Wien (OTS) – Im Regierungsprogramm der amtierenden Regierung steht
das Thema
Digitalisierung weit vorne. Unter anderem soll ELGA als
Datenplattform für Patientinnen und Patienten und aller
Gesundheitsdienstleister ausgebaut und modernisiert werden. Die
Pflegeheime haben ihren Teil der Abmachung längst präsentiert
bekommen. Bis Ende 2026 müssen sie zumindest einen Vorvertrag dazu
abgeschlossen haben, dass die Häuser bis Ende 2027 an ELGA
angeschlossen sind. Gerade in Zeiten der Budgetkrise, in denen in die
Politik im Sozialbereich ohnehin spart, mussten die Heime bereits
tief in die Tasche greifen , um ihre Systeme aufzurüsten und um die
Anbindung an die elektronische Gesundheitsakte umzusetzen oder
zumindest vorzubereiten.
„ In den sieben steirischen Pflegeheimen des Pflegeverbandes, für
den ich als Geschäftsführer verantwortlich bin, reden wir da von
mehreren hunderttausend Euro“, klärt Jakob Kabas, der Präsident des
Lebenswelt Heim Bundesverbandes auf. „Das ist Geld, das eigentlich
nicht da ist und das wir trotzdem aufstellen müssen. “
Nach vielen Interventionen aus der Praxis und von
Interessensvertretungen hat die Regierung zwar im Herbst eine
relevante Frist im Gesundheitstelematikgesetz um ein Jahr verlängert,
bisher jedoch nicht in der dazugehörigen Verordnung , was die
Pflegeheime in die Handlungs- und Finanzierungsnot bringt.
Nun kommt kurz vor Weihnachten eine Maßnahme hinzu, die viele
ärgert. Der Innovationsfonds, der laut Regierungsprogramm den Ausbau
der ambulanten Pflege und Versorgung stärken sollte, wird von 2026
auf 2027 verschoben. Viele Organisationen, die Pflege und Betreuung
im mobilen Bereich anbieten, können das nicht fassen und sind
verärgert.
„ Wir verstehen diesen Ärger“, steht Präsident Jakob Kabas hinter
den betroffenen Organisationen. „Wir alle setzen uns für die hohe
Lebensqualität der von uns anvertrauten Menschen ein. Dazu gehört es
auch, dass alle Systempartner:innen mit den gleichen Daten in der
gleichen Qualität arbeiten können. Damit ist die dringend notwendige
Optimierung des wichtigen lückenlosen Informationsflusses gefährdet.
Das macht es für uns alle nicht einfacher“ , fügt er an.
„ Wir als Lebenswelt Heim Bundesverband vertreten österreichweit
Pflegeheime aller Träger- und Organisationsstrukturen “, erklärt er.
„Dabei sehen wir, dass gerade kleinere Organisationen mit größeren
Investitionssummen rasch am Ende ihrer Möglichkeiten sind. Das gilt
für Pflegeheime wie für mobile Anbieter gleichermaßen. Immer wieder
sind wir in der Not, gesetzliche Vorgaben rechtzeitig umzusetzen,
weil die Finanzierung der Projekte in den uns vorgegebenen Tarifen
keine Abbildung finden und nun wird auch eine wichtige versprochene
Fördermöglichkeit nach hinten verschoben “, ärgert sich Jakob Kabas.
„ Wir bitten die Regierung, Wort zu halten und die
Digitalisierung im Gesundheitsbereich ziel- und zielgruppenorientiert
zu fördern. Dazu gehört auch eine Konsistenz der Forderungen mit den
Förderungen und der Ermöglichung der Finanzierbarkeit, in allen
Settings der Pflege “, unterstreicht der Präsident des Lebenswelt
Heim Bundesverbandes.
Der Lebenswelt Heim Bundesverband ist die Dachorganisation der
österreichischen Pflegeheime und vernetzt und verbindet etwa 650
Häuser mit rund 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als „Stimme
für’s wertvolle Altern“ setzt er sich für etwa 50.000 Bewohnerinnen
und Bewohner der österreichischen Pflegeheime ein.



