdichtung. Eine Dachfläche erfüllt so
mehrere Aufgaben: Sie erzeugt Energie, speichert Wasser und
verbessert das Mikroklima.
Weniger Asphalt, mehr Schutz vor Hitze und Starkregen
Beim Umbau von Betriebsarealen geht es auch um die Anpassung an
Klimafolgen. Großflächig asphaltierte Stellplätze heizen sich auf und
verhindern, dass Regenwasser natürlich versickert. Wasserdurchlässige
Beläge, Bäume und Grüninseln können hier gegensteuern. Sie
ermöglichen die Aufnahme von Niederschlag vor Ort und sorgen für
Schatten und Verdunstungskühlung. Gründächer speichern zusätzlich
Wasser und geben es verzögert ab. Dadurch wird die Kanalisation bei
Niederschlägen entlastet.
Solche Maßnahmen müssen jedoch mit Anlieferung, Ladezonen und
anderen betrieblichen Anforderungen vereinbar sein. Auch die Stadt
ist gefordert, den öffentlichen Straßenraum in Betriebsgebieten durch
Begrünung, Beschattung und Regenwassermanagement klimaeffizient
weiterzuentwickeln. So können Investitionen auf Firmengeländen und
Maßnahmen im öffentlichen Raum ineinandergreifen.
Vom Einzelbetrieb zum Energiepartner
Ein weiterer Hebel zur Klimaeffizienz liegt in der Zusammenarbeit. In
Energiegemeinschaften können Unternehmen erneuerbare Energie
gemeinsam erzeugen, verbrauchen und teilen. Sonnenstrom von
Betriebsdächern kann dadurch nicht nur im eigenen Unternehmen,
sondern auch von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft genutzt werden.
Dazu können Unternehmen ebenso wie Haushalte gehören. Die
gemeinschaftliche Nutzung kann wirtschaftliche Vorteile bringen;
mögliche Einsparungen hängen vom jeweiligen Modell ab.
„Sonnenstrom vom Nachbardach nutzen und Betriebsstandorte gegen
Hitze und Starkregen schützen; darin liegen konkrete Chancen für
unsere Unternehmen. Dabei ist zu beachten, dass Begrünung und
Entsiegelung mit dem Betriebsalltag vereinbar sind. Ladezonen und
Zufahrten müssen nutzbar bleiben“, betont Kriz-Zwittkovits.
WK Wien unterstützt
Die WK Wien unterstützt Unternehmen unter anderem mit ihrem
Betriebsgebietsmanagement, dem Solarpotenzial-Report und der
Photovoltaikberatung Solar-Fit!. Die Energiefrühstücksreihe bietet
zusätzlich Praxiswissen und Austausch zur gemeinschaftlichen
Energienutzung.
Weitere Informationen:
– Betriebsgebietsmanagement
– Solarpotenzial-Report
– Solar-Fit!