Internet Summit Austria 2026: Österreich braucht mehr Raum für Innovation

Wien (OTS) – Unter dem Titel „Innovation Society – Wie unsere
Gesellschaft
Innovation fördern und mit ihr umgehen kann“ lud die ISPA am 1.
Oktober 2026 Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung,
Zivilgesellschaft und der Internetbranche ins Tech Gate Vienna ein.
Dabei wurde neben Innovation unter anderem auch über Regulierungen,
Digital Governance und Cybersicherheit diskutiert. Der ISA 2026
setzte ein starkes Zeichen für den offenen Austausch über Österreichs
digitale Zukunft und machte deutlich, welche Herausforderungen das
Land bewältigen muss, um sich als Digitalstandort zukunftsfähig
weiterzuentwickeln.

Zwtl.: Innovation braucht bessere Rahmenbedingungen

In seiner Eröffnungsrede betonte ISPA-Generalsekretär Stefan
Ebenberger, dass Österreich bei der digitalen Standortpolitik vor
einer klaren Weichenstellung stehe. „Österreich und Europa können nur
dann zu starken Digitalstandorten werden, wenn Innovation nicht nur
politisch gewünscht, sondern praktisch ermöglicht wird. Dafür
brauchen wir schnelle und nachvollziehbare Verfahren,
technologieoffene Lösungen, faire Wettbewerbsbedingungen, Zugang zu
Finanzierung und einen verlässlichen rechtlichen Rahmen.
Standortpolitik muss Zukunftsinfrastruktur ermöglichen – und darf sie
nicht durch zusätzliche Belastungen ausbremsen.“

Zwtl.: Die Rolle von Innovation in Österreich und Europa

Nach der Eröffnung durch den Generalsekretär Severin Gruber aus
dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus warf
Frank Karlitschek, Gründer und CEO von nextcloud, in seiner Keynote
einen eindringlichen Blick auf digitale Souveränität und offene
Infrastruktur. Aus seiner Perspektive als Gründer eines europäischen
Anbieters machte er deutlich, welche Herausforderungen im Wettbewerb
mit etablierten Software-Betreibern bestehen. In seiner Rede betonte
er einmal mehr die Bedeutung von Daten für die digitale Entwicklung
und europäische Unabhängigkeit.

Zwtl.: Regulierung im Spannungsfeld von Innovation und Verantwortung

Für eine besonders intensive Diskussion sorgte die Oxford-Debatte
mit dem Titel „Von der Regulierungs-Supermacht zum Start-Up-
Kontinent: Europa bremst Innovation – oder macht es erst möglich?“.
Erich Prem (eutema GmbH), Hanno Lorenz (Agenda Austria) und Wolfgang
Schwarzbauer (Eco Austria) debattierten dabei die These
„Regulierungen sollten vor allem dazu dienen, Fehlentwicklungen zu
minimieren und Rechte zu sichern, auch wenn dadurch Wachstum und
Wettbewerbsfähigkeit geringer ausfallen.“ Die Teilnehmer:innen
beleuchteten das Spannungsfeld aus Regulierung, Wettbewerbsfähigkeit,
wissenschaftlichem Fortschritt und gesellschaftlicher Verantwortung.
Eine lebhafte Diskussion zur Beschaffenheit politischer und
wirtschaftlicher Rahmenbedingungen kam trotz unterschiedlicher
Meinungen zum gemeinsamen Befund, dass vor allem die Qualität der
Regulierung entscheidend ist.

Zwtl.: Von digitaler Governance und Cybersicherheit, bis zu
Innovationsbedingungen und Vertrauen in Bots

In vier Breakout-Sessions wurde der Dialog mit den Gästen
vertieft: Diskutiert wurden mit ausgewiesenen Expert:innen die
Zukunft der digitalen Governance, die Frage, ob Cybersicherheit zum
Innovationshemmnis werden kann, die Innovationsbedingungen für
Unternehmen sowie der gesellschaftliche Umgang mit Bots und
Disruption. Nikolaus Forgó (Universität Wien) und Wolfgang
Schwarzbauer (Eco Austria) zeigten eindringlich die Herausforderungen
und Komplexität der Regulierungslandschaft auf. Für die Zukunft der
Telekom- und Digitalregulierung sollten Zuständigkeiten sich dort
bündeln, wo Märkte und Technologien eng zusammenhängen, wie etwa bei
Telekomregeln, dem Data Act und Digital Markets Act. Währenddessen
machten Otmar Lendl (Cert.at) und Maria Leitner (Universität
Regensburg) Cybersicherheit in ihrer Breakout-Session zum Thema.
Gemeinsam mit den Gästen diskutierten sie über Security by Design und
den Auftrag an die Politik Innovationshemmnisse für KMUs mit knappen
Zeit- und Personalressourcen abzubauen. Linda Mohamed (NetIdee) und
Lena Gansterer (Sena) tauschten sich mit ihrem Publikum darüber aus,
welche Innovationsbedingungen Unternehmen brauchen. Neben
überschießenden Regulatorien wurden auch fehlende
Kapitalverfügbarkeit, fragmentierte nationale Märkte und
Förderregimes, die den Bestand zementieren, als Innovationshemmer
identifiziert. Letztlich stellten sich Andre Wolf (mimikama) und
Stefan Erschwendner (Frontira) die Frage, ob wir als Gesellschaft
Bots vertrauen und wie wir mit Disruption umgehen können. Dabei stand
der verantwortungsbewusste Einsatz von KI im Mittelpunkt. Wir müssen
Medienkompetenz in den Schulen stärken und lernen KI-generierte
Inhalte besser zu erkennen und kritisch einzuordnen.

Zwtl.: Der gesellschaftliche Umgang mit Innovation

Abgerundet wurde das Programm durch die Podiumsdiskussion „Wie
wir selbst mit Innovation umgehen können“. Elisabeth Götze (Die
Grünen), Jakob Grüner (ÖVP), Lisz Hirn (Gesellschaft für angewandte
Philosophie), Ines Holzegger (NEOS) und Sabine Köszegi (TU Wien)
teilten ihre Ansichten zum Thema digitale Entwicklung. Im Zuge einer
intensiven Diskussion wurden unter anderem die rasanten
technologischen Entwicklungen und politischen Rahmenbedingungen
fachlicher Ausbildungen erörtert.

Zwtl.: ISPA-Präsident Harald Kapper: „Keine Scheuklappen im Blick auf
die Aufgabenstellung“

Abschließend hielt ISPA-Präsident Harald Kapper in seiner
Conclusio fest, dass Österreich auch in herausfordernden Zeiten die
Möglichkeit habe, eine Vorreiterrolle in Sachen digitaler Innovation
einzunehmen. „Innovation entsteht immer an den technisch-
gesellschaftlichen Reibungsflächen, wo neue Lösungen gefragt sind und
auch den Raum für neue Ideen aufmachen. Keine Scheuklappen im Blick
auf die Aufgabenstellung, kein ‚das war schon immer so‘ und dabei
Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellen. Unser Platz in Europa
bietet auch die Vorteile für alle, die hier ihre Ideen umsetzen:
Sicherheit, Datenschutz, digitale Selbstbestimmung und
gesellschaftliche Teilhabe sind keine Hindernisse, sondern die
Grundlage dafür, dass Innovation Vertrauen schafft und tatsächlich
allen zugutekommt“.

Zwtl.: Über den Internet Summit Austria

Der Internet Summit Austria ist die jährliche Leitveranstaltung
der ISPA – Internet Service Providers Austria. Der Summit bringt
Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und
Zivilgesellschaft zusammen, um aktuelle Fragen der digitalen
Entwicklung zu diskutieren und gemeinsame Lösungen für Österreich und
Europa anzustoßen.

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