Wien (OTS) – SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher unterstreicht
anlässlich von 100
Jahren sozialem Wohnbau die Bedeutung des Wiener Modells und verweist
auf aktuelle Maßnahmen der Stadtregierung.
Die sozialdemokratische Wohnpolitik der Ersten Republik setzte
einen grundlegenden Wandel in Gang. In einer Zeit großer Wohnungsnot
entstanden zehntausende Gemeindewohnungen. Bis 1934 wurden rund
63.000 Wohnungen errichtet. Dabei ging es von Beginn an um mehr als
vier Wände: Licht, Luft, Grünräume und gemeinschaftliche
Einrichtungen wie Kindergärten, Waschküchen, Bibliotheken oder
Geschäftslokale waren Teil eines neuen Verständnisses von Wohnen.
„Das Rote Wien hat vor mehr als 100 Jahren eine Idee verwirklicht,
die bis heute trägt: Gutes Wohnen darf keine Frage des Einkommens
sein. Eine Wohnung ist nicht nur ein Dach über dem Kopf. Sie bedeutet
Sicherheit, Lebensqualität und ein Zuhause in einer funktionierenden
Nachbarschaft“, erklärt Taucher. Heute leben rund 500.000 Wiener*
innen in den etwa 1.800 Wiener Gemeindebauten. Insgesamt wohnen rund
60 Prozent der Wiener*innen im kommunalen oder geförderten Wohnbau.
„Der Wiener Wohnbau ist damit eine der tragenden Säulen unserer
sozialen Infrastruktur. Er schafft Sicherheit und sorgt dafür, dass
Menschen mit unterschiedlichen Einkommen in derselben Stadt gut
miteinander leben können“, so Taucher.
Zwtl.: Wohnungsvergabe NEU: einfacher, transparenter und näher am
Leben
Mit der Wohnungsvergabe NEU entwickelt Wien die Vergabe von
Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen weiter und zeigt, dass
die Sozialdemokratie immer noch der Garant für leistbares Wohnen ist.
Das neue Bonuspunktesystem berücksichtigt stärker die tatsächliche
Wohn- und Lebenssituation der Menschen. Zusätzliche Punkte gibt es
unter anderem für Alleinerziehende, Jungwiener*innen, Menschen in Aus
– und Weiterbildung, Familien mit zu wenig Wohnraum, Personen mit
Pflegeverantwortung oder hohen Wohnkosten. Ebenso berücksichtigt
werden etwa drohender Wohnungsverlust, Trennung, gesundheitliche
Einschränkungen sowie Wohnbedarf aufgrund häuslicher Gewalt. „Das
Leben passt nicht in eine Schablone. Deshalb muss auch die
Wohnungsvergabe unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigen.
Wer mehr Unterstützung benötigt, soll bessere Chancen auf eine
passende und leistbare Wohnung haben. Genau hier setzt die
Wohnungsvergabe NEU an“, erklärt Taucher.
Gleichzeitig können sich Wohnungssuchende erstmals mit einem
Ticket für Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen vormerken
lassen. Der Wien-Bonus sowie die unbefristeten Mietverträge im
Gemeindebau bleiben bestehen. „Wir verbinden Bewährtes mit Neuem. Der
Zugang wird einfacher, transparenter und treffsicherer, während
zentrale Stärken des Wiener Modells erhalten bleiben“, so Taucher.
Die ersten Zahlen zeigen laut den vorliegenden Informationen eine
starke Nutzung des neuen Systems: Mehr als 38.500 Haushalte haben
bereits ein Konto angelegt, rund 32.500 Wohnanträge wurden
eingebracht, mehr als 13.500 Wiener Wohn-Tickets ausgestellt und über
12.500 Beratungsgespräche geführt.
Zwtl.: Investieren, bauen und sanieren: leistbares Wohnen für
kommende Generationen
Neben einer gerechteren Vergabe setzt Wien weiterhin auf Neubau,
Sanierung und geförderten Wohnraum. Mehr als 5.500 Gemeindewohnungen
NEU wurden bereits übergeben, befinden sich im Bau oder in vertiefter
Planung. Gleichzeitig investiert die Stadt in bestehende
Wohnhausanlagen und in die langfristige Sicherung des Wohnraums.
„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es darauf an
einen Balanceakt zu schaffen. Wir konsolidieren mit sozialem Augenmaß
und sichern gleichzeitig jene Bereiche ab, die für den Alltag der
Wiener*innen entscheidend sind. Leistbares Wohnen gehört dazu. 100
Jahre sozialer Wohnbau zeigen, was langfristige öffentliche
Verantwortung bewirken kann. Unser Auftrag für die kommenden Jahre
ist deshalb klar: leistbaren Wohnraum sichern, Bestehendes
modernisieren und neue Wohnungen schaffen. So entwickeln wir das
Wiener Modell weiter und sorgen dafür, dass Wohnen auch für kommende
Generationen ein verlässlicher Teil der hohen Lebensqualität in
unserer Stadt bleibt“, so Taucher abschließend.