Wien (OTS) – Die Warnung von rund 80 Wiener Sozialorganisationen kann
die
Stadtregierung nicht länger ignorieren. Wenn Einrichtungen der
Behindertenhilfe, Wohnungslosenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe
vor den Folgen weiterer Einschnitte warnen, braucht es mehr als
Gesprächsbereitschaft. Die angekündigten Kürzungen gehören vom Tisch.
„Wer beim sozialen Netz kürzt, spart nicht abstrakt im Budget –
sondern bei Menschen. Bei jenen, die Unterstützung brauchen, und bei
jenen, die diese Unterstützung jeden Tag leisten. Die Wiener
Stadtregierung muss ihren Kürzungskurs korrigieren, bevor aus dem
Spardruck ein nachhaltiger Schaden für die soziale Infrastruktur
dieser Stadt wird“, fordert Pamela Hölzlwimmer, Betriebsrätin im
Sozialbereich.
Schon heute halten die Kolleg:innen das soziale Netz Wiens unter
enormem Druck aufrecht. Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung und
steigende Anforderungen gehören in vielen Bereichen längst zum
Alltag. Weitere Kürzungen verschärfen diese Situation: weniger
Personal, noch höhere Belastung und weniger Zeit für jene Menschen,
die Unterstützung benötigen.
Für >AUGE Wien ist deshalb klar: Die Finanzierung der
Sozialorganisationen muss die tatsächlichen Personal- und Sachkosten
einschließlich der kollektivvertraglichen Gehaltserhöhungen
vollständig abdecken. Es kann nicht sein, dass notwendige
Gehaltserhöhungen für Beschäftigte Einrichtungen finanziell unter
Druck setzen oder letztlich mit Personalabbau, Leistungskürzungen und
zusätzlicher Arbeitsverdichtung bezahlt werden.
„Die Beschäftigten im Sozialbereich sind nicht das Sparschwein
der Stadt. Wer jahrelang auf ihren Einsatz und ihre Professionalität
baut, kann ihnen jetzt nicht die Rechnung für die Budgetprobleme
präsentieren. Gute soziale Arbeit braucht ausreichend Personal, gute
Arbeitsbedingungen und eine gesicherte Finanzierung“, so Vera Koller,
Fraktionsvorsitzende von >AUGE Wien und Mitglied des Vorstands der
Arbeiterkammer Wien.
Stadtregierung muss handeln statt Sozialabbau verwalten
Die angekündigten Kürzungen müssen zurückgenommen werden und es
muss gemeinsam mit Beschäftigten, Betriebsrät:innen, Gewerkschaften
und Trägerorganisationen eine nachhaltige Finanzierung der sozialen
Infrastruktur erarbeitet werden.
Gleichzeitig muss Wien gegenüber der Bundesregierung offensiv für
zusätzliche Einnahmen und eine gerechtere Finanzierung eintreten.
Millionenvermögen und große Erbschaften müssen endlich einen
angemessenen Beitrag zur Finanzierung unseres Sozialstaats leisten.
Es ist eine Frage politischer Prioritäten, ob bei der sozialen
Infrastruktur gekürzt oder großer Reichtum stärker zur Finanzierung
des Gemeinwesens herangezogen wird.
