SPÖ-Schatz fordert Baustopp auf ehemaligem KZ-Areal in Niederösterreich

Wien (OTS) – SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine Schatz,
reagiert mit
Unverständnis auf die aktuellen Entwicklungen rund um das ehemalige
Frauen-Konzentrationslager Hirtenberg in Leobersdorf. Auf dem
historisch belasteten Areal haben bereits Bauarbeiten begonnen,
gleichzeitig soll dort ein Gewerbepark entstehen. Für die SPÖ-
Nationalratsabgeordnete ist klar: „Hier muss es jetzt einen Baustopp
geben. Ein Ort, an dem Frauen und Mädchen unter dem NS-Regime
inhaftiert und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, darf nicht einfach
verbaut und damit aus unserem Gedächtnis verdrängt werden. Die
Verbrechen, die inhaftierten Frauen in Konzentrationslagern
widerfahren sind, wurden ohnehin viel zu lange ausgeblendet. Damit
muss Schluss sein.“ Schatz unterstützt damit auch die Forderung des
Internationalen Mauthausen Komitees (CMI) nach einem Baustopp. ****

Bereits im vergangenen Jahr hatte Schatz gemeinsam mit
Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner gefordert, das Grundstück des
ehemaligen Frauen-KZ zu sichern und langfristig einen würdigen
Gedenkort zu schaffen. „Leider hat sich seit unserer Forderung viel
zu wenig bewegt. Jetzt sehen wir, wohin es führt, wenn bei einem
historisch derart bedeutenden Ort nicht rechtzeitig gehandelt wird“,
so Schatz.

Das Frauen-KZ Hirtenberg war ein Außenlager des KZ Mauthausen.
Rund 400 Frauen und Mädchen waren dort inhaftiert und mussten unter
unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Heute erinnern unter
anderem noch erhaltene bauliche Überreste an das Lager und die dort
begangenen Verbrechen. „Diese Spuren sind wichtige Zeugnisse der NS-
Verbrechen. Sie zu bewahren, ist unsere Verantwortung gegenüber den
Opfern und den kommenden Generationen“, betont Schatz.

Für die SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur braucht es daher
jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung: „Es kann nicht sein, dass
sich die Verantwortung für diesen Ort zwischen verschiedenen
Zuständigkeiten verliert, während gleichzeitig die Bagger bereits
arbeiten.”

„Wir haben in Österreich eine Verantwortung, die Orte der
nationalsozialistischen Verbrechen sichtbar zu halten und daraus für
die Zukunft zu lernen. Das ehemalige Frauen-KZ Hirtenberg darf kein
weiterer Ort des Vergessens werden“, so Schatz. (Schluss) eg/bj