Wien (OTS) – „Älter werden ist kein Defizit, sondern ein Gewinn an
Erfahrung.
Trotzdem werden Menschen ab einem gewissen Alter oft an den Rand
gedrängt – ob am Arbeitsmarkt oder in der Pensionsdebatte“, betont
Monika Kemperle, Bundespensionist:innenvorsitzende des ÖGB,
anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen am 1.
Oktober. Die häufig beschworene Panik, dass die Pensionen nicht mehr
finanzierbar seien, entbehre laut aktuellem EU-Ageing Report jeder
Grundlage: Seit über zehn Jahren stagniert die Lebenserwartung,
zuletzt ist sie sogar leicht rückläufig. „Wer ein Leben lang
arbeitet, hat sich einen fairen Ruhestand verdient – statt mit
zusätzlichen Hürden oder Kürzungen bestraft zu werden“, so Kemperle.
Ein weit größeres Problem, das noch immer verdrängt wird, sei
Altersdiskriminierung: Ein Drittel der österreichischen Betriebe
beschäftigt keine Arbeitnehmer:innen über 60 Jahre. „Wer mit 58
Jahren den Job verliert, findet oftmals keinen mehr. Dieses
systematische Ausgrenzen ist nicht nur unfair, es verschärft auch den
Fachkräftemangel“, erklärt Kemperle. Gerade in Zeiten, in denen Hände
und Köpfe fehlen, müsse klar sein: Ältere bringen Loyalität,
Krisenerfahrung und wertvolles Know-how mit – eine Kompetenz, die
Österreich nicht verschenken darf.
„Statt über eine Pension mit 70 zu fabulieren, braucht es endlich
faire Arbeitsbedingungen, die ein längeres, gesundes Arbeiten
ermöglichen – etwa durch flexible Arbeitszeiten, Gesundheitsangebote
und altersgerechte Jobs“, fordert Kemperle. Entscheidend sei aber
auch, Altersarmut zu verhindern: „Die jetzige Generation an
Pensionist:innen hat den Wohlstand dieses Landes aufgebaut. Unser
Modell ist stabil, finanzierbar und gerecht – wenn Arbeit gesund,
sicher und fair gestaltet wird.“



