Haushalt

Trockenheit: Wasserkraftwerke dämpfen Folgen!

Wien (OTS) – Geringe Niederschläge gepaart mit hohen Temperaturen
setzen Betreiber
*innen von Kleinwasserkraftwerken zunehmend unter Druck.
Wasserkraftwerke sorgen für letzte Rückzugsorte. Kleinwasserkraft
Österreich fordert zum Schutz der Umwelt einen schnelleren Ausbau
aller Erneuerbaren und praxistaugliche Rahmenbedingungen.

Die prekäre Niederschlagssituation und Hitzewellen sorgen
österreichweit für eine geringere Stromproduktion durch die
Kleinwasserkraft. „ Bei einigen Anlagen gibt es Abweichungen von 25
bis 30 % vom langjährigen Durchschnitt, andere sind wesentlich
stärker betroffen und steuern auf eine Jahresproduktion von unter 50
% des langjährigen Schnittes zu. “, so Mag. Hannes Taubinger,
Präsident des Vereins Kleinwasserkraft Österreich. Besonders stark
betroffen sind das Innviertel in Oberösterreich und das Waldviertel
in Niederösterreich.

Zwtl.: Ökologische Folgen & Verantwortung

Die niedrigen Wasserstände sorgen nicht nur für eine geringere
Stromproduktion, sondern schaden auch der lokalen Flora und Fauna:
das Wasser in den heimischen Fließgewässern wird nicht nur weniger,
sondern es erhitzt sich zunehmend. Zusätzlich sinkt der
Sauerstoffgehalt. All das führt bei Pflanzen und Wasserlebewesen, die
auf kühlere Temperaturbereiche angewiesen sind, zu Hitzestress.
Dieser kann von der nachhaltigen Schädigung der Organismen bis hin
zum Ableben führen.

„ Im Bereich rund um Kleinwasserkraftanlagen können
Wasserlebewesen oftmals Schutz suchen: In Staubereichen ist das
Wasser kühler. Fische können sich dort in die tieferen
Wasserschichten zurückziehen. Zusätzlich wurde bei einigen
Kraftwerken im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen beispielsweise
Beschattungen gepflanzt: Diese helfen, die Wassertemperatur zu
begrenzen. “, erklärt Dr. Paul Ablinger, Geschäftsführer des Vereins
Kleinwasserkraft Österreich.

Auch zusätzliche, freiwillige Maßnahmen werden durchgeführt: „
Obwohl der Zufluss bei Zwettl in den Ottensteiner Stausee seit Anfang
Mai dieses Jahres zum größten Teil unter 1,00 m³/s liegt und seit
etwa zwei Wochen nur mehr rund 0,45 m³/s beträgt, wurde seitens EVN
Naturkraft freiwillig eine deutlich höhere Wassermenge in den
Unterlauf des Kamp abgegeben. Seit dem Wochenende wurde die Abgabe
mit Abstimmung der Behörden, bei einem aktuellen Zufluss von 0,43 m
³/s auf 2,00 m³/s erhöht, um den stellenweisen bereits jetzt
vorherrschenden katastrophalen Auswirkungen im Unterlauf des Kamp
entgegenzuwirken. So zeigt sich nach dem Hochwasser 2024 einmal mehr,
wie die Kampkette mit dem großen Speicher Ottenstein in ihrer
ausgleichenden Funktion den Kamp in extremen Wetterperioden
unterstützen kann. “, so Dipl.-Ing. Helwig Überacker, Landessprecher
Niederösterreich.

Zwtl.: Gesamtproduktion wird 2026 vermutlich niedriger ausfallen

Da die Wasserverfügbarkeit bereits im Frühjahr 2026 gering war,
wird die Gesamtproduktion der Kleinwasserkraft gegenüber dem Vorjahr
voraussichtlich niedriger ausfallen. 2025 gab es zumindest im Juli
und August Niederschläge, die dem Durchschnitt entsprochen haben,
dies scheint heuer nicht der Fall zu sein.

Die Wetterprognose von Geosphere Austria zeigt, dass die
Temperaturen in den kommenden Tagen österreichweit weiterhin deutlich
über 30° Celsius betragen werden. Unter dieser Voraussetzung ist eine
Besserung der Lage in naher Zukunft unwahrscheinlich.

Zwtl.: Erneuerbaren-Ausbau, Restwasserabgabe & Klimaschutz als
wesentliche Stellschrauben

„ Was gerade geschieht, ist Folge der mangelnden Klimapolitik und
des verschlafenen Erneuerbaren-Ausbaus. Statt im internationalen
Kontext mit gutem Beispiel voranzugehen, werden nach wie vor das
öffentliche Interesse der Kleinwasserkraft nicht anerkannt,
Beschleunigungsgebiete nicht ausgewiesen und Verbesserungen der
Erneuerbaren-Richtlinie nicht umgesetzt. “, so Ablinger. Der Ausbau
der Kleinwasserkraft wirkt sich positiv auf die CO₂-Bilanz aus,
ersetzt fossile Stromimporte und ist somit aktiver Klimaschutz.
Querbauwerke, bei denen zukünftig ohnehin die Durchgängigkeit
hergestellt werden muss, bieten sich hierfür besonders an.

„ Die aktuelle Situation ist eine Herausforderung. Die
Trockenheit zeigt, wie verletzlich unsere Energieversorgung gegenüber
den Folgen des Klimawandels ist. Umso wichtiger ist es, jetzt die
richtigen politischen Weichen zu stellen: Es braucht vor allem einen
konsequenten Ausbau der Erneuerbaren und praxistaugliche
Rahmenbedingungen. “, so Ablinger abschließend.