Anton-Benya-Preis 2026: Wer Fachkräfte will, der muss sie ausbilden

Wien (OTS) – Der Anton-Benya-Preis wurde 1972 ins Leben gerufen, um
Persönlichkeiten und Projekte auszuzeichnen, die sich verdient
gemacht haben um die Facharbeit. „Eine Initiative, die nichts an
Aktualität verliert: Gute Fachkräfte fallen schließlich nicht vom
Himmel – wer sie will, der muss sie auch ausbilden“, sagte ÖGB-
Präsident Wolfgang Katzian bei der Preisverleihung gestern Abend im
Festsaal des Wiener Rathauses. 27 herausragende Projekte und
Einzelpersonen wurden gewürdigt.

Von der ersten Frau, die in Österreich den Beruf der
Straßenerhaltungsfachfrau erlernte und heute bei
Schneepflugmeisterschaften der männlichen Konkurrenz davonfährt über
ein innovatives E-Learning-Modell für Lehrlinge und Unternehmen, die
seit mehr als sieben Jahrzehnten Lehrlinge ausbilden bis zu
Persönlichkeiten, die Lehrwerkstätten auch für Jugendliche mit
Startschwierigkeiten etablierten – die Palette der Preisträger:innen
ist groß und zeigt eines, so Katzian: „Wer sich in der Lehrausbildung
engagiert, der kann sich auch über Erfolge freuen.“ Nur Jammern über
den Fachkräftemangel sei zu wenig, erinnert der ÖGB-Präsident an den
Rückgang der Lehrstellen in Österreich: Ihre Zahl sinkt
kontinuierlich, mit rund 14 Prozent bildet nicht einmal ein Fünftel
der Unternehmen Lehrlinge aus.

Ausbildungsfonds könnte jährlich 1,8 Milliarden Euro für die
Lehrausbildung bringen

Deswegen fordert der ÖGB einen Ausbildungsfonds, der einem
einfachen Prinzip folgt: Alle Unternehmen leisten einen Beitrag von
einem Prozent ihrer Bruttolohnsumme in einen gemeinsamen Fonds.
Ausbildungsbetriebe werden gefördert und erhalten Kosten für die
Ausbildung von Lehrlingen aus dem Fonds zurück, während Betriebe, die
nicht ausbilden, aber alle Voraussetzungen dafür erfüllen würden,
sich an der Finanzierung beteiligen. „Vergleichsweise wenige Betriebe
finanzieren einen Großteil der Ausbildung. Gleichzeitig profitieren
viele Unternehmen von fertig ausgebildeten Fachkräften, ohne selbst
auszubilden“, sagt Katzian: „Das ist weder fair noch wird der
Fachkräftebedarf damit gelöst.“

Nach aktuellen Berechnungen der ÖGB-Expert:innen könnten durch
den Ausbildungsfonds jährlich rund 1,8 Milliarden Euro für die
Lehrlingsausbildung lukriert werden. Der Ausbildungsfonds wäre also
ein Win-win-Modell, so Katzian abschließend: „Alle Unternehmen sollen
einen Beitrag leisten und nicht nur jene, die bereits Verantwortung
übernehmen, so wie die mit dem Anton-Benya-Preis 2026
Ausgezeichneten, denen ich herzlich gratuliere und aufrichtig danke!“

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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