Wien (OTS) – Anlässlich des Weltnichtraucher*innentags am 31. Mai
2026 macht die
Stadt Wien auf die Gefahren von Tabak- und Nikotinkonsum unter
Verweis auf die aktuelle „Tobacco Control Scale 2025“ aufmerksam.
Tabak- und Nikotinkonsum zählen nach wie vor zu den häufigsten
vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Sie stehen unter anderem im
Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen
Atemwegserkrankungen sowie verschiedenen Krebsformen. In Österreich
sind jährlich schätzungsweise 8.500 Todesfälle bzw. zehn Prozent
aller Todesfälle auf das Rauchen von Tabak zurückzuführen. Das
entspricht rund 23 Todesfällen pro Tag. Zudem verursacht das Rauchen
allein in Österreich volkswirtschaftliche Folgekosten in
Milliardenhöhe. Unter Berücksichtigung aller Nikotinprodukte (
Rauchwaren, elektronische Inhalationsprodukte, rauchfreie
Nikotinprodukte) konsumieren rund 24 Prozent der österreichischen
Bevölkerung ab 15 Jahren täglich Nikotin.
Ewald Lochner, Koordinator für Sucht- und Drogenfragen warnt:
„Aktuelle Daten zeigen, dass sich das Konsumverhalten insbesondere
bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen verändert. Neue
Nikotinprodukte wie E-Zigaretten werden zunehmend genutzt. Besonders
gesundheitsgefährdend ist der sogenannte Dualkonsum, also die
parallele oder wechselnde Nutzung verschiedener Nikotinprodukte wie
Zigaretten, E-Zigaretten, Nikotinbeutel oder anderer rauchfreier
Nikotinprodukte. Neben den gesundheitlichen Folgen werden so auch
Konsummuster aufrechterhalten, die den Ausstieg aus der
Nikotinabhängigkeit erschweren. Die Stadt Wien setzt sich daher für
eine konsequente Tabak- und Nikotinpolitik ein, die über Prävention
hinausgeht und gezielt jene Rahmenbedingungen verändert, die Konsum
fördern, Abhängigkeit begünstigen und besonders junge Menschen
gefährden.“
Wie die im Mai vorgestellte „ Tobacco Control Scale 2025 ” zeigt,
besteht in Österreich noch Aufholbedarf. Mit 48 von 100 möglichen
Punkten bewertet die „Tobacco Control Scale” die Umsetzung, der von
der WHO vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reduzierung von Tabak- und
Nikotinabhängigkeit. Damit liegt Österreich im unteren Mittelfeld.
Lisa Brunner, Leiterin ARGE Suchtvorbeugung, erklärt dazu: „Aus
fachlicher Sicht gibt es gut belegte und wirksame Ansatzpunkte, um
die Nikotinabhängigkeit zu reduzieren. Die WHO hat dazu klare
Empfehlungen formuliert, die Österreich jederzeit umsetzen könnte.
Dazu zählen sowohl präventive Maßnahmen zur Vermeidung von
Nikotinabhängigkeit – wie etwa deutlich höhere Preise für Tabak- und
Nikotinprodukte oder umfassende Werbeverbote – als auch wirksame
Maßnahmen zur Behandlung, insbesondere die Verfügbarkeit von
Behandlungsangeboten für Menschen mit abhängigem Konsum inklusive
Zugangs zu Medikation. Österreich hat Handlungsspielraum, der nicht
genutzt wird!”
Es lohnt sich immer, mit dem Nikotinkonsum oder dem Rauchen
aufzuhören. Rund die Hälfte der Personen, die täglich oder fast
täglich rauchen, denkt bereits über einen Rauchstopp nach. Eine
Entwöhnung bringt spürbare Vorteile: Schon nach kurzer Zeit
verbessert sich die Gesundheit, sowohl körperlich als auch psychisch,
und das Risiko für schwere Erkrankungen sinkt langfristig deutlich.
Am besten gelingt der Konsumstopp mit guter Vorbereitung, richtiger
Unterstützung und einem klaren Plan. Besonders wirksam ist die
Kombination aus verhaltenstherapeutischer Begleitung, Strategien für
Risikosituationen und bei Bedarf medikamentöser Unterstützung in Form
einer Nikotinersatztherapie oder anderer entwöhnungsunterstützender
Medikamente.
Bei Fragen zum Rauchen, zum Konsum von E-Zigaretten oder
Nikotinbeuteln steht das Rauchfrei Telefon als kostenfreies Angebot
zur Verfügung. Klinische Psycholog*innen beraten vertraulich und
kompetent unter der Nummer 0800 810 013 von Montag bis Freitag
zwischen 10:00 und 18:00 Uhr.
Die Sucht- und Drogenkoordination Wien (SDW) ist
Kooperationspartnerin des Rauchfrei Telefons ( www.rauchfrei.at ).
Mehr Infos zu den Angeboten der Sucht- und Drogenkoordination Wien
unter auch unter: sdw.wien/information/themen/tabak-und-nikotin
