Wien (OTS) – An den Weihnachtsfeiertagen und zu Silvester wird gerne
gefeiert und
ein Gläschen getrunken. Wer Alkohol konsumiert, sollte danach im
Straßenverkehr jedoch kein Fahrzeug mehr in Betrieb nehmen, sondern
sichere Alternativen nutzen. Denn Verantwortung endet nicht beim
Autofahren: Auch alkoholbeeinträchtigte Radfahrende, E-Scooter-
Lenkende oder selbst Zufußgehende setzen sich und andere einem
erhöhten Unfallrisiko aus. „Der Leitsatz ‚Don’t drink and drive‘ hat
sich in der Gesellschaft etabliert – 80 Prozent der Menschen stimmen
ihm zu, wie eine Online-Umfrage des ÖAMTC unter 1.049 Personen im
Dezember zeigt“, berichtet ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion
Seidenberger. 62 Prozent der Befragten gaben außerdem an, schon
einmal jemanden am Fahren gehindert zu haben, der offensichtlich
durch Alkohol oder Medikamente beeinträchtigt war – ein wichtiger
Schritt, um Unfälle zu verhindern.
Allerdings wird einem die Entscheidung nicht immer leicht
gemacht, berichtet Seidenberger: „Wenn jemand keinen Alkohol trinkt,
wird das bei 76 Prozent der Befragten im Freundeskreis akzeptiert.
Das sind fünf Prozent weniger als bei der letzten Umfrage 2017 (81
Prozent). Zudem müssen sich aktuell wieder mehr Menschen für ihre
Abstinenz rechtfertigen: 13 Prozent geben an, Gründe für den Verzicht
nennen zu müssen – vor acht Jahren waren es lediglich sieben Prozent.
Auch wird wieder häufiger versucht – insbesondere in der jüngeren
Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen – jemanden doch noch zum
Alkoholkonsum zu überreden.“
Eine erfreuliche Entwicklung zeigt sich hingegen beim eigenen
Fahrverhalten: Ein Drittel der Befragten gibt an, nie Alkohol zu
trinken, wenn sie ein Fahrzeug lenken – 2017 war es nur knapp ein
Viertel. Und wenn es doch mal passiert? „Etwa 20 Prozent gestanden in
der Umfrage ein ‚wahrscheinlich doch über die Promille-Grenze
getrunken zu haben‘ – vor acht Jahren waren es mit 34 Prozent
deutlich mehr. Der Trend geht damit in die richtige Richtung, dennoch
braucht es mehr Entschlossenheit, in vergleichbaren Situationen
konsequent auf das Lenken eines Fahrzeugs zu verzichten „, sagt
Seidenberger.
Weniger erfreulich ist hingegen eine andere Entwicklung: Mehr als
die Hälfte der Befragten nennt aktuell mangelnde Alternativen als
Grund für eine alkoholisierte Fahrt – 2017 war es nur ein Drittel.
„Das zeigt, dass sich weniger Menschen vorab überlegen, wie sie nach
dem Alkoholkonsum sicher nach Hause kommen, etwa indem sie sich
abholen lassen, mit dem Taxi fahren oder in der Nähe übernachten“,
kritisiert die Verkehrspsychologin.
Mehr als ein Drittel der Befragten kam in den vergangenen fünf
Jahren in eine Alkohol-Kontrolle der Polizei. Gleichzeitig gaben 66
Prozent an, bisher noch nie kontrolliert worden zu sein. Unverändert
hoch ist hingegen das Bewusstsein für die Wirksamkeit von Alkomat-
Tests. Wie bereits 2017 ist nahezu allen Befragten klar, dass sich
diese nicht, beispielsweise durch Kaffee oder Kaugummis, austricksen
lassen.
Abschließend appelliert Marion Seidenberger an die
Eigenverantwortung: “ Alkoholisiert mit dem Auto, Fahrrad oder E-
Scooter zu fahren, ist kein Kavaliersdelikt. Alkohol verschlechtert
die Fahrtüchtigkeit, unabhängig vom Fortbewegungsmittel, signifikant:
Reaktions- und Urteilsvermögen werden gemindert und führen zu
vermehrten Fehleinschätzungen und unbedachten Handlungen. Mit Folgen
für sich selbst und seine Mitmenschen – ob Mitfahrende oder andere
unschuldige Verkehrsteilnehmende. “
Zwtl.: 2024 ereigneten sich österreichweit 2.705 Unfälle mit
Personenschaden aufgrund von Alkoholisierung
Bundesland Unfälle
Burgenland 80
Kärnten 227
Niederösterreich 554
Oberösterreich 470
Salzburg 250
Steiermark 478
Tirol 259
Vorarlberg 188
Wien 199
Österreich 2.705
(Quelle: Statistik Austria)
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