Haushalt

Psychische Belastung wächst: Drei Viertel der Beschäftigten in Österreich fordern passendere Arbeitsmodelle

Wien (OTS) – – Beschäftigte wollen keine Standardlösung : 75 % der
Arbeitnehmer:innen in Österreich bevorzugen lebensphasenorientierte
Arbeitsmodelle

– Förderlücke am Arbeitsplatz : Fast jede:r Vierte in Österreich
fühlt sich im Job nicht gefördert

– Treiber für Arbeitsfähigkeit : Zusammenarbeit, Flexibilität und
Wertschätzung sind die wichtigsten Hebel für Arbeits- und
Leistungsfähigkeit

– Psychische Belastung steigt : 63 % berichten von einer gestiegenen
psychischen Belastung – bei Personen mit Pflegeverantwortung sind es
83 %

– Finanzielle Unsicherheit : Frauen und Personen mit
Pflegeverantwortung haben seltener finanzielle Klarheit für die
Pension und blicken kritischer auf ihre finanzielle Zukunft

Die Anforderungen im Erwerbsleben verändern sich im Laufe der Zeit
deutlich und mit ihnen auch die Bedürfnisse, Belastungen und
Erwartungen von Beschäftigten an ihre Arbeitgeber. Die aktuelle PwC-
Studie „Arbeiten im Wandel der Lebensphasen“ , für die 1.092
erwerbstätige Personen in Österreich befragt wurden, zeigt: 75 % der
Arbeitnehmer:innen bevorzugen lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle.
Ob Menschen länger im Erwerbsleben bleiben, hängt daher wesentlich
davon ab, ob Arbeit auch in späteren Lebensphasen attraktiv, machbar
und unterstützend gestaltet ist.

Zwtl.: Psychische Belastung nimmt über Lebensphasen hinweg zu

Psychische Belastung ist kein Randphänomen. 63 % der Befragten
geben an, dass ihre psychische Belastung im Vergleich zu vor zwei
Jahren spürbar zugenommen hat. Besonders stark betroffen sind
Personen mit Pflegeverantwortung: Mit 83 % liegt diese Gruppe
deutlich über dem Durchschnitt und weist die stärkste
Belastungszunahme auf.

Die zusätzliche Verantwortung trübt auch den Blick in die
Zukunft: Während der Zukunftsoptimismus bei Personen im
Karriereaufbau bei 70 % und in der späten Berufsphase bei 59 % liegt,
fällt er bei Menschen mit Pflegeverantwortung mit 48 % deutlich
niedriger aus. Auch die finanzielle Zuversicht mit Blick auf die
Pension variiert spürbar. Besonders deutlich werden dabei
geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen haben seltener
finanzielle Klarheit für die Pension als Männer – 48 % gegenüber 62 %
.

„Besonders deutlich werden die blinden Flecken bei Frauen, in
späteren Erwerbsphasen und bei Pflegeverantwortung: Hier verdichten
sich Belastung, geringere Förderung, schwächerer Zukunftsoptimismus
und finanzielle Unsicherheit. Umso wichtiger ist es, Arbeit so zu
gestalten, dass sie auch in herausfordernden Lebensphasen tragfähig
bleibt“ , erklärt Sophie Landsteiner, Workforce Transformation Lead
bei PwC Österreich.

Zwtl.: Zusammenarbeit zählt mehr als Gehalt

Die wichtigsten Treiber für Arbeitsfähigkeit und nachhaltige
Leistungsfähigkeit liegen längst nicht mehr ausschließlich in
klassischen Faktoren wie Gehalt oder strukturellen Rahmenbedingungen.
Als wichtigste Hebel nennen die Befragten Zusammenarbeit im Team und
Flexibilität am Arbeitsplatz mit jeweils 32 % sowie Wertschätzung und
Anerkennung durch Arbeitgeber mit 26 % – noch vor finanziellen
Anreizen (24 %) oder Telearbeit (23 %).

Allerdings gibt fast jede:r Vierte (23 %) an, dass die eigene
Arbeitsfähigkeit in den vergangenen zwei Jahren nicht gefördert
wurde. Besonders deutlich zeigt sich diese Förderlücke bei Frauen: 27
% berichten von fehlender Förderung, bei Männern sind es 20 %.

„Arbeitsfähigkeit darf nicht nur über allgemeine Angebote
adressiert werden. Entscheidend ist, ob Maßnahmen die relevanten
Zielgruppen tatsächlich erreichen, sichtbar sind und zur jeweiligen
Lebens- und Erwerbsrealität passen. Unternehmen, die diese
Bedürfnisse gezielt adressieren, stärken Bindung, Leistungsfähigkeit
und ihre Wettbewerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt“ , so Landsteiner.

Weitere Informationen zur Studie:
https://direkt.pwc.at/lebensphasen

Über die Studie „Arbeiten im Wandel der Lebensphasen“
Die Studie basiert auf einer im Mai 2026 durchgeführten Befragung von
1.092 erwerbstätigen Personen in Österreich. Beide Geschlechter sind
nahezu gleich stark vertreten, der Altersschwerpunkt liegt klar im
aktiven Erwerbsalter. Die Lebensphasen Ausbildung, Berufseinstieg,
Karriereaufbau, Familienphase, Neuorientierung, Pflegeverantwortung
und späte Berufsphase sind breit abgedeckt.

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