St. Pölten (OTS) – Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften St.
Pölten – die
University of Applied Sciences St. Pölten (USTP) – feierte am
gestrigen Donnerstagabend ihr 30-jähriges Bestehen mit einem
offiziellen Festakt. Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung,
Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, allen voran
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, folgten der Einladung zum
Campus St. Pölten.
Die Landeshauptfrau betonte den engen Zusammenhang zwischen den
Jubiläen „30 Jahre Hochschule St. Pölten“ und „40 Jahre
Landeshauptstadt“. Mit der Entscheidung für St. Pölten habe eine
„neue Gründerzeit“ begonnen, die vom Regierungsviertel über Kultur-
und Gesundheitseinrichtungen bis zum Ausbau als Hochschul- und
Universitätsstandort reiche. Die USTP habe dabei Pionierarbeit für
Stadt und Land geleistet: 1996 mit 67 Studierenden gestartet, biete
sie heute 30 Studiengänge für über 4.000 Studierende an. „Hier werden
seit 30 Jahren Projekte zu Erfolgsgeschichten“, unterstrich Mikl-
Leitner.
Die Hochschule sei ein wichtiger Eckpfeiler des
Wissenschaftsstandortes Niederösterreich und habe mit Digitalisierung
und Medien, Mobilität, Gesundheit und Sozialem ein klares Profil
entwickelt. „Indem wir Wissenschaft ganz oben auf unserer
Prioritätenliste haben, ist Niederösterreich heute Wissenschafts- und
Bildungsland“, betonte die Landeshauptfrau. Dank Instituten wie dem
ISTA, MedAustron und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen sei das
Land weit über seine Grenzen hinaus bekannt und verfüge über
Kooperationspartner in ganz Europa und darüber hinaus. „Und St.
Pölten hat bei dieser Entwicklung eine Pionierrolle.“ Sie sprach an
dieser Stelle auch von einem „besonderen Zukunftsprojekt“, dem
Europacampus Hainburg, an dem die Hochschule federführend mitwirke.
„Wissenschaft, Bildung und Ausbildung schaffen die Grundlagen
unseres Wohlstandes“, hielt die Landeshauptfrau zudem fest und
wünschte sich für die Zukunft, dass die USTP weiterhin jungen
Menschen beste Chancen eröffne und Antworten auf zentrale
Zukunftsfragen liefere. Dabei verwies sie auf die „Mission
Nobelpreis“ und die jährlichen Investitionen des Landes von 150
Millionen Euro in Wissenschaft und Forschung: „Hier geht es nicht um
eine Medaille im Regal. Es geht darum, den besten Köpfen in
Niederösterreich die besten Rahmenbedingungen zu bieten. Denn aus
Forschung entstehen Innovationen, neue Produkte und Unternehmen sowie
Wertschöpfung und gut bezahlte Arbeitsplätze“, so Mikl-Leitner.
Bürgermeister Matthias Stadler sagte, „die Gründung der USTP war
ein großes Wagnis für die Stadt“, aber heute wisse man, man habe
damals mit Mut die richtige Entscheidung getroffen. Er betonte: „Die
USTP gehört heute zu den forschungsstärksten Einrichtungen im Bereich
Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Praxis.“ Und Stadler
unterstrich: „Ohne die USTP gäbe es heute keine New Design
University, keine Bertha von Suttner Privatuni und auch keine KPH in
St. Pölten. Die USTP ist ein Imageträger für die Stadt und die
gesamte Region.“
Elmar Pichl, Sektionschef im Bundesministerium für Bildung,
sprach über den Beitrag der Hochschule für den Wissenschaftsstandort
Österreich. „Die USTP ist regional verankert und wirkt trotzdem ganz
in die Republik hinein“, sagte er. Wichtig sei unter anderem der
Fokus der angewandten Wissenschaft in Bezug auf die
Fachkräfteausbildung oder auch die rasche Umsetzung von
wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis. „Als Bund ist uns in
der Hochschul- und Wissenschaftspolitik neben nachhaltiger
Finanzierung und Entbürokratisierung vor allem die Begleitung von
Hochschulen innerhalb Europas ein wichtiger Punkt“, so Pichl.
Johann Haag und Hannes Raffaseder, die Geschäftsführer der USTP,
erklärten, was seit 30 Jahren den Kern der USTP ausmache: „Unsere
Menschlichkeit, Nahbarkeit und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit
unseren Studierenden, Partnern und der Wirtschaft.“ Partnerschaft sei
auch ein wichtiges Stichwort, wenn man auf die zukünftige Entwicklung
schaue. „Denn sowohl national, europäisch als auch beyond Europe ist
Zusammenarbeit entscheidend.“
In seiner Festrede zum 30-jährigen Bestehen der USTP betonte der
Rektor der TU Wien, Jens Schneider: „In der USTP wird seit 30 Jahren
Bildung mit Weitblick vorangebracht und Weitblick heißt vor allem
Europa.“ Er hob unter anderem hervor, dass die USTP als einzige
Hochschule mit E³UDRES² eine europäische Hochschulallianz
koordiniere.
Cornelia Lamprechter (Geschäftsführerin NÖKU), Karen Fanto (
Vorstandsvorsitzende Zukunft.Frauen Alumnae Club und Director
International Markets bei Berndorf Bäderbau) sowie Gerda Füricht-
Fiegl (Leiterin Kollegium der USTP) diskutierten unter dem Motto
„Women Who Move Business – Erfolgswege im Dialog“ über Karrierewege,
Verantwortung und die Rolle von Bildung für persönliche Entwicklung
und gesellschaftliche Wirkung.
Das Panel „Local Pulse – Global Waves: European Perspectives from
the E³UDRES²-Allianz“ griff die europäische Dimension der
Hochschulentwicklung auf. Satu Aksovaara von der Jyväskylä University
of Applied Sciences Finnland, Roger Heijmans von den University
Colleges Leuven-Limburg in Belgien, Iveta Putnina von der Vidzeme
University of Applied Sciences Lettland und Julia-Sophie Rothmann von
der Fulda University of Applied Sciences in Deutschland sprachen über
die Rolle regional verwurzelter Hochschulen in einem europäischen
Kontext.